Aktuelle Nachrichten

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Gründung Festausschuss

150 Jahr Grundsteinlegung Pfarrkirche St. Martinus

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Vorankündigung Rorate-Messen

Wir laden herzlich zu folgenden Rorate-Messen ein: 

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Herzliche Einladung zum Adventsbasar Geisfeld

Auch dieses Jahr veranstalten wir wieder unseren großen Adventsbasar am Sonntag, 26.11.2017, ab 13.30 Uhr im Bürgerhaus St. Markus in Geisfeld.

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Messdienerinnen und Messdiener aufgepasst

Im November hat sich unter großer Beteiligung von Jugendlichen und Erwachsenen, Kaplan Kerwer und Gemeindereferent Glaub-Engelskirchen die Messdienerleiterrrunde der Pfarrei St. Franziskus getroffen ...

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Querbeat – Benefizkonzert für den Hospizverein Hochwald

„Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ 

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Go(o)d morning

in Hermeskeil am 02.12.2017

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Glaube im Alltag

> Ein bisschen verrückt

"Ein bisschen verrückt"

 

Dafür hielt ich eine Frau, die bei uns früher zu Hause in der Straße wohnte. Sie besaß einen Hund, mit dem sie mehrmals täglich vorbeiging. Und das Verrückte war? Sie hat mit dem Hund gesprochen. „Basco, komm schnell zur Mama!“

Obwohl dies schon über 40 Jahre her ist, habe ich von der Frau und ihrem Hund immer noch konkrete Bilder vor Augen.
Spätestens seit dem US-amerikanischen Spielfilm „Der Pferdeflüsterer“ wurde mir bewusst, dass diese Frau keineswegs verrückt war. Mit den Tieren zu sprechen, das tun heute sehr viele Tierbesitzer. Das Internet bietet dazu zahlreiche Bücher, Tipps und Handreichungen an, damit die Kommunikation gelingt.


Tiergestützte Therapien führen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes von Patienten. Am 4. Oktober ist der internationale Welttierschutztag. Warum ausgerechnet dieses Datum?
Dieser Tag geht zurück auf den heiligen Franziskus, auch bekannt als Franz von Assisi. Er ist der Begründer der Franziskaner und der Schutzpatron der Tiere. Für Franziskus stand fest, dass alle Geschöpfe als Bruder oder Schwester anzusehen sind. Im 13. Jahrhundert verfasste er den „Sonnengesang“, in dem er Gott als Schöpfer allen Lebens preist. Schrifttexte beinhalten, dass er auch den kleinsten Wurm als gottgewollt und daher schützenswert betrachtete. Franziskus war auch ein bisschen verrückt. In der Legende von seiner Vogelpredigt heißt es:

 

„Meine Brüder Vögel! Gar sehr müsst ihr euren Schöpfer loben und ihn stets lieben; er hat euch Gefieder zum Gewand, Fittiche zum Fluge und was immer ihr nötigt habt, gegeben.“

 

Wenn ich an den Heiligen Franziskus denke, dann fordert er uns heraus, unser Verhältnis zur Umwelt zu überdenken. Wir Menschen haben Verantwortung für die Schöpfung, für unsere Mitmenschen und nicht zuletzt für die Tiere. In diesem Sinne lasse ich mich auch gerne als ein bisschen verrückt bezeichnen. Denn auch ich spreche liebend gerne mit unseren Katzen Mikesch und Simba.

 

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> JA sagen

"JA sagen"

 

Vor 26 Jahren wurde mein Patenkind Robin Rüdiger geboren, ich kann mich noch gut daran erinnern. Er kam drei Wochen zu früh, wog 2800 g und war 51 cm groß. Die ersten Lebenswochen verbrachte er in einem Wärmebettchen, um die Körpertemperatur zu regulieren.

Neben Geburtstagen und Feiertagen kommt mir auch seine Erstkommunion in den Sinn. Die Aufregung damals hat ihn fast umgehauen. So verbrachten wir die ersten Minuten des Weißen Sonntages in der Sakristei. Ich höre meine Schwester heute noch flüstern: „Geh Du zu ihm, du kennst Dich hier besser aus!“

O je das ist alles lange her und es war schön mit anzusehen, wie er heranwuchs und seine Schul- und Berufsausbildung absolvierte. Nun heißt es an diesem Wochenende einen weiteren wichtigen Schritt zu gehen, sich zu trauen.

Gemeinsam mit seiner Marie wollen sie zueinander JA sagen, um gemeinsam durchs Leben zu gehen. Bei dieser Feier will ich den Beiden zur Seite stehen. Denn bei der Taufe haben die Paten gemeinsam mit den Eltern versprochen, das Kind christlich zu erziehen und nach besten Vermögen den Weg zu einem erfüllten Leben zu weisen. Was kann ich dem jungen Brautpaar mitgeben? Gibt es ein Rezept für eine glückliche Ehe?

Eine schöne Tradition ist es, einen Trauspruch zu wählen, der als geistliches Leitwort über der neu gegründeten Ehe steht. „Lasst uns aufeinander Acht haben und uns zur Liebe und zu guten Werken anspornen!“ (Hebräer 10,24)


Dazu folgende Gedanken: Einander annehmen und akzeptieren, miteinander über alles reden können, aus dem Wort ICH ein WIR entwickeln, und sich dennoch selbst entfalten können.

Danke sagen, mit Komplimenten nicht sparen und nicht zuletzt Fehler einzugestehen. Ein Leben ohne Konflikte gibt es nicht. Lernen fair miteinander zu streiten und um wichtige Entscheidungen zu ringen. Für ein glückliches Eheleben
braucht es zwei ausgeschlafene Menschen. Egal, wer den Streit angefangen hat, es gilt sich vor Einbruch der Nacht zu
versöhnen, um ausgeschlafen und mit positiver Energie den nächsten Tag zu beginnen.

 

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Da berührt der Himmel die Erde

"Da berührt der Himmel die Erde"

 

Maria war eine lebensfrohe und fleißige Frau. Als Pfarrhaushälterin hatte sie immer ein offenes Ohr für alle, die im Pfarrhaus ein Anliegen vorzubringen hatten. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Kontaktfähigkeit, Zuverlässigkeit und vor allem Diskretion zeichneten sie aus.


Besonders lagen Maria Kinder am Herzen. Noch heute erinnere ich mich gerne an das gemeinsame Verpacken von Paketen für polnische Familien in meiner Heimatpfarrei Dudweiler. Es war ihr lebenslang ein Anliegen, den Kindern und auch so manchem Erwachsenen etwas mitzugeben. Zumeist hatte es mit der Frucht des Kirschbaumes zu tun, damit stellte sie eine Verbindung zu ihrem Nachnamen her. Doch plötzlich war alles anders. Trotz ihres hohen Lebensalters überraschte und erschreckte die Todesnachricht alle, die sie kannten. Eine gute Freundin von mir erzählte: „Als ich hörte, dass Maria verstorben ist, habe ich zusammen mit meiner Tochter von den Pralinen gegessen, die Maria mir bei meinem letzten Besuch schenkte. Dabei haben wir an sie gedacht und von ihr erzählt.“ Tut dies zu meinem Gedächtnis. Beim Sterbeamt in der Predigt ging der zuständige Ortspfarrer auf ihre Biographie ein. Dienen, dienen und nochmal dienen. Das war ihr Lebensmotto. Letzte Woche an Gründonnerstag haben viele Menschen bei Abendmahlsgottesdiensten das Brot geteilt und gehört, wie Jesus seinen Jüngern im Dienst der Nächstenliebe die Füße gewaschen hat.

Er hat einen wichtigen Auftrag hinterlassen: Immer, wenn ihr das Brot teilt, denkt an mich. Dabei ist dies nicht bloß eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Es ist viel mehr. An diesem sogenannten Weißen Sonntag werden viele Kommunionkinder das heilige Brot empfangen. Auch sie hören: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ In der Pfarrei St. Franziskus werden die Erstkommunionfeiern unter dem Thema stehen: „Da berühren sich Himmel und Erde.“ Ich glaube, der Himmel berührt oft unsere Erde und wir bemerken es gar nicht. Für mich steht fest: Es gibt Menschen, die den Himmel in sich tragen und dafür bin ich dem Himmel dankbar.

 


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Wer lacht lebt länger

"Wer lacht lebt länger"

 

Gehören Sie zu den Menschen, die betont oder übertrieben humorvoll sind? Es soll Menschen geben, die mit einem Unterhaltungsgen geboren werden oder eine lustige Art erworben haben, das Leben zu meistern.

Nein ich habe keinen Clown gefrühstückt, aber ich habe vor kurzem mit einem telefoniert. Von dieser Begegnung möchte ich erzählen. Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von Klinik-Clowns gehört? Das sind Menschen, die als Clown verkleidet kranke Menschen besuchen. In Krankenhäusern, Behindertenheimen und Rehakliniken suchen sie die Patienten auf, um ihnen etwas Farbe in den tristen Alltag zu bringen. Durch solche aufheiternde Begegnungen erleben die Kranken Abwechslung und so Mancher schöpft neuen Lebensmut. Die Mediziner und Psychologen sind sich einig:

Spaß, Freude und Lachen fördern Heilungsprozesse. Um dies zu erreichen, deshalb stellt sich Clown Charly auch gerne „dumm“, d.h. zählen kann er nicht gut, aber dafür umso besser zuhören.

