Aktuelle Nachrichten

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PGR St. Franziskus

Der PGR trifft sich zu seiner nächsten Sitzung nach den Sommerferien am Mittwoch, dem 16.08.2017, um 19.00 Uhr. 

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Messdiener fahren ins Phantasialand

Und mitten im Sommer freuen sich bereits 100 Messdienerinnen und Messdiener, ihre erwachsenen Begleiterinnen und –begleiter auf einen Tag im Phantasialand.  

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Frauengemeinschaft Geisfeld lädt ein

Am Donnerstag, dem, 03.08.2017, laden wir alle Frauen zu einem gemütlichen Frühstück ein.

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Pfarrbriefredaktion

Der Redaktionsschluss für den nächsten Pfarrbrief ist am Freitag, dem 28.07.2017.

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Himmlischer Morgen in Neuhütten

Es ist kurz vor 9.00 Uhr. In Neuhütten im Bürgerhaus haben sich über 40 Frauen und Männer versammelt. 

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Menschen aus unserer Gemeinde ganz nah:

> Judith Bach und Belinda Jochem, Geisfeld

 

Wir dürfen uns in diesem Pfarrbrief vorstellen. Viele aus der Pfarrei St. Franziskus kennen uns bereits, dennoch ist es eine besondere Herausforderung die Zeilen für „Menschen ganz nah“ zusammenzustellen.

 

Ich bin Judith Bach (links im Bild). Gerade durch den Weggang der Franziskaner hier aus Hermeskeil wurde mir wieder besonders deutlich, wie dankbar ich für meine Jugendzeit im Klösterchen bin. Es war ein wichtiger Ort, der mich für meinen weiteren Lebensweg geprägt hat. Dort konnte ich durch die Gemeinschaft, durch Aktionen und Gespräche, die ich dort erfahren habe, meinen Glauben vertiefen. Ich finde es wichtig, dass Glaube erfahrbar wird. Es ist nicht nur der Gang in die Kirche, sondern dass wirklich innerlich was passiert, dass ich in Beziehung zu Jesus trete und es mir ein Anliegen wird diese Beziehung zu pflegen. Sei es durch den Messbesuch, durch Gebet oder auch im Austausch mit anderen über eigene Glaubenserfahrungen oder auch -krisen. Leider kam dann eine Flaute, durch den Hausbau, Heirat und die Kinder standen andere Dinge im Vordergrund.

 

Ich bin Belinda Jochem (rechts im Bild). Einige kennen mich als Pfarrsekretärin in Hermeskeil und manche, von meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Pfarrei.Mein Weg zu einem erwachsenen Glauben begann mit der Gründung meiner Familie, insbesondere mit der Geburt meiner Kinder. Da erst wurde mir bewusst, wie sehr Gott doch mein Leben lenkt und darin präsent ist und wirkt. Von da an war mir klar, dass ein lebendiger Glaube keine Einbahnstraße sein darf die nur von Gott ausgeht. Ein “Aha-Erlebnis” war das Kennenlernen von Exerzitien im Alltag. Dort lernte ich, Gott im Alltäglichen zu finden und IHN fest zu integrieren, im Gebet, in meinen Handlungen und natürlich durch den regelmäßigen Messbesuch.

 

Durch die gemeinsame Vorbereitung zur Erstkommunion unserer ältesten Kinder entdeckten wir, dass wir ähnliche Interessen, Fragen und auch Zweifel haben. Belinda war bereits einige Jahre im PGR tätig. Durch das Ausscheiden eines PGR-Mitglieds war Judith schnell klar, dass sie darin eine Aufgabe sieht sich in der Kirche im Ort einzubringen. Eine PGR-Sitzung fand noch mit Pastor Flach in der Pfarreiengemeinschaft Beuren statt, danach waren wir in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil aktiv. Wir lernten bereits im Vorfeld der großen Pfarreiengemeinschaft unseren „neuen“ Gemeindereferenten in St. Thomas am Besinnungswochenende kennen. Solche vielfältigeren Angebote waren nun in der größeren Pfarreiengemeinschaft möglich und wir sahen darin eine Bereicherung. Sehr schnell merkten wir, dass unser beider Anliegen als Mitglieder des Pfarrgemeinderates, es nicht war, Pfarrfeste zu planen und durchzuführen, sondern wir vermissten eher Angebote wie z. B. Exerzitien im Alltag, die Gemeindereferentin Vera Schulz in der Pfarreiengemeinschaft Beuren angeboten hatte. Dies nahmen wir zum Anlass selbst an der Fortbildung „Exerzitien im Alltag“ in St. Thomas teilzunehmen. Diese Fortbildung fand über einen längeren Zeitraum statt und war zugleich ein geistlicher Weg für alle Teilnehmer, der mit einer Woche Schweigeexerzitien in St. Thomas endete. Der je persönliche Weg, aber auch Inhalte der Fortbildung und der Austausch in der Gruppe haben bewirkt, dass wir uns immer mehr die Frage stellten: Wie können wir mit unseren Möglichkeiten dazu beitragen, dass wir unseren Glauben leben und mit anderen Menschen teilen können? Wie können wir dazu beitragen, dass der Glaube in unserem Leben mehr Raum einnimmt - erfahrbar wird? Wir haben bereits mehrmals Exerzitien im Alltag in Hermeskeil und Geisfeld angeboten. Im letzten Jahr nahmen wir gemeinsam an der Fortbildung „geistliche Weggemeinschaften initiieren und begleiten“ vom Bistum teil. Diese Fortbildung war wieder mal eine sehr intensive Zeit, die auch in Judiths persönlichen Leben einiges in Frage stellte und uns beide in dem Entschluss bestärkte, uns nicht mehr für den PGR zur Verfügung zu stellen, sondern die gewonnene „ehrenamtliche Zeit“ zu nutzen um verschiedene geistliche Angebote machen zu können. So bieten wir hier in Geisfeld den geistlichen Abend „Nimm dir Zeit, gönn dir Gott“ an. Für Gründonnerstag möchten wir mit Jugendlichen eine Ölbergnacht anbieten „Wachet und betet“. Hier möchten wir den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, dass sie mit Gleichaltrigen Erfahrungen machen können, wo für sie Glaube erfahrbar wird.

 

Des Weiteren ist wieder ein geistlicher Nachmittag für Frauen angedacht, an dem wir unserer Sehnsucht auf die Spur kommen möchten. Was bedeutet Kirche für uns? Was vermissen wir? Wie können wir uns Kirche vorstellen? In der Hoffnung, dass wir uns nochmals neu mit der Kirche auseinandersetzen und identifizieren können, wir unseren Platz in der Kirche finden….