Und warum übt Clown Charly, der pensionierte Lehrer, dieses Ehrenamt schon seit vielen Jahren aus? Ganz einfach antwortet er: „Ich habe gesunde Kinder und bin Gott dafür sehr dankbar. Das Leben hat es gut mit mir gemeint, ich möchte anderen Benachteiligten dafür etwas zurückgeben.“ Und begeistert setzt er fort, wie ein Mann auf der Demenzstation gesprochen hat, obwohl er schon seit 6 Monaten nichts mehr gesagt hat.

Das größte Geschenk aber ist, wenn es gelungen ist, den Menschen, besonders Kindern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Diese Freude in den Augen der Kinder zu sehen, macht nicht nur Clown Charly glücklich, sondern alle, die das miterleben. Ist dies nicht auch eine besondere Form von Gottesdienst, Menschen glücklich zu machen. Das Motto von Hermann Hesse trifft es wie den Nagel auf den Kopf: „Liebe ist Glück!“ Und dieses Glück immer wieder zu spüren, verbindet Menschen miteinander, obwohl sie sich gar nicht kennen. Ich wünsche schöne und ausgelassene Faschingstage mit viel Lachen und Freude, denn der Himmel fängt auf Erden an.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Wer sind wir?

"Wer sind wir?"

 

Der zehnjährige August wohnt mit seiner Schwester und seinen Eltern in New York. Aufgrund Missbildungen im Gesicht muss er in den ersten Lebensjahren nach seiner Geburt sehr oft operiert werden und kann deshalb keine normale Grundschule besuchen. Mit der 5. Klasse soll dies nun anders werden. Dabei erlebt er in der Schule Besonderes. Sein Lehrer Mr. Brown schreibt groß an die Tafel: „Maxime“.

Wissen Sie, was Maxime sind?

Man könnte es so definieren: „Ein Leitsatz, den sich jemand für sein persönliches Handeln gibt; sozusagen das persönlich höchste Lebensgut“.

Die Antworten der Schüler lauten: Schule, Eltern, Familie, die Umwelt, unsere Erde, Gott.
Mit diesen Maximen verbindet sich die alles bestimmende Frage: „Wer sind wir?“ Damit spielt Mr. Brown auf eine Tafel am Schuleingang an. Dort steht: „Erkenne dich selbst!“

Mich bewegen die Inhalte des Buches „Wunder“ von Raquel J. Palacio.
Auf die inneren Werte eines Menschen kommt es an, nicht auf sein Aussehen, seine finanzielle Absicherung oder welche Markenkleidung die Mode gerade vorschreibt.

Grundsätzlich nichts Neues, da haben Sie Recht. Aber die Maxime, wie sie in dem Roman beschrieben werden, sind richtig gut.

Und was sind Ihre Maxime für das Jahr 2017? Haben Sie welche oder haben Sie sich überhaupt darüber schon einmal Gedanken gemacht?

Die Sternsinger, die in diesen Tagen von Haus zu Haus unterwegs sind, haben die Maxime, in doppelter Weise etwas Gutes zu tun. Sie bringen einerseits Ihnen den Segen Gottes und schreiben diesen mit gesegneter Kreide über Ihre Tür und sie sammeln andererseits Geld für notleidende Kinder.

„Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit“, so die Maxime tausender Kinder und Jugendlichen in diesen ersten Januartagen. Respekt!

Mein persönliches Motto für 2017: „Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein sollst, wähle die Freundlichkeit!“


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Antwort leben

"Antwort leben"

 

Es ist Advent. Ich bin in Trier unterwegs. Da ich noch etwas Zeit habe, gehe ich über den Weihnachtsmarkt. Viele Menschen sind unterwegs, vor allem Schulklassen. Ich nutze noch etwas Zeit unseren schönen Dom aufzusuchen, um mich zu besinnen. Ruhe tritt ein, obwohl sich dort auch viele Menschen aufhalten. Die Stimmung ist beeindruckend.

Manche zünden Kerzen an, andere strecken die Hände zum Gebet aus, einige Menschen schließen zum Meditieren die Augen. Gott bietet seine Gegenwart, seine Kraft und seine Liebe an.

Menschen suchen im Dom nach Gott, aber nicht nur sie, viele andere draußen auch. Ich vermute, alle Menschen sind
bewusst oder unbewusst auf der Suche nach Gott, nach Liebe, nach Sinn…

Ihr Bestreben ist es irgendetwas über Gott zu erfahren oder zu erahnen. Eine innere Sehnsucht treibt sie an, etwas von ihm zu spüren oder Zeichen seiner Nähe zu erkennen. Dies kann ein ansprechendes Wort aus der Heiligen Schrift sein oder eine besondere Begegnung. Wer sich von Gott berühren lässt, dessen Leben wird sich verändern. Auf die Frage nach Gott kann man nicht mit Worten reagieren.

Die Antwort heißt Nachfolge, Nächstenliebe, Umkehr oder wie auch immer. Und dies nicht erst später, sondern jetzt, mit dem, was jede und jeder kann und ist. Eine Antwort auf Gott wird immer das Leben der Menschen sein. So auch Daniela Mohr-Braun „wenn ich den Gott meines Lebens such, muss ich als Mensch mit Menschen leben“.

Dies fördert ein weites Denken, dass Gott nicht nur in Kirchen, in sakralen Räumen, sondern vor allem im Leben der Menschen zu finden ist. Demnach gibt es unzählige Möglichkeiten, der Sehnsucht nach Gott auf die Spur zu kommen, je nach eigener individueller Lebensgestaltung.

Wenn ich tatsächlich IHM dem Lebendigen begegnet bin, so muss ich zukünftig dennoch Suchender bleiben, um mich
weiter entwickeln zu können.

Vielleicht stellen wir am Lebensabend fest, dass wir Tag für Tag nach Hause gegangen sind und Gott uns auf unserem
Weg entgegengekommen ist, so ähnlich wie zwei Liebenden, die sich gesucht und gefunden haben.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Mensch ist Mensch überall!!!

"Mensch ist Mensch überall!!!"

 

Wer in den letzten Wochen in Hermeskeil unterwegs war, dem  sind Königinnen und Könige begegnet. In verschiedenen Schulen, im Kaffee, im Fitnessstudio, in der ev. und der kath. Kirche, im Rathaus, im Kindergarten, im Jobcenter, am Standort der ehemaligen Synagoge, im Krankenhaus, im Altenzentrum, im Mehrgenerationenhaus usw. konnte man die königlichen Figuren des Künstlers Ralf Knoblauch bewundern. Die Skulpturenausstellung des Diakons aus Bonn hat viele Menschen ins Nachdenken versetzt. „Wie viel Würde kommt jedem Menschen zu – von Gott, von sich, von anderen und wie viel bleibt im Verborgenen?“

Wer mit Menschen lebt, arbeitet, zusammenkommt, der weiß sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen immer wieder mit der Würde des Menschen konfrontiert. Die 15 Königsfiguren warfen nicht nur Fragen auf und führten zu Irritation. Sie gaben zugleich Antworten, indem sie fordern: Rühr mich an, beschütz mich und nehmt Verantwortung wahr, einer für den anderen.

Auch in den Bestattungshäusern war ein König zu sehen mit folgendem Impuls: „Die Qualität eines gesellschaftlichen Zusammenlebens zeigt sich am Umgang mit dem Lebensanfang und Lebensende. Wie ich mit dem Toten umgehe, sagt vieles darüber aus, wie ich mit den Lebenden umgehe. Die christlichen Kirchen glauben an die Auferstehung von den Toten und daran, dass der Leib des Toten, Tempel des Heiligen Geistes ist und seine besondere Würde behält.“ Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag, ob Sie nun den ev. Totensonntag begehen oder den kath. Christkönigssonntag feiern. Eines steht in unserem Grundgesetzt fest verankert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Und dies hoffentlich nicht nur bei uns in der Bundesrepublik Deutschland.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Der unsichtbare Begleiter

"Der unsichtbare Begleiter"

 

Darf ich Ihnen „Hannes Strohkopf“ vorstellen? Es handelt sich um eine wunderbare Geschichte von Kinderbuchautor Janosch. 

Hannes ist ein verträumter Junge, der nicht gerne in die Schule geht. Seine Leistungen sind nicht die besten und von anderen Mitschülern wird er schon mal gerne ausgelacht.

Allerdings hat Hannes einen Onkel, der in Amerika wohnt. In seiner Not wendet er sich an ihn und schreibt ihm. Gespannt wartet er auf die Rückantwort und die damit verbundene Hilfe.

Dieser schickt ihm ein Zauberpulver. Wenn nun Hannes dieses Zauberpulver verwendet, erscheint ein unsichtbarer Indianer, der Hannes zur Seite steht. Er schenkt ihm den verloren gegangenen Mut und sein Selbstvertrauen zurück, so dass er wieder selbstbewusst seinen Weg weitergehen kann.

Mich fasziniert diese Handlung, weil sie auf einfache, verständliche Weise verdeutlicht, dass man eigentlich viel mehr kann, wenn man nur an sich selbst glaubt.

Vor einigen Wochen hat die Schule begonnen. So mancher Erstklässler wird vielleicht denken: wäre ich nur im Kindergarten geblieben. Es mag Fünftklässler geben, die sich mit den Fremdsprachen oder den vielen neuen Fächern schwer tun. Oberstufenschülerinnen und -schüler sind noch nicht in das neue Kurssystem hinein gekommen, weil alles noch fremd und kompliziert ist. Bei anderen läuft es im Studium oder auf der Arbeit nicht rund…

Ich möchte mit meinen Zeilen Mut machen. Auch wir Christen haben einen unsichtbaren Begleiter, den heiligen Geist.

Er ist immer da und umgibt uns.