 

Abschließend möchten wir beide sagen, dass es schön ist, so gemeinsam unterwegs zu sein, besonders da unser Glaube auf Gemeinschaft hin ausgelegt ist. Gemeinschaft mit Gott und Gemeinschaft mit den Mitmenschen – niemand muss alleine gehen…

 

Um einen weiteren Ort zu haben, an dem Gemeinschaft stattfinden kann, ist ein weiteres Projekt, das vom Gemeindeteam Geisfeld initiiert ist, das Erdgeschoss des Pfarrhauses baulich zu verändern, so dass die Räume einladen, sowohl zur Feier der Heiligen Messe, zu Gebetszeiten, für geistliche Angebote, aber auch zum Treffpunkt für Jung und Alt werden können, so z. B. zum gemeinsamen Kochen und Essen oder für Gruppenstunden oder…

 

> Birgit Perneder, Hermeskeil

Ich glaube den meisten Menschen geht es so: Rüdiger fragt, ob man einen Artikel schreiben möchte und natürlich sagt man spontan zu und sitzt dann lange am Schreibtisch. Was ist es, was andere Menschen an meiner Person, meiner Arbeit, meinem Engagement interessieren könnte? Wo fängt man an, wie weit soll man gehen?

 

Mein Name ist Birgit Perneder und ich bin in Mecklenburg geboren. Meinen Mann lernte ich in Berlin während des Studiums kennen, vor 14 Jahren zogen wir nach Hermeskeil, da ich an der damaligen Hauptschule als Lehrerin tätig werden durfte. Schnell fühlten wir uns hier heimisch, da es liebe Menschen gab, die uns willkommen hießen, Freundschaft anboten und uns das Eingewöhnen leicht machten. Einer der ersten Menschen war Pfarrerin Heike Diederich, mit der mich bis heute eine enge Freundschaft verbindet. Sie hat die wichtigsten Stationen meines Lebens begleitet, indem sie mich erst taufte, uns dann traute und unsere Kinder Yannick (13) und Elsa (5) taufte. Mein Leben hier in Hermeskeil ist von Beginn an ganz eng mit „meiner“ evangelischen Kirche verbunden.

 

Vor neun Jahren wurde ich gefragt, ob ich mir eine Mitarbeit im Presbyterium vorstellen könnte…. Dies tue ich bis heute. Zu wissen, dass man mit seiner ehrenamtlichen Arbeit Ideen voranbringt, Visionen verwirklichen kann, Menschen helfen zu können und hilft, Strukturen menschlich werden zu lassen, ist ein gutes Gefühl. In diesen Jahren habe ich, neben vielem anderem, die Planung und Umsetzung des neuen Bonhoefferhauses von der Pieke an miterlebt und geplant. Momentan fesselt die Aussicht auf das neue Projekt: die Renovierung unserer Kirche und Gestaltung des Kirchenumfeldes. Gerade im Reformationsjahr macht dies besonderen Spaß und fordert heraus. Gerade dieses Jahr, welches durch unzählige Aktivitäten geprägt ist, wird durch die Sanierung der Kirche im Gedächtnis haften bleiben. Sie wird uns an dieses besondere Jahr erinnern. Und ich persönlich freue mich sehr, dass  in diesem besonderen Jahr unser Sohn konfirmiert wird.

 

Neben der ehrenamtlichen Arbeit in Kirche und Kindergarten bin ich beruflich als Lehrerin und Konrektorin der Grundschule tätig. Hier habe ich ein engagiertes, vielschichtiges, eng zusammenarbeitendes Kollegium gefunden, mit dem sich viele neue Ideen umsetzen lassen, weil alle an einem Strang ziehen. Dies ist heute leider nicht selbstverständlich und ich bin meinem Kollegium sehr dankbar für die tolle Zusammenarbeit.

 

Birgit Perneder

> Claudia Müller, Rascheid

„Vergnügt, erlöst, befreit…“ so lautet das Motto zum Luther-Jubiläumsjahr 2017. Vor 500 Jahren schlug Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Aus dieser Reformbewegung heraus entstand die protestantische, die evangelische Kirche. Im Rahmen dieses Jubiläums sollen viele, auch ökumenische, Projekte ins Rollen kommen, wie zum Beispiel der gemeinsame Eröffnungsgottesdienst der Kirche im Nationalpark in Muhl. Viele kleine Dinge, die bewirken, dass sich Christen näher kommen, ins Gespräch miteinander kommen. Dazu sind  als weitere Elemente auf diesem Weg die Veranstaltungen unserer Kirchen zu Pfingsten zu nennen. Am Pfingstsonntag findet in der evangelischen Kirche ein gemeinschaftlicher Gottesdienst der Kirchenkreise Konz, Saarburg und Hermeskeil statt, zu dem alle recht herzlich eingeladen sind. Nach dem Gottesdienst gibt es eine Feier im neuen Gemeindehaus und zum Abschluss ein Orgelkonzert in Züsch.  Montags geht es dann mit dem Bus nach Koblenz zum Christusfest.

 

Aber, entschuldigen Sie bitte, ich schreibe und erzähle und habe mich selbst noch gar nicht vorgestellt. Ich heiße Claudia Müller ( Jahrgang 1969), wohne im wunderschönen Örtchen Rascheid, bin verheiratet, habe zwei Kinder, zwei Hunde und eine Katze – und bin evangelisch.

 

Als Grundschullehrerin arbeite ich seit vielen Jahren an der Schule in Züsch. Studiert habe ich in Koblenz und mein Referendariat habe ich in Trier und Thalfang absolviert. Meine erste eigene Klasse hatte ich dann 1995 in einer Grundschule in Wittlich. Es freut mich riesig, dass ich zu einigen Schülern, Eltern und Kollegen aus dieser Zeit noch immer Kontakt habe und miterleben darf, wie deren Leben verläuft. Dies ist auch etwas, das mir am Beruf der Lehrerin gut gefällt, die Begleitung von Kindern über mehrere Jahre, das Miterleben von Entwicklungen, von Persönlichkeiten. Und dabei spielt dann die Frage nach der Konfession meistens nur insoweit eine Rolle, ob und wie christliche Werte gelebt werden. Das gezielte Fragen nach der Religionszugehörigkeit kommt bei der Schuleinschreibung zum Tragen und später bei der Teilnahme am Kommunionsunterricht. Ansonsten ist  mir wichtig, dass die Kinder einen Bezug zum christlichen Jahreslauf erfahren, unsere wichtigen christlichen Feste und Traditionen kennen und Gott als einen Begleiter in ihrem Leben entdecken können.

 

Im Jahr 2015 kam unser Sohn zur Konfirmation und 2016 wurde unsere Tochter konfirmiert. Durch die Vorbereitungszeit auf die Konfirmationen ergaben sich viele Gespräche mit den Kindern, Freunden und  Eltern, Erwachsenen über kirchliche Werte und Inhalte. Unsere Kinder machen beide eine  Ausbildung zum Gruppenleiter (JULEICA) unter kirchlicher Schirmherrschaft und konnten in deren Rahmen schon viele positive Begebenheiten erleben. Ich selbst bin seit Anfang des Jahres als Presbyter (ähnlich dem Pfarrgemeinderat) in meiner Kirchengemeinde tätig und kann so aktiv an der Entwicklung und der Gemeinschaft teilnehmen. Schön finde ich den Austausch mit Christen verschiedener Konfessionen. Immer wieder erfährt man Interessantes und Neues. Seit vielen Jahren gestalte ich den Gottesdienst zu St. Martin in der St. Anna Kirche in Rascheid mit und es ist immer wieder ein schönes Gemeinschaftserlebnis mit Klein und Groß . Viel erfahren vom katholischen Leben habe ich durch eine Freundin und deren  Familie, die sehr aktiv in der Pfarrei St. Franziskus engagiert ist. Durch sie kam ich auch in den Genuss von Exerzitien im Advent, eine tiefgehende und sehr bereichernde Erfahrung. Wobei die Frage nach katholisch, evangelisch oder was sonst auch immer nie eine Rolle spielte, sondern immer die Werte, das wohlwollende Miteinander.

 

Um den Bezug zum Beginn des Artikels wieder aufzunehmen möchte ich Ihnen noch von einer Aktion im Rahmen des Reformationsjubiläums berichten und Sie zur Teilnahme auffordern. Unter der Website „www.reforamaction 2017“ findet sich der Eintrag „Welche These ist mir für 2017 wichtig?“ Hier darf jeder seine eigene These anschlagen. Vielleicht ist das ja für Sie von Interesse, viel Freude beim Durchstöbern der bereits eingegangenen Vorschläge und alles Gute.

 

Claudia Müller

> Ambulantes Hospiz Hermeskeil

Für diesen Bericht habe ich ein sehr interessantes Gespräch mit Frau Elisabeth Cadet geführt. Sie arbeitet selbst beim ambulanten Hospiz mit und ist 2. Vorsitzende des Hospizvereins Hermeskeil.

 

21 Personen, darunter drei Männer, arbeiten beim ambulanten Hospiz Hermeskeil mit. Sie begleiten Menschen im Krankenhaus oder Altenheim sowie natürlich auch zuhause. Die Besuche finden, je nachdem, einmal wöchentlich bis zu ein- bis zweimal täglich statt. Es ist in der Hauptsache ein „Dasein“, ein „Miteinander Reden“, ein „Begleiten“. Es geht also wirklich darum, mit den Menschen in dieser sicherlich besonderen Situation, ein Stück des Weges mitzugehen. Der Tod ist ein natürlicher Teil unseres Lebens, ja, er gehört zum Leben dazu und ist doch Ausdruck der radikalen Begrenztheit unseres menschlichen Daseins. Den Menschen den Umgang mit dem Sterben zu erleichtern, damit sie angstfreier werden, ist ein großes Anliegen der Mitarbeiter des ambulanten Hospizes. Die Begleiterinnen und Begleiter erfüllen einen sehr wichtigen und christlichen Dienst, der sicher oft nicht einfach ist. Die Begleitung eines Menschen kann zwischen wenigen Tagen und knapp zwei Jahren andauern und es entsteht nicht selten eine tiefe, persönliche Verbindung. Wenn auch manchmal wenig Kommunikation möglich ist, so ist es doch immens wichtig, dass Menschen nicht alleine gelassen werden in dieser Phase ihres Lebens. In jedem Fall dürfen sie erfahren und spüren, dass jemand in ihrer Nähe ist und mitgeht.

 

Auch für die Begleiterinnen und Begleiter selbst ist es eine wertvolle Erfahrung, die das Leben verändert. Man geht anders durchs Leben, findet einen anderen Zugang zum Leben und zum Tod und setzt andere Maßstäbe. Sie begleiten ganz oft nicht nur einen Menschen, sondern und vor allem auch seine Angehörigen; sie wollen auch Hilfe, wollen auch begleitet werden. Dabei ist es vielleicht auf den ersten Blick erstaunlich, dass die Begleiterinnen und Begleiter von sich sagen, keinen traurigen Dienst zu tun. Sie sind froh, diesen Dienst zu leisten. Das klingt für uns zunächst merkwürdig und erstaunlich. Doch es ist erfüllend, Menschen zu begleiten, die in dieser existentiellen Phase ihres Lebens stehen, mit ihnen zu reden und sie „an die Hand zu nehmen“.

 

Sie begleiten Menschen auf ihrem letzten Lebensweg und helfen mit, dass dem sterbenden Menschen und seinen Angehörigen ihre individuelle Würde erhalten bleibt. Sie schenken den Menschen Zuwendung und Geborgenheit. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“ (Cicely Saunders). Es steht nicht in unserer Macht, das Leben zu verlängern. Der Herr über Leben und Tod ist Gott, er schenkt uns das verheißene Leben in Fülle. Umso wichtiger ist es, dass unseren Tagen mehr Leben geschenkt wird, auch und vor allem durch Begleitung und Unterstützung in der letzten Lebensphase. (JK)