Er ist Motor und Antrieb unseres Lebens. Manchmal können wir ihn hören und spüren, obwohl wir ihn nicht sehen. Im Buch Ezechiel heißt es: „Stell Dich auf Deine Füße, Menschensohn! Als er das zu mir sagte, kam der Geist in mich”.

Möge Gottes Geist uns Sicherheit schenken, damit nicht die Unsicherheit Übermaß nimmt.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Das ist die schönste Zeit

"Das ist die schönste Zeit"

 

Seit einigen Wochen läuft alles auf diesen Tag hinaus. Endlich Ferien, alle freuen sich.
Die Zeugniskonferenzen gehören der Vergangenheit an, die Stunde der Wahrheit, das Zeugnis den Eltern vorzulegen lässt unterschiedliche Gefühle hochkommen. Als Erwachsener bin ich froh, dass ich nicht ständig solchen halbjährlichen Bewertungen ausgesetzt bin:
„Diese Leistung war sehr gut, diese Arbeit ist Dir gut gelungen“. Ein zu Ende gehendes Schuljahr markiert immer einen Abschluss, etwas hinter sich zu lassen, längere Zeit frei zu haben, Energien zu tanken, um danach neu starten zu  können.

Wie schön wäre es doch, wenn wir unser Leben freier und lebendiger gestalten könnten.
Die Sommerferien sind für manche so etwas wie das Paradies auf Erden: Endlich Urlaub, keinen Arbeitsdruck mehr verspüren. Zu Ferienbeginn hat in der Pfarrei St. Franziskus letzten Sonntag die Fahrzeugsegnung stattgefunden.

Für mich ist eine solche Segnung Ausdruck meines Vertrauens. Gott ist nicht fern meines Lebens, er sieht mich, er begleitet mich auf all meinen Wegen besonders auf Reisen. Wenn ich heute zur Kinderfreizeit starte, dann weiß er um meine Sorgen und Verantwortung 58 Menschen wieder heil und gesund aus der Kinderfreizeit zurückzubringen.

Er weiß auch um meine Vorfreude und meinen Dank. Denn bisher waren Urlaubstage in meinem Leben immer etwas  ganz Besonderes. Sie haben Spuren hinterlassen. Unbeschwert miteinander lachen und scherzen. Aufmerksamkeit und Zeit füreinander haben, ein Buch lesen oder einfach nur die Seele baumeln lassen. Das größte Geschenk bekommst du bei alledem selbst. Du wirst dir nahe kommen und dein freudiges Herz fühlen. Ich wünsche Ihnen wunderschöne, erholsame Ferien, viel Zeit und Freude in der Begegnung mit lieben Menschen auf unserer wunderschönen Erde.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Die Zeichen der Zeit erkennen

"Die Zeichen der Zeit erkennen"

 

Was lange währt wird endlich gut. Seit 2 ½ Jahren sind wir mit etwa 280 Synodalen mit unserem Bischof Stephan auf dem Weg, um die Zukunft unseres Bistum mitzugestalten: Frauen und Männer, junge Erwachsene, ältere Menschen, Priester, Seelsorger/Innen und andere Hauptamtliche. Mit dabei sind auch viele Ehrenamtliche, die das kirchliche Leben durch reichhaltige Erfahrungen und Qualifikationen mittragen. Was alle Synodale miteinander verbindet ist die Taufe. „Die Zukunft der Kirche im Bistum Trier liegt darin, dass die Getauften ihr Christsein entdecken und leben.“ Wir wollen in Zukunft noch viel mehr nach außen auf Menschen, Gruppen und Organisationen zugehen und schauen: Was verbindet Menschen guten Willens? Es kann viel entstehen und wachsen. Daher wird die Kirche sich öffnen. Wir wollen hinausgehen und gemeinsam die Botschaft Jesu leben. Ich denke da im Sinne der Ökumene.

Die volkskirchliche Struktur löst sich auf: Es fehlt an Personal, finanzielle Ressourcen und auch oftmals die teilnehmenden Christen. Diese Veränderung findet statt, die Synode will sie sinnvoll gestalten. Deshalb lautet ein Perspektivwechsel, dass wir weite pastorale Räume einrichten und in Netzwerken kooperieren werden. Manchen bereitet dies Sorgen. Weitere Räume, große Teams, das Engagement der Getauften stärken, das hat m.E. den Vorteil, dass niemand alleine die Verantwortung schultern muss. Zukünftig soll die Leitung einer Pfarrei einem Team anvertraut werden und das nutzt auch den Menschen vor Ort. Die Priester können sich mehr der Seelsorge widmen. Mein vorzeitiges Fazit: Ich freue mich, dass die Synode durch Entdeckung und Förderung der Charismen Anregungen schafft.
Ich spüre, auch wenn die Veränderungen herausfordern:
Gottes Geist wirkt auch heute.
ER schenkt uns Mut die Zukunft zu gestalten.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Wolke 7 oder eher Wolke 4?

"Wolke 7 oder eher Wolke 4?"

 

Die Redensart „auf Wolke 7 schweben“ steht für eine außergewöhnliche Hochstimmung.
Es muss nicht unbedingt das Gefühl der Verliebtheit sein, es kann auch pure Lebensfreude beinhalten. Ich bin immer dankbar, wenn ich Menschen begegne, die das gerade erleben; es färbt automatisch ab. Ein Stimmungshoch, weil endlich der Frühling beginnt, die Freude über das gerade erst bestandene Abitur, die Zusage für den Studienplatz oder die langersehnte neue Arbeitsstelle.

An welches Stimmungshoch können Sie sich erinnern?

Es gibt aber auch das krasse Gegenteil. Der Alltag ist manchmal hart, erbarmungslos:
wenn der Wecker klingelt, der Berufsalltag stresst, die Kinder pubertieren und es den Anschein hat, dass nichts rundläuft. Alle diese Faktorenbeeinflussen unsere Stimmungen.

Es ist gut, dass es beides gibt. Immer nur im „7. Himmel“ zu schweben, wäre vermutlich auch nicht auszuhalten. Ein gesundes Mittelmaß wäre gut:
nicht immer den Anspruch zu haben, permanent die „Wolke 7“ anzustreben. Manchmal ist es nur die „Wolke 4“, die erreicht werden kann. Es hat auch etwas, sich dort wohl zu fühlen, den Blick für die Realität ins Alltagsleben integriert, nicht „unten“ allein zu leben, wie es in einem Lied von Philipp Dittberner heißt.

Ich bin dankbar eine Familie, einen Beruf und Freunde zu haben. Dankbar sein versus zu hohe Ansprüche an das eigene Leben und das der anderen zu haben. Wie schön wäre es doch auf dieser Welt, wenn alle ihre hohen Ansprüche etwas runterschrauben könnten und dafür zufriedener wären. Das Lied „Wolke 4“ kommt mit wenigen Worten und Gitarrenbegleitung aus. Wenn ich es im Radio höre fühle ich mich glücklich, ohne mich einsortieren zu müssen, auf welcher Wolke ich gerade schwebe...


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Warum nicht ein Gutmensch?

"Warum nicht ein Gutmensch?"

 

Darf ich vorstellen: Walter Vale, von Beruf Professor, ist kein geselliger Mensch. Nach dem Tod seiner Frau vereinsamte er. Selbstmitleid macht sein Leben schwer und unerträglich.
Stellen Sie sich vor, Sie kommen nach einer längeren Zeit in Ihre Zweitwohnung und stellen fest, dass dort zwei Flüchtlinge Einzug gehalten haben. So ging es Walter Vale.
Der Syrer Tarek und die Senegalesin Zainab haben dort Zuflucht gesucht. Schweren Herzens packen sie das wenige Hab und Gut, landen auf der Straße, obwohl für alle Platz gewesen wäre. Soweit die Szene eines berührenden Filmes: „Ein Sommer in New York“.

Walter hat ein mitfühlendes Herz und erweist sich als barmherzig, indem er sie bei sich leben lässt. Damit führt er mich in meinen Gedanken zu Papst Franziskus, der das Jahr 2016 als heiliges Jahr – als Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen hat. Was heißt es barmherzig zu sein? Wie kann ich Barmherzigkeit üben?

Papst Franziskus lebt es uns vor. „Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten und dabei selbst zum wirkungsvollen Zeichen des Handelns des Vaters zu werden!“ Unvoreingenommen sein, annehmen, vergeben, helfen, teilen sind wichtige Stichwörter, um immer wieder die Beziehungen untereinander neu in den Blick zu nehmen.

Wenn wir barmherzig sein wollen, dann lassen wir uns von der barmherzigen Liebe Gottes im Alltag hier und jetzt bewegen. Wenn wir so einander begegnen, dann tragen wir etwas von göttlicher Barmherzigkeit in uns und sind somit gute Menschen. Jesus sagt in der hl. Schrift: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!" Hat unsere Starrsinnigkeit nicht schon zu viele Opfer gebracht?

Wenn wir heute beginnen und es uns auf die Fahne schreiben „barmherzig zu sein“ dann kann dieses Jahr am Ende vielleicht wirklich ein „heiliges“ Jahr gewesen sein. Gebe Gott die Kraft dazu.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent St. Franziskus, Hermeskeil

> Ein alter Menschenfreund

"Ein alter Menschenfreund"

 

Heute Abend, in der Nacht oder auch noch morgen an seinem Festtag hat er wieder seinen Auftritt, der Nikolaus.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir, gerne erinnere ich mich an Kindheitstage von mir selbst oder aber von unserer Tochter. Da kam der „väterliche“ Nikolaus und die Kinderaugen strahlten. Dabei ist über das historische Leben dieses Mannes wenig bekannt. Tatsache ist, dass es in der damaligen Zeit Christenverfolgungen gab und er sein Vermögen unter den Armen aufgeteilt hat. Diese Zeugnisse, dass er Gutes getan hat, der menschlichen Not zugewandt war und für Abhilfe gesorgt hat, sind sicher Gründe, dass es so viele unterschiedliche Legenden um seine Person gibt.