> Heiko Kohlhaas

In unmittelbarer Nähe zur Gusenburger Kirche wohnt Heiko Kohlhaas (41 Jahre) mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Er ist ein echter „Gusenburger“ und arbeitet in einem besonderen, sicher auch oft nicht einfachen Beruf. Er ist Rettungsassistent. Notfälle gehören für ihn zum Berufsalltag und machen ihn aus. „Für mich ist es wichtig mit Menschen zu arbeiten, Menschen zu helfen und nicht alleine im Büro zu sitzen.“ Dass er damit eine zutiefst christliche Motivation hat, nämlich den Notleidenden beizustehen und zu helfen, ist ihm bewusst. Heiko Kohlhaas fühlt sich wohl in seinem  Beruf; schon seit 19 Jahren übt er ihn aus und ist beschäftigt beim Roten Kreuz in Echternacherbrück. Zurzeit bildet er   sich fort zum Notfallsanitäter. Als Kind und Jugendlicher hatte er diesen Berufswunsch noch nicht, durch die Bundeswehr öffnete sich eine Tür zu diesem Feld. Wenn er seine Schicht – entweder abends oder morgens – für die nächsten zwölf Stunden antritt, weiß er natürlich noch nicht, was kommt. Immer gilt es jedoch, schnell und dennoch wohl überlegt zu handeln. „Sicher gibt es auch einfache und routinierte Einsätze“, sagt er, „doch die schwierigeren und krassen Fälle brauchen sehr viel Kraft und Energie und vor allem auch eine Nachbereitung im Gespräch mit den Kollegen danach“. Manche Fälle nimmt er mit nach Hause, vor allem, wenn es bei den Einsätzen um Kinder geht, die im Alter seiner beiden Jungs sind.

Bei allen Einsätzen braucht es auch viel Einfühlungsvermögen und vor allem auch immer Ruhe, die sich auf den Patienten
übertragen soll. So muss Heiko Kohlhaas versuchen, die Patienten zu beruhigen und Ruhe auszustrahlen, wenn er parallel dazu eine ganze Liste der Diagnostik und Untersuchungen abarbeitet, um relativ schnell den Grund der Erkrankung festzustellen. Das schafft er aber sehr gut, durch seine offene, kontaktfreudige Art. „Die Leute sind froh, wenn wir kommen, aber auch froh, wenn wir wieder gehen…..“ sagt Kohlhaas. Er hat einen wichtigen, notwendigen Beruf, aber besser ist es natürlich, wenn man sie nicht braucht. Zurecht stolz und froh sind er und seine Kollegen natürlich, wenn sie eine Extremsituation gut gemeistert haben.

Es kommt auch vor, dass jede Hilfe zu spät kommt; auch mit diesen Extremsituationen müssen die Lebensretter  zurechtkommen. Bei der direkten Nähe zur Kirche wird er auch dorthin schon mal gerufen, wenn es jemandem nicht gut geht. So ist Heiko Kohlhaas auch als „privater Sanitäter“ aktiv. Die beiden Kinder, im Alter von fünf Jahren und  einem Jahr halten die Eltern auf Trapp und füllen das Haus mit Leben. Da die Mutter und Ehefrau als Altenpflegerin tätig ist, treten die beiden vielleicht ja auch mal in einen medizinischen Beruf. In ihren Eltern haben sie jedenfalls sehr gute Vorbilder.


Vielen Dank für das Gespräch. (JK)

> Georg Steppuhn, Züsch

Hallo liebe Leserin, lieber Leser!

 

Mein Name ist Georg Steppuhn. Ich bin 65 Jahre und komme aus Züsch.

 

Ich stelle mich als neuen, ehrenamtlichen und freien Mitarbeiter der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil vor. Ich möchte im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mitarbeiten als zukünftiger Online-Reporter der Pfarrbezirke. Vorstellen kann ich mir, dass ich über Land fahre, bebilderte Reportagen über kirchliches Leben und Wirken erarbeite, Gemeindemitglieder aufsuche und Interviews vornehme. erste Themen könnten sein:

 

  • die Bestattungskultur Gestern / Heute / Morgen
  • Kirche im Nationalpark
  • Bericht einer Sakramentenspende

 

Aber ich möchte auch: Zuhören - Gedankenaustausch pflegen – Lösungen finden, wenn Fragen gestellt werden oder Lob bzw. Kritik ausgesprochen werden. Über das Alltägliche aber auch Spirituelle möchte ich berichten! So will ich mich in die Gemeinschaft der Pfarrbezirke einbringen. Aller Anfang ist schwer und es wird auch bei mir nicht gleich rund laufen. Sie dürfen mir gerne Ihre Gedanken und Anregungen oder auch Gesprächsthemen, die Ihnen wichtig sind, schriftlich zukommen lassen. Übrigens: Es ist auch heute nicht verboten, Gedanken ganz normal handschriftlich zu Papier zu bringen und mittels eines einfachen Briefes abzusenden. Es ist mir noch wichtig zu sagen: Nicht ich erstelle die Geschichten und Geschichtchen sondern Sie! Wir alle zusammen erarbeiten sie. Selbstverständlich werden Kontakte, Reportagen, Bebilderungen oder Anderes vertraulich werden behandelt. Kontakt können Sie aufnehmen unter meiner Anschrift Gartenstraße 3, 54422 Züsch oder mittels meiner Mail-Adresse: georg.steppuhn@t-online.de. Meine Kontaktdaten werden sowohl auf der Internetseite der Pfarrei www.franziskus-hermeskeil.de als auch im Pfarrbrief zu finden sein.

> Christel Roder

Christel Roder, geb. 1946, aus Hermeskeil ist eine feste Größe in der Bewirtung des Johanneshauses. Am 05. Juli 2016 blickt sie auf 30 Jahre Johanneshaus zurück. Nicht nur dieses Ereignis hat Rafael Klar veranlasst, sie in einem Gespräch zu interviewen.

 

Bereits früh hatte Christel Roder Kontakt zur Kirchengemeinde bekommen. Ihre Mutter war in der Frauengemeinschaft, während ihr Vater im Kirchenchor mitgesungen hat. Sie selbst war auch als Jugendliche im Kirchenchor St. Martinus aktiv mit dabei. Gern erinnert sie sich an die späteren Freitagabende im Johanneshaus, wenn nach der Chorprobe die Sänger und Sängerinnen des Kirchenchores fröhlich bei ihr in der Wirtsstube saßen und manchmal erst in den Morgenstunden nach Hause gingen. Die Mitglieder des Kirchenchores verwöhnte sie jahrelang jeweils im  November mit einem Festessen zur Cäcilienfeier. „Ich hab keine Angst“, sagt sie, wenn sie die Wirtschaft erst spät abschließen muss und allein nach Hause geht.

 

Seit 1986 hilft sie bei der Organisation und Durchführung der Pfarrfeste. Ihre jahrelange Mitarbeit als gewähltes Mitglied des Pfarrgemeinderates sorgte mit dafür, sich immer wieder von Neuem zu engagieren. 1998 auf der Stadtwoche war sie verantwortlich für den Bierstand, der vom PGR betreut wurde. „Nach der Sonntagsmesse im Zelt war unser Bierstand der einzige, der anschließend zum Frühschoppen geöffnet hatte!“ Gerne erinnert sie sich auch an ihr erstes großes Fest, als sie eine große Familienfeier von Franziska Kohley bekocht hat.

 

1990 kam dann die Durchführung der Beerdigungskaffees dazu, welches bis heute ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit ist. Durch ihre Mitgliedschaft im Roten Kreuz konnte sie dort in den Anfängen des Beerdigungskaffees den fehlenden Bestand an Geschirr immer wieder ausleihen. Große, geeignete Töpfe und Geschirr wurden dann nach und nach eingekauft.

 

Wer Christel Roder kennt, weiß, dass sie die Fastnacht liebt. 1997 tritt sie in der Fastnacht als „Herzblatt“ erstmals auf die Bühne. „Mach dat doch,“ sagte damals ihr Mann zu ihren Zweifeln beim ersten Bühnenauftritt. Recht hatte er, denn bis heute ist Christel meist zusammen mit Dr. Tibor Dersidan einer der karnevalistischen Höhepunkte.

 

Der Sonntagsfrühschoppen ist für sie und die regelmäßigen Gäste unverzichtbar. Gewöhnlich läutet sie um Viertel vor eins die letzte Runde ein. Dann kommt sie um Viertel vor zwei nach Hause. Der verlängerte Frühschoppen kann sich spontan schon mal bis fünf Uhr ausdehnen, wenn es am Stammtisch spannende Themen gibt.

 

Seit die Küche im MGH neu gestaltet wurde, kocht sie dienstags ein Mittagessen, das vor allem von Senioren dankbar angenommen wird. Kochen ist ihre Leidenschaft. So war sie auch seit 2008 bei der jährlichen Kinderfreizeit der Pfarreiengemeinschaf immer wieder bereit, zusammen mit Helga Weiler zu kochen. Den Kindern hat es in der Regel vorzüglich geschmeckt. „Ich han dat nit gelernt,“ sagt sie zu ihren Kochkünsten, „aber du hast nachher den Dreh raus, wie man für 50 oder 100 Leut‘ kocht!“


Zu den verschiedenen Ritualen in 30 Jahren des Johanneshauses sagt sie: „Alles hat seine Zeit. Wenn et nit schön wär, ging ich nit,“ sagt sie als Frühschoppenwirtin im Johanneshaus. So hoffen und wünschen wir der emsigen Christel noch viele schöne Jahre bei Gesundheit, Frohsinn und Humor. (RK)

> Johannes Clemens, Gusenburg

Mein Name ist Johannes Clemens, ich bin 20 Jahre alt und komme aus Gusenburg. Im März machte ich mein Abitur am Gymnasium Hermeskeil. Zurzeit absolviere ich ein Praktikum im Mehrgenerationenhaus in Hermeskeil. Seit vielen Jahre arbeite ich in der Pfarrei mit. Angefangen hat alles nach der Kommunion, als ich mich dazu entschied Messdiener zu werden.


2009 fragte Rüdiger Glaub-Engelskirchen fünf andere Jugendliche und mich, ob wir nicht Lust hätten ins Kino zu gehen und mit Hilfe dieses Films einen Jugendgottesdienst zu gestalten. Daraus entstand dann die KaJu Hermeskeil, in der ich bis heute noch Mitglied bin. Darüber hinaus wuchs ich auch immer mehr in die Messdienerleiterrunde rein, wurde Betreuer auf Kinderfreizeiten, Messdienerfreizeiten und sonstigen Veranstaltungen rund um die Messdiener der Pfarrei.

 

Auch selbst fuhren wir gerne mal mit der KaJu weg: Ob wir durch den Hochwald wanderten, die Mosel mit dem Rad abfuhren, den Papst in Rom besuchten oder gemeinsam mit ihm in Madrid feierten, der Spaß war immer garantiert.

 

Neben meinem Engagement für die Messdiener wurde ich nach meinem Auslandsjahr in Thailand 2012/13 auch ehrenamtlicher Mitarbeiter bei AFS Interkulturelle Begegnungen e.V. Dort bin ich neben der Betreuung von Gastschülern in Deutschland hauptsächlich für das Entsenden und Vorbereiten der deutschen Austauschschüler, die ihr Jahr noch vor sich haben, zuständig.

 

In der Projektwoche 2015 am Gymnasium wurde die Schülerinitiative „Blast the Borders“  gegründet. Nach der Projektwoche kam Felix Faber auf mich zu und erzählte mir, dass das Projekt „Blast the Borders“ nicht mit der Projektwoche beendet sei und er noch nach Helfern und Unterstützern sucht. Ohne lange zu überlegen wurde ich also auch hier aktiv. Im November gliederten wir uns mit der, ursprünglich als Schülerinitiative gestarteten Gruppe an den Förderverein des Mehrgenerationenhauses an.

 

Seit der letzten Vorstandswahl bin ich dort stellvertretender Vorsitzender. Bis Ende August absolviere ich nun ein Praktikum im Mehrgenerationenhaus. Neben der Unterstützung des Teams - bei allen Kleinigkeiten, die so anfallen und sich gut für einen Praktikanten anbieten - werde ich hier auch eigene Projekte in die Tat umsetzen können, die vielleicht schon länger als Idee in den Köpfen der „Blast the Borders“-Leute steckten, aber es leider an der Zeit fehlte, sie auch wirklich umzusetzen.

 

Ich freue mich auf die nächsten Monate und bin mir sicher, dass ich während meiner Zeit hier viel Spaß haben werde und viele tolle Erfahrungen sammeln un Begegnungen haben werde.

> Bernhard Weiler, Hermeskeil

Mein Name ist Bernhard Weiler, ich bin 16 Jahre alt, besuche die 11. Klasse des Gymnasiums in Hermeskeil, wo ich auch wohne.

 

„16 Jahre und schreibt einen Artikel für den Pfarrbrief, was stimmt denn bei dem nicht?“, mögen Sie jetzt vielleicht denken. Doch ich habe das Glück in einer religiös geprägten Familie aufzuwachsen und viele schöne Bekanntschaften mit Menschen zu haben, die selbst im Glauben verankert sind. Durch meinen intensiven Kontakt zum Franziskanerkloster Hermeskeil bot sich mir die Möglichkeit im letzten Jahr, an einer Pilgerwanderung auf dem Franziskusweg nach Assisi teilzunehmen. Mehr als meine Firmung hat diese spirituelle Erfahrung mich im Innern berührt und mich entschiedener auf meinem Glaubensweg weitergehen lassen.