Als Menschenfreund, besonders der Kinder und Jugendlichen ist er beliebt. Bis in unsere Tage lernen Kinder für seinen Todestag, den 6. Dezember (326) Gedichte, Lieder und Geschichten, um sein gutes Leben in Erinnerung zu rufen. Und dann hat er für jeden auch etwas dabei, er teilt großzügig seine Gaben aus. So verkörpert er als guter Mensch und Bischof Gottes Milde. Gott ist die Liebe heißt es im ersten Johannesbrief: „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt“.

So empfinde ich es immer wieder beachtenswert, dass wir an dieser Liebe Gottes teilhaben und sie weiter schenken dürfen. Teilen, das kann so vielfältig sein, ich denke nicht in erster Linie an Geld, sondern ich kann meine Zeit teilen, meine Aufmerksamkeit, meine Freude. In diesem Sinne wird mir erneut bewusst, dass unser Leben ein Geschenk ist, ob aus Gottes Hand und aus der Liebe der Eltern. Somit kann im Advent erneut Gott bei uns ankommen.

Mein innigster Wunsch für Sie und mich lautet: Dass wir nicht nur am Nikolaustag die Schuhe einander füllen, sondern auch an den anderen 364 Tagen die Herzen unserer Mitmenschen.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Lass mich dir ein Fohlen sein

"Lass mich dir ein Fohlen sein"

 

Der Vater bringt seine Tochter zum Schlafengehen ins Bett und gemeinsam verrichten sie das Gebet. Am nächsten Morgen fragt das Mädchen seine Mutter:
„Mama, was heißt eigentlich, lass mich dir ein Fohlen sein?“
Die Mutter ist überrascht, bemerkt jedoch, dass der Vater wohl das Gute-Nacht-Gebet etwas schnell gesprochen hat. Das Kind hatte es falsch verstanden. Richtig sollte das Gebet lauten: „Schutzengel mein lass mich dir empfohlen sein…“ Diese Situation beschreibt eine zentrale Frage nach Gott. Wie geht es Ihnen mit Ihrem Gottvertrauen? Glauben Sie daran, wenn Sie Gott einen Menschen empfehlen, dass er sich besonders um diesen kümmert? Ich glaube, dass jeder von uns den Schutz durch andere Menschen, durch Engel oder gar durch Gott braucht. Am Abend Gott den vergangenen Tag und wichtige Menschen ans Herz legen - das kann ungeheuer beruhigen. Da bin ich auf einmal nicht mehr alleine in der Verantwortung, da kann ich mein Herz ausschütten, ich kann mit einem guten Gedanken einschlafen, weil ich weiß, dass es eine höhere Macht gibt, die nicht schläft und nicht dunkel ist. Mit fallen viele Personen ein, die ich Gott anempfehlen möchte: die Familien, die sich auf die Geburt ihres Kindes freuen, die Schulkinder, die am Montag wieder in die Schule gehen, besonders die Schulneulinge und diejenigen, die vor kurzem ihr Auslandsjahr begonnen haben.
Meine Gedanken sind bei den Flüchtlingen und deren Helferinnen und Helfern, die gerade in diesen Tagen in der ehemaligen Hochwaldkaserne Hermeskeil und überall in Deutschland und Europa für menschenwürdige Lebensbedingungen sorgen. An diesem Wochenende empfehle ich Gott die 5. Vollversammlung der Trierer Bistumssynode in Saarbrücken an. „Hab Dank Gott, alle Menschen groß und klein, sollen Dir befohlen sein!“


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Ich warte

"Ich warte"

 

Die Schülerinnen und Schüler erwarten sie schon seit Wochen und Monaten, aber auch manch Erwachsener, der sich durch die Hitze der letzten Wochen gequält hat freut sich drauf:
die Ferien. Nun ist sie da, die für viele schönste Zeit des Jahres. Endlich mal wieder nicht auf die Uhr schauen, sondern Zeit haben, um leckeres Eis zu essen, Fahrrad zu fahren oder Freunde zu treffen. Aber am besten gehen wir nicht mit zu hohen Erwartungen in die Ferienzeit. Im letzten Jahr hatte ich im Mai eine Woche Urlaub in Berlin geplant, dort wollte ich mich mit Bekannten aus der Reha treffen. Doch schon im Vorfeld wurde meine Freude getrübt, denn die meisten hatten nicht die erhoffe Zeit und reisten bereits nach 3 Tagen wieder ab.

Ich aber hatte die ganze Woche und mein Rückflug war bereits gebucht. Ja, da kann schon mal das Kopfkino losgehen: Bleibe ich besser zu Hause und genieße hier in der gewohnten Umgebung die freien Tage? Meine Orientierung ist nicht die Beste, werde ich in der Bundeshauptstadt planlos herumlaufen? Und wenn das Flugzeug abstürzt? Ich habe versucht das Kopfkino auszuschalten und bin dann mit wenigen Erwartungen nach Berlin geflogen. Dort hat sich dann alles zum Guten gewendet. Eine nette Vermieterin, die Zeit hatte und mir begeistert Berlin gezeigt hat, gute Begegnungen mit den Menschen aus der Reha, bestes Wetter und vieles mehr.

Das Flugzeug auf dem Rückweg hatte zwar Verspätung, aber damit konnte ich gut leben.
Manchmal hilft es doch auch, die Erwartungen runterzuschrauben und nicht alles aus eigener Hand zu planen und durchzustylen. Es gibt da noch einen anderen, der seine Hand drunter oder drüber hält, kommt gerade drauf an, aus welcher Perspektive ich die Sache betrachte. Ich wünsche Ihnen schöne und ereignisreiche Urlaubstage, genießen Sie die freie – uns von Gott geschenke Zeit.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Das Leben ist Veränderung

"Das Leben ist Veränderung"

 

Während für viele am vergangenen Mittwoch so eine Art Samstagsstimmung aufkam, weil der Feiertag Christi Himmelfahrt ein langes Wochenende einläutet, packten 279 Synodale aus unserem Bistum ihre Taschen und reisten nach Koblenz zur Vollversammlung im Rahmen der Synode. Seit 1 ½ Jahren sind wir daran in zehn Sachkommissionen über die Zukunft in unsrem Bistum zu beratschlagen.

Die oben genannte Situation erinnert mich spontan an das Fest Christi Himmelfahrt in seinem Ursprung. Unser christlicher Glaube bezeichnet diesen Feiertag die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem himmlischen Vater. Er wird am 40. Tag des Osterfestkreises begangen.

Die Bibel berichtet in der Zeit nach seiner Auferstehung ist der auferstandene Jesus immer wieder seinen Freundinnen und Freunden, seinen Jüngern erschienen. Er hat seinen Freunden und auch uns, die wir in seiner Nachfolge leben, seinen heiligen Geist als Beistand hinterlassen und zwar nicht nur an Pfignsten.

Ich erlebe es immer wieder spannend mit anderen Menschen über den Heiligen Geist zu reden. Ich glaube Gottes Geist ist auch heute noch gegenwärtig. Er lenkt und baut seine Kirche auf durch Charismen, die er allen schenkt. Es ist unser Auftrag, die Gaben des Geistes in allen Bereichen des sozialen Lebens zu entdecken und Menschen zu
befähigen, ihr Charisma zu entwickeln und einzubringen, um so miteinander Kirche zu sein.

Vielleicht haben uns in den letzten Jahren viel zu oft Strukturen im Wege gestanden. Wagen wir es den Geist Gottes immer wieder neu anzurufen, damit wir die Kraft aus der Höhe erfahren und so das Leben in all seinen Facetten neu
beleben. Gottes Geist können wir nicht sehen, aber er bringt auch heute noch Menschen in Bewegung. Das wünsche ich den Synodalen in Koblenz aber auch Ihnen zu Hause.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Wartezimmer Menschheit

"Wartezimmer Menschheit"

 

Donnerstagmorgen 8. Januar;
das Hermeskeiler Pastoralteam trifft sich zum Dienstgespräch. Wir fahren Richtung Trier, der stark anhaltende Regen erschwert die Autofahrt. Ein Unfall vor Trier lässt uns die Fahrtroute ändern, wir erreichen in Euren hinter dem Gefängnis unser Ziel. Wir sind in der Landesaufnahmestelle für Asylbegehrende gelandet. Vor dem Haus stehen viele, vor allem junge Menschen, die uns freundlich grüßen. Dr. Kettern der Caritasdirektor erwartet uns schon. Mithilfe von Karteikarten werden uns die vielfältigen Schritte des Asylverfahrens erklärt. Ich muss mich konzentrieren, damit ich verstehe, welche Stationen ein Flüchtling durchlaufen muss. Die Zahlen, dass hier über 500 Personen untergebracht sind, lässt mich erahnen, was hier Tag für Tag erlebt wird. Viele, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, hoffen hier eine Bleibe zu finden und zur Ruhe zu kommen, erklärt uns Bernhard Jocher als Leiter der Caritasaußenstelle. Die Flüchtlinge sind etwas erleichtert ein Dach über dem Kopf, Essen und Kleidung zu haben. Im Unterrichtsraum sitzen einige, die erfolgreich unsere Sprache erlernt haben. Ein Blick in der Krankenstation beendet unseren Rundgang.
Zwei Wochen später.
Über 500 Menschen versammeln sich in der Hochwaldhalle Hermeskeil zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung. Soll in Hermeskeil eine Erstaufnahme für Flüchtlinge eingerichtet werden? Fragen und Ängste können geäußert werden, das ist wichtig. K. Allert-Wybranietz schreibt in einem Gedicht:
„Viele sitzen da und warten auf Besserung. Einige wissen, dass die erforderlichen Medikamente auch in ihrer Hand liegen. Ganz wenige öffnen ihre Hände und verwenden die Medizin, die Liebe und Willen heißt“.
Mein Eindruck an diesem Abend ein ganz anderer: Es sind Gott sei Dank viele, die Solidarität und Nächstenliebe gezeigt haben!

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Kennen Sie Jenga?

"Kennen Sie Jenga?"

 

Jenga ist ein Spiel, um die Geschicklichkeit zu fördern.
Sinn und Zweck ist es, einen Holz-Baustein aus einem Turm herausziehen und ihn gezielt wieder an anderen Stelle zu stapeln, ohne dass der Turm zusammenbricht. Gespielt wird abwechselnd. Sieger ist, wer als letztes den Stein auflegen kann, ohne dass der Turm zusammenbricht. Mich erinnert dieses Spiel an derzeitige Prozesse in unserem Bistum.
Behutsam schauen wir uns in der vor einem Jahr beginnenden Synode in 10 eingerichteten Sachkommissionen wichtige Themen unserer Kirche und unserer Gesellschaft an.
Behutsam ziehen wir einen Baustein von unten heraus. Wir nehmen uns Zeit, diskutieren, deuten die Zeichen der Zeit und überlegen mit anderen, wie er neu in den Turm eingearbeitet werden kann. Das Fundament muss bleiben, aber darauf lässt sich Neues bauen.
Eine Kommission hat sich der Aufgabe gestellt die Vielfalt der Charismen zu entdecken und wertzuschätzen. Wie lebendig könnte unsere Kirche sein, wenn uns der Perspektivenwechsel von einer aufgabenorientierten hin zu einer charismenorientierten Kirche gelänge? Wir suchen Menschen, die ihre Talente und Begabungen einbringen, nicht nur unter denen, die bisher schon engagiert sind. Gewinnbringend ist es, Einladungen an alle auszusprechen und mit Offenheit Neuem zu begegnen. Vielleicht predigt dann im Sonntagsgottesdienst die Religionslehrerin, die Gemeinde wird von engagierten Ehrenamtlichen geleitet und so manch ein Priester kann endlich Krankenhausseelsorger werden, weil er genau diese Gabe hat. Ja, es bewegt sich was – und das ist spannend.
Ich könnte mir vorstellen, dass es auch in Ihrem Lebensturm solche Elemente gibt, die darauf warten, neu bestimmt zu werden. Komm Hl. Geist, gib uns den Mut, neue Bausteine auf das alte Fundament zu legen.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Urlaubserfahrung

"Urlaubserfahrung"

 

Vergangene Woche hatte ich in Pforzheim eine außergewöhnliche Begegnung.
Seit langer Zeit habe ich die Angewohnheit, dass ich Kirchen aufsuche, um sie zu besichtigen, eine Kerze anzuzünden und um ein Gebet zu sprechen. Meiner Frau war es zu heiß, so machte ich mich alleine auf den Weg. Ich steuerte zielstrebig auf die Kirche zu, leider war sie verschlossen. In unmittelbarer Nähe jedoch stand noch eine kleinere Kirche. Ich hatte Glück und konnte dort meine Kerze anzünden. Für mich ist eine solche Kerze Ausdruck meines Vertrauens zu Gott. Er ist nicht fern meines Lebens, er sieht mich, meine Sorgen und Schwierigkeiten, meine Ängste und Hoffnungen; aber vor allem an einem solchen Tag meinen Dank und meine Freude für schöne Urlaubstage. Da kam eine junge, ausländische Frau auf mich zu. Sie fragte, ob heute hier Gottesdienst wäre?
Wir schauten gemeinsam im Pfarrbrief – aber leider fand an diesem Tag kein Gottesdienst statt. Weiterhin sage sie zu mir, dass sie dringend jemanden zum Reden bräuchte. „Na dann legen Sie mal los, hier bin ich, ich habe Zeit“. Sie komme aus Bosnien, eine Flüchtlingsfamilie mit zwei kleinen Kindern und ihrer Schwester. Ob sie nicht für mich arbeiten könnte? Sie bräuchte das Geld für ihre Kinder. Gerne hätte ich ihr etwas gegeben, aber ich hatte nur einen Euro dabei für die Kerze. So habe ich ihr vorgeschlagen mit zu meiner Frau zu kommen, denn in deren Tasche sei der Geldbeutel.
Dankbar ging sie mit mir. Ich gab ihr Geld und wir versprachen füreinander zu beten. Das hat mich sehr beeindruckt. Was gibt es Schöneres, als dass einer meiner im Gebet gedenkt?
Ich weiß letztlich nicht, was der Frau geholfen hat, das Geld, die Zeit, in der wir miteinander reden konnten oder das Gefühl im Glauben miteinander verbunden zu sein.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Was für ein Tag

"Was für ein Tag"

 

Ein freier Tag, zusammen mit Maria und Tim mache ich mich auf den Weg, um die Großeltern von Maria zu besuchen ein schöner, lustiger Tag mit guten Begegnungen. Am Abend ergibt sich in einem Gespräch, dass Marias Opa bei einer Berufsbildenden Schule gearbeitet hat. Vage meine ich mich zu erinnern, dass mir einmal ein Direktor aus Idar-Oberstein eine Bescheinigung erstellt hat, um in Mainz mein Studium an der Fachakademie beginnen zu können. Ich schaue in meinen Unterlagen und siehe da, dieser Mann, den ich heute habe kennenlernen dürfen ist derjenige, der mir damals vor 20 Jahren meinen Schulabschluss anerkannt hat, damit ich meinen Weg als Gemeindereferent beginnen konnte. Wie schön, dass ich etwas von meinem Wissen und Können, viele Jahre später als Mentor an seine Enkeltochter Maria weitergeben durfte. Wunderbar – ich halte inne und danke Gott für dieses Geschenk, dass er mir Einblick in diese Situation gewährt hat.

Noch nicht genug der Zufälle. Am Abend zuhause angekommen, öffne ich einen Brief meiner Studienkollegin, die mir einen Artikel zuschickt, anlässlich des 60. Geburtstages der damaligen Direktorin in Mainz an der Fachakademie. „Man lebt nicht nur für sich selbst“ - gespannt lese ich den Artikel und bin fasziniert, dass dieser Tag zu einem besonderen wird.

„Gott, ich danke Dir für die Spuren in meinem Leben, die mich immer mal wieder Dir näherbringen. Auch wenn viele Menschen oftmals das Gefühl haben, von Gott immer weniger zu spüren. Es gibt Tage, die sind einfach wunderbar, großartig. Wie gut tut es doch, etwas von der Nähe Gottes spüren. „Zufall“ sagen die einen - aber wer lässt etwas zufallen? „Schicksal“ sagen die anderen – aber wer schickt?“

Lehre uns, die Spuren deiner Gegenwart zu erkennen. Danke, dass Du immer wieder Deine Hände im Spiel hast und unsere Lebensfäden zusammenlaufen.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Hände, die schenken…

"Hände, die schenken…"

 

Erstkommuniontag. Die Kinder in ihrer festlichen Kleidung treffen sich vor dem Bürgerhaus. Der Musikverein stellt sich bereits auf, die Gäste von nah und fern strömen herbei. Ein älterer Mann kommt zielstrebig auf mich zu. „Ich muss Ihnen ein Kompliment machen – Sie haben die Kinder so gut auf die Erstkommunion vorbereitet, das hat mir imponiert.“

Etwas verlegen - solche Aussagen hören wir nicht täglich - antworte ich ihm: „Sie haben aber auch ein tolles Enkelkind, da macht die Arbeit richtig Freude“. Er wiederum: „Nein, nein, jetzt lenken Sie mal nicht ab – im Moment geht es um Sie!“

Ich bedanke mich und kann mit einem guten Wort im Herzen die Erstkommunion feiern. Wenn man mit einer solchen Aussage, eine Aufgabe anpackt, dann kann sie nur gelingen; das beflügelt, das tut der Seele gut und hinterlässt Spuren.

Warum erzähle ich Ihnen das? Nicht, weil ich so stolz auf mich bin, dass ich Ihnen davon berichten muss. Nein, es geht mir eher um eine solche positive Grundstimmung, die wir Menschen gut und gerne – meistens kostenlos - vermitteln können. Es gibt viele Anlässe dem anderen ein gutes Wort mitzugeben; dafür braucht es nicht den Muttertag! Einfach mal der Reinigungsfrau, die seit 25 Jahren das Pfarrhaus säubert, ein gutes Wort sagen.

Dem Synodenbüro in Trier für eine tolle Vorbereitung der 2. Vollversammlung... Den Ministranten, die immer zur Stelle sind, wenn sie gebraucht werden…. Das alles kostet nichts und bewirkt doch so viel. Versuchen Sie es mal!

Übrigens nach der Feier kam der nette Mann nochmals auf mich zu und klopfte mir nur wortlos auf die Schulter. Wir verstanden uns. So wurde das Thema“ Hände, die schenken erzählen von Gott“ zumindest bei mir in die Tat umgesetzt. „Gott hat keine Hände, nur unsere Hände. Wir sind Gottes aktuelle Botschaft, in Wort und Tat.“

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Gefällt mir!

"Gefällt mir!"