 

Und jetzt?

 

Flagge zeigen und Taten folgen lassen. Sei es im Pfarrgemeinderat, dem ich seit Beginn diesen Jahres angehöre als auch bei der noch unklaren Weiterentwicklung des bald geschlossenen Franziskanerklosters Hermeskeil. In diesem Sinne freue ich mich auf die Zukunft und alle bereichernden Begegnungen auf meinem Glaubensweg.

> Vorstand Pfarrgemeinderat

Vorsitzende: Mirjam Minder

Mein Name ist Mirjam Minder, ich bin 42 Jahre alt und wohne in Hermeskeil. Ich bin Diplom - Pädagogin und arbeite beim Betreuungsverein der Arbeiterwohlfahrt hier in Hermeskeil. In unserer Pfarrei bin ich angestellt als eine der beiden Küsterinnen für die Pfarrkirche Hermeskeil und Abtei, was mir sehr viel Freude bereitet. Ich habe mich für die Arbeit im Pfarrgemeinderat und auch für die Mitarbeit im Vorstand des Pfarrgemeinderates entschieden, um mich aktiv in die Belange der neuen Pfarrei Franziskus miteinzubringen und Ansprechpartnerin zu sein für die Anliegen der Menschen in unser ganzen Pfarrei.

Stellvertretender Vorsitzender: Andreas Bach

Mein Name ist Andreas Bach, stamme aus Geisfeld und lebe auch dort mit meiner Frau Judith und unseren drei gemeinsamen Kindern. Ich mag Musik und bin seit meiner Kindheit im Musikverein Geisfeld sowie in verschiedenen Musikensembles engagiert. Ich leite den Musikverein und bin darüber hinaus auch im Vorstand aktiv. Nachdem ich den Vorsitz des Fördervereins der Kita & GS Beuren nach acht Jahren abgegeben habe war es an der Zeit, sich auf etwas  Neues einzulassen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Als Mitglied im PGR sehe ich eine Chance, verantwortlich Gemeinde und Gemeinschaft lebendig mitzugestalten. Gerade in der Zeit der weltweiten Krisen und Flüchtlingsströme finde ich es wichtig, dass unsere christlichen Wertevorstellungen die Grundlage für soziales Handeln und verantwortungsvolles Miteinander bilden. Ich freue mich auf die bevorstehenden Herausforderungen in der Pfarrei St. Franziskus und bin mir sicher, dass wir im Glauben und mit der Kraft des Heiligen Geistes zu einer guten Gemeinschaft zusammenwachsen.

Schriftführerin: Astrid Jakobs-Weber

Mein Name ist Astrid Jakobs-Weber, ich bin 45 Jahre alt und komme aus Gusenburg. Von Beruf bin ich kfm. Angestellte. In der Pfarrei Gusenburg war ich die letzten vier Jahre 1. Vorsitzende im PGR. Ebenfalls arbeitete ich im Pfarreienrat, auch im Vorstand, mit. Da ich für die neue Pfarrei St. Franziskus mit abstimmte, war mein Entschluss gefasst, auch in der neuen Pfarrei mitzuarbeiten, auch im Vorstand.

 

Amtliches Mitglied: Rüdiger Glaub-Engelskirchen

Ich freue mich auf die neue Aufgabe, den Vorstand des Pfarrgemeinderates und die Arbeit im PGR St. Franziskus Hermeskeil als Seelsorger zu begleiten. Wir haben in den letzten Jahren wichtige Wegetappen zurückgelegt und dennoch ist es jetzt sehr wichtig nach vorne zu schauen. Was ist das neue in unserer Pfarrei? Welche Schwerpunkte will der PGR setzen? Wir werden uns im September bei einer Klausurtagung dafür Zeit nehmen. Gerne will ich mich mit meiner Erfahrung und meinen Kräften dafür einsetzen, dass es eine gute gewinnbringende Legislaturperiode für die Menschen rund um Hermeskeil werden wird.

 

Beisitzerin: Bettina Malburg

Mein Name ist Bettina Malburg bin 55 Jahre, wohne in Neuhütten, verheiratet, habe drei erwachsene Kinder und arbeite in der Hauswirtschaft des Seniorenheimes in Hermeskeil. Ich möchte, dass die Interessen und Belange unseres Pfarrbezirks Züsch in der neuen Pfarrei angemessen vertreten werden und wir auch weiterhin eine lebendige Gemeinde bleiben. Die neuen Herausforderungen können wir nur gemeinsam schaffen.

 

Beisitzerin: Michaela Marx

Mein Name ist Michaela Marx und von Beruf bin ich Verwaltungsangestellte im Bistum Trier. Mit meinem Mann und meinen beiden Kindern lebe ich in Bescheid. Für mich ist der „Neuanfang“ der Pfarrei St. Franziskus spannend und aufregend. Einerseits kenne ich bereits einige Leute aus der großen Pfarrei, da ich schon seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich mitgearbeitet habe. Andererseits gibt es viele Menschen, die ich neu kennen lernen darf. Ich möchte mich ganz besonders neben der Kinder- und Jugendarbeit auch für unsere älteren Gläubigen einsetzten. Mir ist es ein Anliegen, dass lieb gewordene Traditionen in unseren Dörfern auch künftig weiter gepflegt und an unsere Kinder weitergegeben werden und dass die älteren Gläubigen auch in Zukunft noch die Möglichkeit haben, vor Ort Gottesdienst- oder Wortgottesdienstangebote wahrzunehmen. Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben, auf gemeinsame Erlebnisse und Begegnungen mit Ihnen.

> Isla al Khaled/Husein Abdulhaq

Die Fluchwege von Isla al Khaled und Husein Abdulhaq


Unsere Leiden begannen mit dem Krieg in Syrien, dieses Leiden, das nur schwer auszudrücken und zu beschreiben ist. Es war zu schrecklich. Aber wir möchten versuchen ihnen etwas darüber zu erzählen.