 

"Dank dir werden wir 10 Jahre alt. Du bekommst ein sehenswertes Video, das deine ganz persönlichen Aktivitäten der letzten 10 Jahre in dem Sozialen Netzwerk zeigt.“ Etwas skeptisch, die sozialen Netzwerke sind ja nicht immer unumstritten, öffnete ich die Seite und es lief ein Film ab mit Fotos, die ich öffentlich gepostet hatte: Urlaubserinnerungen, Papst Franziskus bei seiner Einführung in Rom, das unvergessliches Messdienerwochenende und die Eröffnungsveranstaltung der Synode wurden vor meinen Augen lebendig. Eine schöne persönliche Überraschung. Fazit: Gefällt mir! (Like)     

Facebook bietet eine „Plattform“, die den Vorteil hat,  mit anderen in Kontakt zu bleiben. Die jüngere Generation weiß dies zu schätzen. Es ist wichtig, dass Menschen kommunizieren; zu wissen, wen was bewegt: Freude, Glück, Gemeinschaft, Trauer und Leid. Dies ist zwar nicht eine Form, wie es die ältere Generation kennt, aber jede Zeit findet ihre eigene Kommunikation. Im Gewirr der Öffentlichkeit und unserer schnelllebigen Zeit gilt es da besonders aufmerksam zu sein. Und doch ist es wichtig seine Meinung in der Welt zu kommunizieren, auch zu sagen, was mir wichtig und wer mir wertvoll ist. Nur in einem guten Miteinander kann Sensibilität, Kommunikationsfähigkeit und Toleranz gelernt werden. Und wenn dann eine wertschätzende Grundmelodie mitschwingt, ist auch ein soziales Netzwerk eine Basis für eine gegenseitige Akzeptanz. Es braucht auch heute immer wieder Mut, Wertschätzung auszudrücken. Das tut allen Menschen gut; es beglückt, macht froh, stellt mir unsichtbar Menschen zur Seite, die meinen Weg mit mir gehen.  Das gefällt mir – Daumen hoch! Ob sich in solch einer Zuneigung etwas von Gott zeigt – ein Gedanke, über den es sich lohnt nachzudenken. Die Firmlinge aus der Pfarrei Bescheid sind sich einig: Jesus würde heute seine Botschaft auf Facebook posten und hätte unzählige Likes.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Lebe so, dass man dich fragt

Lebe so, dass man dich fragt

 

„Wir haben heute Morgen noch von dir gesprochen – wie schön, dich hier zu treffen“ soweit die frohmachenden Worte einer Begegnung. Und schon sah die Welt für mich hoffnungsvoller aus; ich spürte Glück und Freude. Der 3. Adventssonntag hat auch den Namen „Gaudete in Domino semper“/„freut euch im Herrn zu jeder Zeit“. Die Freude steht im Mittelpunkt. Welche Freude erfüllt Sie jetzt, in diesen Tagen? Ich freue mich auf den Beginn der Synode. Für gestern und heute hat unser Bischof Dr. Stephan Ackermann die konstituierende Vollversammlung der Diözesansynode einberufen. Ungefähr 260 Synodalen – 150 Laien, 110 Priester und Diakone – kommen erstmals zusammen, um der Synode Gesicht und Gestalt zu geben. Für Bischof Stephan, Seelsorger/Innen und viele, die in den Gemeinden tätig sind, bietet die Synode eine große Chance für eine Neuorientierung der Kirche von Trier. Was sind die Zeichen der Zeit und was unsere Glaubensquellen? Diese Fragen des Glaubens, sie richten sich an unser Herz, weil es um Einstellungen und Überzeugungen geht. Viele suchen Antworten, hinter denen Menschen mit ihrer ganzen Person stehen. Von daher freue ich mich, dass unsere Synode eine Versammlung des „offenen Wortes“ sein soll. Ich hoffe, dass alle vorgelegten Themen frei erörtert werden können. Ich lese derzeit von unserem Papst Franziskus ähnliche freudige Botschaften. Er hat mit seinem ersten Lehrschreiben „Evangelii Gaudium“ viele Menschen erreicht: „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Mit Jesus Christus kommt immer wieder die Freude“. Er lädt alle Christen zu einer neuen Etappe der Evangelisierung ein. Die Synode im Bistum Trier könnte auf dem Weg dahin eine wichtige Station sein. Wenn wir diese Freude in die Welt tragen, werden wir sicherlich auch wieder mehr gefragt sein.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Was für ein Morgen

Was für ein Morgen

 

Es ist noch früh am Tag. Wer fit sein will, der muss sich bewegen, so habe ich es in den letzten Monaten immer wieder gespürt. Ich schwinge mich auf mein Fahrrad. Ich ziehe den Fahrradhelm auf, auch wenn das Tragen von Fahrradhelmen immer noch „umstritten“ ist, für mich ist er ein wichtiger Schutz vor allem gegen Kopfverletzungen.

Die Nachbarn sind im Garten am Arbeiten, ich grüße und fahre vorbei. Einige Hundebesitzer sind schon unterwegs. Mein zaghaftes Klingeln hören sie nicht; manche springen erschreckt zur Seite, als sie mich plötzlich erblicken. Das nächste Mal werde ich meine Stimme erheben und von weitem „Guten Morgen“ rufen, damit sie mich hören. Manche Hauseigentümer haben ein Schild aufgestellt: „Unser Garten ist kein Hundeklo“ – nun das kann ich auch verstehen. Auf meiner Weiterfahrt entdecke ich die Polizei, die bereits auf Kontroll- und Streifenfahrt ist, ob Autofahrer gegen die Einbahnstraße auf den Feldweg abbiegen. Gut, dass ich nur Radfahrer bin. Auf der Straße angekommen, fühle ich mich da weniger sicher. Manche Autofahrer brausen so dicht, und schnell noch dazu, an mir vorbei, dass es mir ganz anders wird. Der Abstand sollte zwar wenigstens 1,50 Meter betragen, aber das nehmen einige nicht so genau. Aber umgekehrt geht es mir ehrlich gesagt auch oft so. Erst wenn ich in der Situation des anderen bin, spüre ich solches „Unrecht.“ Mir wird an diesem Morgen deutlich, wie wichtig es ist, dass Ordnungen und Gesetze unser Zusammenleben regeln. Dafür setzen sich unsere Politiker ein und bemühen sich, dass unser Land ein gerechter Sozialstaat ist. Morgen werde ich zur Bundestagswahl meine Stimme abgeben. Aber noch wichtiger ist es, überhaupt meine Stimme zu erheben für Recht und Gerechtigkeit; nicht nur in der Wahlkabine geheim, sondern öffentlich und laut. Und auch auf Ihre Stimme kommt es an!  


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Alles selbstverständlich?

Alles selbstverständlich?

 

Einen schönen guten Morgen.
Es ist Samstag, die Sonne scheint, das Frühstück ist bereitet, der Kaffee läuft noch aber die Zeitung liegt schon auf dem Tisch. Wenn dies bei Ihnen der Fall ist, dann kann es ja ein gutes Wochenende werden. Menschen sind glücklich und erfreuen sich ihres Lebens, wenn es in ihrem Leben rund läuft. Aber es gibt eben auch diese anderen

Erfahrungen, dass sozusagen nicht alles glatt geht. Die negativen Schlagzeilen um den Mainzer Hauptbahnhof ziehen Kreise. Tausende Rhein-Main Pendler sind von dem BahnChaos betroffen; zum Glück hat diese bundesweit angespannte Situation bisher noch keine Auswirkungen auf Trier. Aber auch so manche Baustellen vor Ort in Morscheid, Olewig und Osburg dauern noch an und erfordern Geduld. Und auch bei jedem persönlich gibt es Ereignisse, die uns ins Wanken bringen. Mir wird bewusst, dass vieles leider nur wahrgenommen wird, wenn es nicht läuft.

Es ist selbstverständlich, dass wir uns in das Auto, den Bus, das Flugzeug setzen und gut ankommen – aber wehe es gibt einen Streik oder Konflikte, die Stress verursachen, dann stehen wir Kopf.

Wir nehmen unsere Gesundheit als selbstverständlich hin und klagen, wenn sich eine Krankheit bemerkbar macht. Aber seien wir ehrlich:
Wie oft wendet sich alles noch mal zum Guten oder es gibt Hoffnung auch in bedrückenden Situationen.

Das positive Denken und die Wertschätzung anderen und mir selbst gegenüber sind da wichtige „Bausteine“. Ich freue mich immer, wenn es Menschen gibt, die mir Mut machen. Das sind Boten, die mir der liebe Gott schickt, damit ich wieder lache und nicht im Chaos oder Stress versinke.

Also nicht verzagen, wenn es mal nicht rund läuft oder das Selbstverständliche nicht eintritt. 


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

> Uns schickt der Himmel

Uns schickt der Himmel

 

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist“, so lautet der Kehrvers eines Liedes der Gruppe, Die Ärzte. Ist dies ein Aufruf, sich gemütlich zurückzulehnen und die Hände in den Schoß zu legen?

Nein, genau das Gegenteil findet derzeit deutschlandweit in der 72-Stunden-Aktion statt. Zum 3. Mal nimmt unser Bistum an dieser Aktion teil. Etwa 3500 Kinder und Jugendliche haben sich von dieser Idee begeistern und anstecken lassen, in der größten Sozialaktion Deutschlands wird sich unsere kleine Welt im Bistum und darüber hinaus verändern. Unter dem Motto: “Uns schickt der Himmel“ werden sich die Gruppen dafür einsetzen, dass es bei uns menschenfreundlicher und gerechter zugeht.  

Und wie sieht es mit Ihnen aus? Werden Sie sich informieren und vor Ort wahrnehmen, welche Projekte die Jugendlichen verwirklichen? Werden Sie die Aktion unterstützen durch Ihre Wertschätzung und Anerkennung oder gar durch finanzielle Unterstützung?

Stellen Sie sich vor ein jeder von uns würde einem anderen Menschen helfen und dies würde sich von Mensch zu Mensch weiter fortsetzen, wäre uns dann nicht allen geholfen?

Gerade jetzt in einer aktuellen schwierigen Situation gilt es doch auch besonders den Menschen zu helfen, die in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten leben.

In dem Lied der Ärzte heißt es im Kontext: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt!“

Wir wollen Gott für alle mit dem Gebet der 72-Stunden-Aktion um seinen Beistand bitten:

„Gott, ich bin da, bereit, mich für andere einzusetzen. Du kannst mit mir rechnen! Mein Handeln ist mein Gebet. Sei Du dabei, lass Gutes entstehen. Amen. 


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Hohe Erwartungen

Hohe Erwartungen

 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die an sich oder andere hohe Erwartungen haben?
Meinen Erwartungen, dass die Kommunionkinder in der Karwoche die Gottesdienste besuchen, sind nicht ganz erfüllt worden. Eine Mutter schrieb mir daraufhin folgende Mail: „Ich kann Dich sehr gut verstehen, aber Du darfst nicht vergessen, dass viele durch Ferien oder „Kläppern“ unterwegs waren. In Gedanken ist Gott stets bei uns; das ist ein schöner Gedanke für mich. Wir gehen gerne zum Gottesdienst; aber ich bin mir sicher, dass ER Verständnis hat, wenn wir mal nicht da waren.“ Ja füreinander Verständnis haben, sich die Mühe machen, den anderen zu verstehen, ausreden zu lassen, zuzuhören, vom eigenen Standpunkt abzuweichen; das sind für mich wichtige christliche Merkmale. Das gilt nicht nur in der Familie, in der Pfarrei, sondern derzeit in der weltkirchlichen Szene.
In den Erwartungen, die an Papst Franziskus gestellt werden, sind auch offene und verdeckte Hoffnungen auf Reformen z.B. in Bezug auf die Ökumene enthalten. „Man bleibt nicht gläubig, wenn man wie die Traditionalisten oder die Fundamentalisten am Buchstaben klebt“, gab einmal Kardinal Jorge Mario Bergoglio zu Protokoll. Der Prüfstein für unser Denken, Reden und vor allem unser Tun, sollte die Liebe sein. Wenn wir Jesu Botschaft nahekommen wollen, dann müssen wir uns immer die Frage stellen, ob wir etwas aus der Liebe heraus tun. Die Hinwendung zu den Armen hat Papst Franziskus bereits als eine wichtige Option durch seine Namensgebung gewählt.

Und dass er im Jugendgefängnis in Rom an Gründonnerstag zwei Frauen die Füße wusch, ist meines Erachtens eine ebenso aussagekräftige Geste der Liebe. Gehen wir vorsichtig mit unseren Erwartungen um, sie sind nicht der Maßstab aller Dinge. Auch kleine Schritte aus Liebe führen zum Ziel.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

 

> ER glaubt an Dich!

ER glaubt an Dich!


Haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, was Sie tun würden, wenn Sie nur noch ein paar Tage zu leben hätten?
Jugendliche aus Hermeskeil bieten diese Antworten: Zeit mit Verwandten und Freunden verbringen, etwas Verrücktes anstellen, Konflikte bewältigen und um Vergebung bitten. Diese Aussagen sind auch in dem Kinofilm enthalten „Jesus liebt mich!“
Marie irrt dort in einer Lebenskrise verwirrt umehr, als sie Jeshua (Jesus) begegnet. Dieser Fremde ist im Auftrag Gottes gekommen, die Erde auf das bevorstehende Ende vorzubereiten. Und so klopft er beim Ortspfarrer Gabriel an. Dieser total aufgeregt, muss noch schnell die Wohnung in Ordnung bringen. Stellen Sie sich vor, Jesus würde an Ihrer Tür klopfen, was müssten Sie noch schnell beseitigen damit er von Ihnen einen guten Eindruck hat? Aber dieser Jesus hat einen liebevollen Blick nicht auf die Wohnung, sondern auf die Menschen, die er kennen lernen will. So ist er offen für einen Obdachlosen. Im Restaurant beim Abendessen holt er ihn herein, bietet ihm seinen Platz an und wäscht ihm die Füße. Den Anwesenden ruft er zu: „Warum teilen wir nicht mit ihm, wir haben doch genug zu essen?“ Einigen bleibt das Essen im Halse stecken. Jesus findet deutliche Worte: „Der Tag wird kommen, da werdet ihr nicht nach euren Gütern gerichtet, sondern nach dem, was in eurem Herzen zu finden ist. Da wo ich herkomme, glaubt man an Vergebung!“
Diese frohe Botschaft des Verzeihens steht im Zentrum des Films, genauso wie im Mittelpunkt unseres Lebens. Dieser Jesus will auch uns kennen lernen. Er fordert uns heraus einander um Vergebung zu bitten genauso wie Schuld zu verzeihen; denn Gott glaubt an uns. Eine tolle Vorstellung, dass Gott an Sie und an mich glaubt. Er traut uns etwas zu. Bleiben wir offen für sein Wirken in uns – vielleicht wird Unmögliches wahr.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Von einer die auszog…

Von einer die auszog…

Ich sitze im Auto und fahre zum Gottesdienst. „Regnerisch und stürmisch“ so lautet die Wetterprognose; es folgt auf SWR 1 „Leute heute“. Susanne Seethaler erzählt aus ihrem Buch „Von einer, die auszog, ein besserer Mensch zu werden“.
Interessiert höre zu. Klingt irgendwie gut, ein besserer Mensch zu werden! Wer möchte das nicht? Der Gottesdienst gibt mir weitere Anregungen zum ]Nachdenken. Was möchte ich mit der vor mir liegenden Zeit anfangen? Wofür 2013 Zeit nehmen? Reden und Zuhören sind wichtige Impulse, die beide unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Im Auto zurück – die Radiosendung läuft noch, kann ich gut anknüpfen. Es geht um die Idee vier Wochen in einem Kloster zu schweigen. Wenn die Lippen geschlossen sind, beginnt das Herz zu sprechen.
Schweigen kann aber auch aufmerksames aktives Zuhören bedeuten! Ich kenne viele, die reden wollen, aber finden diese Menschen jemanden, der ihnen zuhört? Findet der Mund das Ohr oder das Herz des anderen? Ich denke an Gott. Er hat Zeit; er hört zu, wenn ich mit ihm spreche. Meist ist er nur ein Gebet weit von mir entfernt, also im Grunde genommen ganz nah. Überall kann ich mit ihm reden. Er schaut nicht auf die Uhr und sagt: der nächste bitte! 

Mir wird bewusst, wenn ich ein besserer Mensch werden will, dann gehört das Zuhören, Zeit haben, das Herz für mich und den anderen zu öffnen genauso wie das Beten dazu; also quasi ein Lebensprojekt. Dieses Ziel ist nur umsetzbar, wenn ich mich nicht ständig überfordere, also kleine Schritte zum großen Ziel.
Plötzlich kommt mir ein Gedicht von Eduard Mörike ins Gedächtnis:
„In ihm sei’s begonnen, der Monde und Sonnen an blauen Gezelten des Himmels bewegt. Du, Vater, du rate! Lenke du und wende! Herr, dir in die Hände sei Anfang und Ende, sei alles gelegt“ -auch mein guter Vorsatz!

Rüdiger Glaub-Engelskirchen
Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Sternstunde

Sternstunde

Waren Sie in diesem Jahr schon auf dem Weihnachtsmarkt? Ich bin immer wieder erstaunt über prachtvolle Dekorationen – eine üppige Vielfalt an Advents- und Weihnachtsschmuck. Etwas darf in diesem Sortiment aber auf keinen Fall fehlen: der Stern! Der Stern ist das Symbol des Himmels, mit dem sich Menschen am meisten selbst identifizieren können. Sterndeuter gab und gibt es zu allen Zeiten. Die Sterndeuter, die nach dem neugeborenen König der Juden suchten, ließen sich von dem Stern über Bethlehem führen. Mit Jesus Christus ist für uns Christen ein Stern am Himmel aufgegangen, der unser Leben und unsere Zeitrechnung grundlegend verändert. Für mich sind Sterne in der Weihnachtsdekoration Anlass innezuhalten. Haben Sie im Advent oder im zu Ende gehenden Jahr 2012 Sternstunden erlebt? Eine Sternstunde - ein ungewöhnliches, besonderes Ereignis im positiven Sinn. Freunde von mir beschreiben ihre Sternstunden wie folgt:

 

„Als meine beste Freundin ihr erstes Kind bekommen hat und mich gebeten hat Patin zu  werden oder als mein Sohn nach einem Streit zu mir kam und sagte: ”Mami ich hab Dich  so lieb, es tut mir leid!”. Für andere ist es die frohe Botschaft nach einer OP: “Sie sind  gesund, es ist keine Nachbehandlung nötig”.

 

Wiederum andere beschreiben einen tollen Sonnenuntergang oder die bestandene Diplomprüfung als ihre Sternstunde. Ein guter Start ins Berufsleben sowie Arbeitskollegen, mit denen man herzhaft lachen, aber auch ernsthaft reden kann.

Ein tolles Erlebnis für mich war ein Taizé-Gottesdienst, es war so wie ich es mir vorstellte und die Resonanz der Gemeinde war toll, ich sah, dass es sich immer noch lohnt, sich mit Ideen, Arbeit und Zeit einzubringen.