 

Der Tod hatte uns von allen Seiten umgeben. So waren wir gezwungen unser Haus zu verlassen. Es wurde später zerstört. Jeden Tag, der verging, verloren wir eines unserer Familienmitglieder, einen Verwandten oder einen Freund. Den einen durch explodierende Fassbomben, den anderen unter Folter. Alles wurde immer gefährlicher. Einkaufen, zur Arbeit oder zum Arzt zu gehen, war lebensgefährlich und konfrontierte uns viele Male mit dem Tod.


Mein Mann wurde gefangen genommen und war einen Monat unter Arrest. Er war dem Tod nahe, weil er gefoltert wurde. Er hatte kein Verbrechen begangen oder irgendetwas getan, um das zu verdienen. Auch meine Töchter standen oft dem Tod gegenüber, weil die Raketen ihre Schule trafen und der Lärm der Kampfflugzeuge und der Bomben allgegenwärtig war.

 

Mein Sohn, Omar, wurde eines Tages krank und sein Körper verfärbte sich ganz gelb. Die Doktoren sagten uns, er brauche eine schnelle und dringende Bluttransfusion, sonst würde er eine Gehirnschädigung davontragen und vielleicht sogar sterben.


Nach fünf Tagen ohne Behandlung war Omars Zustand schlecht und erste Schädigungen zeigten sich. Er brauchte unbedingt medizinische Behandlung, und intensive Physiotherapie. Die gab es aber nicht. Wir versuchten, eine andere Stadt zu erreichen, wo es ein Krankenhaus gab. Das war lebensgefährlich und gelang nicht. An diesem Punkt trafen wir die Entscheidung, außer Landes zu gehen. Wir wollten einen sicheren Platz für die Familie und eine gute Versorgung für unseren Sohn. Für uns war Deutschland die beste Wahl, weil wir von der Freundlichkeit, der Vertrauenswürdigkeit und dem großen Sinn für Menschlichkeit gehört hatten.

 

Das Problem war, dass wir nicht alle zusammen auswandern konnten. Wir hatten nicht genug Geld für sechs Personen. So trafen wir die schwerste Entscheidung unseres Lebens: Wir teilten uns auf. Einer sollte in Syrien bleiben, das war mein Mann und die zwei älteren Töchter (7 u.9). Sie waren jeden Tag,  den sie in Syrien blieben, dem Tod ausgesetzt. Mein Sohn Omar (weniger als ein Jahr alt), meine Tochter Rimas (3 Jahre) und ich selbst machten uns auf den Weg
nach Deutschland.

 

Wir mussten mit den Todesbooten ausreisen. Sie wissen aus den Nachrichten, wie gefährlich das ist und wie viele Menschen, Männer, Frauen, Kinder ertrunken und im Meer gestorben sind, während ihrer Reise nach Griechenland. Aber wir hatten keine Wahl.

 

Am 20. August 2014 – das ist unser Hochzeitstag – ging ich ins Zimmer meiner schlafenden Töchter und küsste sie zum Abschied, nicht wissend, ob wir uns jemals wiedersehen würden.

 

Wir erreichten die Türkei, um in einem Schlauchboot nach Griechenland zu gelangen. Nach Mitternacht fuhren wir los. Wir waren 53 Personen in einem engen Boot. Mein Sohn war in einer ganz schlechten Verfassung. Nach einer halben Stunde auf dem Meer kam ein anderes Boot und hielt uns auf. Unter den grellen Scheinwerfern baten wir um Hilfe. Man zwang uns, umzukehren in die Türkei. Sie zerstörten den Motor unseres Bootes und wir mussten zurück rudern, bis die türkische Küstenwache kam und uns half. Omar kam in ein türkisches Hospital. Nach einigen Tagen machten wir einen zweiten Versuch und kamen schließlich in Griechenland an. Danach reisten wir zu Fuß weiter, durch die Wälder nach Albanien, dann durch Serbien, wo die Schlepper einen Irrweg einschlugen. Wir mussten nach vier Tagen Fußmarsch wieder umkehren. Zwei Tage dauerte es, bis wir Essen und Wasser bekamen. Der Zustand meines Sohnes verschlechterte sich immer mehr. Meine kleine Tochter Rimas war müde, weil sie noch zu klein war für dieses Abenteuer. Dann erreichten wir einen Berg, den wir in acht Stunden erstiegen. Ich fiel in ein Loch und verletzte meinen Fuß. Aber ich
konnte meinen Sohn vor einem heftigen Aufschlag schützen.

 

Wir überquerten den Berg und erreichten Montenegro. 15 Tage dauerte der Marsch, es waren die härtesten Tage meines Lebens, besonders, weil ich meinen Sohn fast verloren hätte. Fünf Tage blieben wir an einem Ort. Dann kamen wir zurück nach Serbien. Anschließend ging es nach Ungarn. Ein paar Tage später fanden wir einen anderen Schlepper nach Österreich und von dort einen Schlepper nach Deutschland. Als der Fahrer zu mir sagte: Du bist jetzt in München.“, weinte ich vor Glück. Ich wusste, ich hatte einen sicheren Platz erreicht. Meine harte und gefährliche Reise war vorüber. Diese Reise, die zwei Monate gedauert hatte. Wir wurden von der Polizei empfangen. Die Flüchtlingshelfer und jeder hat uns mit einem wunderbaren Lächeln empfangen und einem Willkommen in den Augen. Das heilte alle meine Schmerzen und Wunden. Es half mir all die Müdigkeit und Erschöpfung zu vergessen.

 

Mein Sohn wurde sofort in ein Hospital gebracht und sie begannen mit der Therapie. Nach einer Zeit brachte man einen Spezialisten zu ihm. Die Ärzte taten alles, um meinem Sohn Omar zu helfen. Sie gaben ihm alles, was er brauchte. Viele Freunde und Nachbarn, deutsche und arabische, halfen mir, als ich allei hier war. Nachdem mein Sohn in sicheren Händen war, beschäftigte mich immer mehr die Sicherheit meiner beiden Töchter und meines Mannes in Syrien.

 

Ich hatte Verbindung mit ihnen jeden Tag, bis ich den Antrag zur Familienzusammenführung gestellt hatte. Schließlich erreichten mein Mann und unsere beiden Töchter am 14. Juli 2015, dem Geburtstag meines Mannes, den Flughafen in Frankfurt. Meine deutsche Nachbarin Andrea brachte mich mit ihrem Auto nach Frankfurt, um meine Familie nach Hause zu bringen. Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben, als ich meinen Mann und die zwei Töchter sah, nach elf Monaten. Es war ein sehr glücklicher Moment für mich. Wir umarmten uns und weinten miteinander vor Glück, dass wir uns wieder hatten. Jetzt leben wir zusammen als eine glückliche Familie. Mein Sohn bekommt eine Therapie, meine Töchter gehen zur Schule und mein Mann lernt jetzt Deutsch, um später arbeiten zu können.