 

Meine Sternstunden das ganze Jahr über sind tagtägliche Sachen: ich freue mich, wenn meinen Kindern gelingt, was sie sich vorgenommen haben, wenn ich einen schönen Abend mit meinen Freunden verbringe.

 

Eine Sternstunde ist für mich, wenn es mir gar nicht gut geht, und anderen ist dies nicht egal. Dann bekomme ich einen Anruf oder eine SMS: Ist mit Dir alles in Ordnung? Dann weiß ich, ich bin geborgen und das ist ein sehr gutes Gefühl. Und an kleinen schönen Anlässen sich zu freuen und dankbar dafür zu sein, das sind – für mich Sternstunden.

 

Die schönste Sternstunde war dieses Jahr für mich die Begegnung mit meiner Tochter. Ich habe sie vor kurzem besucht. Sie ist 20 und studiert seit einem Jahr Sonderschulpädagogik. Ich war mit ihr in einem griechischen Lokal und dann hat sie erzählt von sich, von ihrem Freund, wie sie das Leben sieht und auf was es ihr ankommt. Da konnte ich spüren, dass sie auf einem guten Weg ist, dass ihr Werteverständnis ganz urchristlich ist und dass sie sich aufgrund ihrer Berufswahl für die Kinder, die benachteiligt sind einsetzen möchte. Dann war da so viel Dankbarkeit mir gegenüber und so viel Liebe. Ich war stolz und glücklich und habe gespürt, dass das was ich ihr auf den Weg mitgeben wollte gefruchtet ist. Es hat mir gefallen wie sie sich immer mehr zu einer mitfühlenden, selbstbewussten jungen Frau entwickelt. Das war eine richtige Sternstunde.

Eine Sternstunde war für mich ein gemütlicher Abend mit Kolleginnen und Kollegen an unserer Jahrestagung. Menschen zu begegnen, die wertschätzend sind, die Zufriedenheit ausstrahlen und vor allem Freude am Leben haben. Diese guten Gespräche, Menschen, die nicht sich, sondern die anderen meinen… Menschen wo es einfach gefunkt hat, wo man sich mag und mit denen man so herrlich lachen kann. Das hat mich gestärkt und froh gestimmt für meinen Weg als Seelsorgerin. Endlich wieder Menschen zu begegnen, die noch Spaß am Leben und die Vertrauen ins Leben haben. Sich auf Anhieb gut verstehen, manchmal auch ohne viele Worte; dafür bin ich dankbar.

 

Immer dann haben diese Menschen etwas von Gott gespürt. Ich wünsche Ihnen Sternstunden, die Sie darüber nachdenken lassen, wohin Gott uns in diesem Leben führen kann. Vielleicht zaubert Ihnen aber auch ein Gedanke aus längst vergangener Zeit ein Lächeln ins Gesicht - auch gut!

Rüdiger Glaub-Engelskirchen
Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Mit Einschränkungen leben

Mit Einschränkungen leben

Haben Sie in den vergangenen Wochen auch die Paralympischen Spiele, die olympischen Spiele für Sportler mit „Behinderungen“ gesehen?
Ich habe mir beim Zuschauen so manches Mal die Frage gestellt: „Wie schaffen diese Menschen das nur?“ Ich ziehe den Hut vor all diesen Menschen, die trotz oder gerade wegen ihrer „Behinderung“ so in die Offensive gehen und ihr Leben gut und sinnvoll gestalten.
Mich faszinieren Lebensbiographien von Menschen, bei denen im Leben nicht alles „glatt“ läuft; so wie auch bei dem 8-jährige Dominik. Er ist zwar nicht „behindert,“ aber er lebt mit seiner arbeitslosen alkoholabhängigen Mutter und zwei jüngeren Geschwistern in Berlin. Dominik hat bereits als Kind gezwungenermaßen große Verantwortung übernommen. Er kümmert sich - so gut es geht - um seine beiden kleineren Geschwister, u.a. begleitet er sie bei Arztbesuchen.
Andererseits kennt er aber auch seine eigenen kindlichen Bedürfnisse. Auch er will ein Leben führen, wie die Kinder aus seiner Klasse. Er träumt von einem Besuch im Zirkus, Kindergeburtstagen und vielem mehr.
Wenn wir uns mit dem Thema „Kinderarmut“ beschäftigen wollen, dann brauchen wir gar nicht weit weg zu gehen. In unserer unmittelbaren Umgebung gibt es Menschen (Kinder und ganze Familien), die Tag für Tag an die Grenzen ihres Daseins gebracht werden.
Der Film „Zirkus is nich„ von der Regisseurin Astrid Schult gipfelt am Ende in der bedeutsamen Frage, wie Dominik jeden Tag aufs Neue die Kraft zum Aufstehen aufbringt? Dominik antwortet zum Verblüffen aller: „Durch Gott, denn ER ist mein Freund“.
Auch wenn es den Anschein hat, dass in unserer Gesellschaft Religion, Gott und Glaube kaum noch eine wahrnehmbare Rolle spielen: Gott ist da und geht mit und er gibt so manch’ einem die Kraft Tag für Tag sein Leben zu meistern, ohne dass es immer explizit nach außen getragen wird.


Rüdiger Glaub-Engelskirchen
Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Pfingstlich miteinander reden

Pfingstlich miteinander reden

An Pfingsten nutzen viele Menschen die freien Tage und  verreisen. Auch in der Region Trier gibt es während dieser Zeit viele Urlauber. So saßen letztes Jahr Pfingsten bei unserem Familienessen der Pfarrei auch 2 Jugendliche; einer von ihnen schweigsam. Als der Pastor ihn nach seinem Namen fragte, antwortete er in französischer Sprache; er war ein Austauschschüler. Ich kann mir gut vorstellen, dass er sich  unsicher fühlte oder nachdenklich - spricht der andere meine Sprache? Verstehe ich ihn? So viel Unbekanntes.

Aber dass Menschen verschiedene Sprachen sprechen zeigt sich auch in unserem Alltag; selbst wenn wir nicht mit Menschen anderer Muttersprachen zusammen sind. Wie oft stellen wir fest, dass wir den Nächsten nicht verstehen. Trotz langen Gesprächen und gutem Willen können wir Missverständnisse, Verletzungen und Streitigkeiten manchmal nicht aus der Welt schaffen. Auch zwischen den Generationen, zwischen Jung und Alt, wird in verschiedenen Sprachen gesprochen. Warum tun wir uns so schwer damit, füreinander Verständnis aufzubringen? Ist Pfingsten, die Überwindung der Sprachbarrieren, die die Folge des Turmbaus zu Babel waren, denn heute nicht mehr wirksam? Ich glaube doch! Nehmen wir das Pfingstfest als eine Art „Sprachurlaub“, in dem wir unsere Muttersprache, auch die der Kirche neu lernen. Denn die Muttersprache der Menschen ist weder deutsch, latein oder gar englisch. Die Muttersprache aller Menschen ist die Liebe. Liebevolle Blicke, gemeinsames Tun und gegenseitige Achtung sind die Vokabeln, die uns der Geist lehrt. Wenn wir diese Vokabeln lernen, nicht nur in der Schule und während des Schüleraustausches, sondern bereits im Kindergarten, in unseren Arbeitsbereichen, im Krankenhaus und Altenheim dann wird das Pfingstwunder erneut geschehen, bei mir und Ihnen.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen
Gemeindereferent Hermeskeil

 

> Erlösung

Erlösung

Wir Menschen leben im Hier und Heute. Immer wieder gibt es Situationen, die wir als belastend wahrnehmen. So auch die 12-jährige Schülerin, die bereits am Morgen beim Frühstückstisch weint, weil in der Schule etwas vorgefallen ist, was ihr großen Kummer bereitet.

Ohnmächtig fühlt sie sich gegenüber dieser verzwickten Situation. Was war geschehen? Die Klassenlehrerin hatte an alle Mitschüler ein selbstgestaltetes Lesetagebuch zurückgegeben. In ihrem war ein fremdes Lesezeichen. Ohne böse Absicht hatte sie es zu Hause in den Papierkorb geworfen. Und nun sucht ein Klassenkamerad verzweifelt sein Lesezeichen.

Das Mädchen vertraut sich seiner Mutter an, die ihm gut zuspricht; sie macht MutDie Mutter bietet Hilfestellungen an; sich bei der Klassenlehrerin Hilfe zu holen und ihr das Missgeschick zu erklären. Oder aber sogar mit dem Mitschüler selbst zu reden, vielleicht hat er ja Verständnis.

Und siehe da – das Wunder geschieht. Alles gar nicht so schlimm, wenn erst darüber gesprochen wird und das Passierte verarbeitet werden kann.

Der Vater, der gar nichts von der Ursprungssituation mitbekommen hat, wundert sich, warum das Kind am Nachmittag singend und bestens gelaunt aus der Schule kommt. Im Haus entsteht nach dem Kummer des Vormittags eine neue Lebendigkeit.

Schön wäre es, wenn das Kind und vielleicht auch Sie, erahnen können, dass es sich meistens lohnt den Dingen auf den Grund zu gehen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Dadurch wird ein großes Hoffnungszeichen sicht- und spürbar.

Die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 lädt ein, persönlich und gemeinsam mit Jesus Christus, dem Erlöser aller Menschen, Erlösungswege zu beschreiten. Nun sind wir mitten drin in der großen Heilig-Rock-Wallfahrt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem Alltag in Ihrem konkreten Leben immer wieder Erlösungswege erleben.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen
Gemeindereferent, Hermeskeil