 

Sorge, Liebe Großzügigkeit, Menschlichkeit, Ehrlichkeit … das haben wir in Deutschland gefunden. Ich möchte allen Deutschen Danke sagen für ihre Menschlichkeit und ihre Freundlichkeit. Danke der deutschen Regierung, die uns schützt und für uns sorgt. Danke allen Freunden, die uns halfen und uns unterstützten. Gott segne sie und er segne Deutschland. Möge Gott Deutschland in Sicherheit bewahren.


(Asla al Khaled)

> Cindy Wichter

Am 30.11.2015 machten sich Gemeindereferent Rüdiger Glaub-Engelskirchen und Pastoralassistent Benjamin Wycislo auf nach Neuhütten zu einem Interview mit einem ganz besonderen Mädchen: Cindy Wichter. Schon ihre ersten Sätze versetzten zumindest Benjamin Wycislo, der das Gespräch für diesen Pfarrbrief skizzierte, ins Staunen. „Ich feiere nun an zwei Tagen des Jahres meinen Geburtstag“, sagte sie. Am 28.06.2014 wurde Cindy im Kinderherzzentrum Gießen erfolgreich ein Spenderherz transplantiert. Somit wurde dieses Datum für sie zu einem zweiten Geburtstag.

 

Nun sind schon fast ein Jahr und sechs Monate vergangen, doch die Erinnerungen an diese prägende Zeit sind bei Cindy und ihren Eltern sofort präsent und werden wohl nie in Vergessenheit geraten. Im November 2011 zeigten sich zunächst bei Cindy lediglich die Symptome einer ganz banalen Erkältung. Doch nach wenigen Tagen war sie körperlich nicht mehr in der Lage, den Weg von der Bushaltestelle zu Fuß zu bestreiten. Von einem auf den anderen Tag war sie so matt und müde, dass selbst die einfachsten Tätigkeiten zu Herkulesaufgaben wurden. Die Hausärztin war ratlos und überwies Cindy ins Krankenhaus.

 

Eine Untersuchung in der Marienhausklink St. Josef Neunkirchen-Kohlhof zeigte zunächst nichts Auffälliges, bis der Röntgenbefund vorlag: Cindys Herzgröße hatte sich nahezu verdoppelt.

 

Sie wurde sofort ins Uniklinikum nach Homburg überwiesen und erhielt eine medikamentöse Behandlung. Mit dieser verbesserte und stabilisierte sich ihr Gesundheitszustand, sodass sie nach drei Wochen nach Hause durfte. Mit vielen, meist kurzen Krankenhausaufenthalten in Homburg, bei denen sie eine Medikamententherapie erhielt, waren die Werte und ihr Allgemeinzustand bis zum Frühjahr 2014 weitestgehend stabil. Doch die Lebensqualität von Cindy sank immerweiter. Durch die stete Verschlechterung wurde eine Verlegung ins Kinderherzzentrum nach Gießen veranlasst.


Die Transplantation eines Spenderherzens wurde immer mehr Thema ihres Aufenthalts im Kinderherzzentrum Gießen, das auf solche Eingriffe spezialisiert ist. Doch Cindy sträubte sich dagegen: Ist das Herz doch für sie ihr Innerstes, der Sitz der Liebe und der Gefühle. Sie war überzeugt, dass ihr Herz nicht schlapp macht und noch genug Kraft besitzt.  Außerdem hatte sie Angst, dass keiner sie mehr mag, mit einem neuen Herzen. Ihre Eltern und die Ärzte versuchten ihr die Sachlage zu erklären und ihr klarzumachen, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein andere Möglichkeit mehr besteht. Das Warten auf das Spenderherz war eine ungewisse Zeit für Cindy und ihre Familie. Daher versuchten sie das Beste aus dem Krankhausaufenthalt zu machen. Begünstigt vom guten Miteinander mit dem Ärztepersonal konnte beispielsweise vor dem Krankenhaus gegrillt werden und die Besuchszeiten konnten ein wenig gelockert werden. Das gemeinsame Lachen ließ die Sorgen und die Ängste manchmal erträglicher werden.

 

Als ein Spenderherz für Cindy gefunden wurde, ging alles ganz schnell. Kurz vor der Operation versprach Cindy ihren Eltern: „Morgen sehen wir uns wieder, und jetzt komme ich wieder nach Hause.“ Diese Prophezeiung machte sie wahr: Am nächsten Morgen wird sie – wider Erwarten direkt - wieder wach.

 

In unserem Gespräch wiesen die Eltern immer wieder daraufhin, wieviel Mut und Stärke Cindy in dieser  Phase aufgebracht hat. Zu keiner Zeit hat sie resigniert und die Hoffnung aufgegeben. Im Gegenteil: Sie hat immer gekämpft und in der Perspektive gelebt, bald wieder nach Hause gehen zu dürfen. Auch die vielen Besuche von Freunden, ihrer Lehrer und Klassenkameraden und die virtuellen Gespräche über Skype schenkten ihr Kraft und  Zuversicht. Wie einen Schatz präsentierte uns Cindy ihren Ordner mit den unterschiedlichen Dingen, die sie im  Krankenhaus von ihren Besuchern bekommen hat.

 

Insgesamt verbrachte Cindy 2014 ein halbes Jahr im Krankenhaus, davon vier Monate in Gießen und zwei Monate in Homburg.

 

Cindy hat durch die Organspende ein neues Leben erhalten. Man sollte sich mit diesem Thema auseinandersetzen, denn es kann jeden unerwartet treffen. Obwohl das Leben nach  der Transplantation für sie einige Einschränkungen bereithält und die Angst vor Infektionen und Komplikationen immer bleiben wird, überwiegen jedoch bei Cindy und ihren Eltern die unendliche Dankbarkeit, Zuversicht und Hoffnung. Immer wieder bedanken sich Cindy und ihre Eltern bei allen Menschen, die sie in dieser schweren Zeit unterstützt und dafür gesorgt haben, dass immer jemand da war. Dieser Dank gilt daher nicht nur der guten Betreuung durch das  Krankhauspersonal, sondern vor allem den Verwandten, Freunden und Bekannten rund um Neuhütten.

 

Langsam aber  sicher kehrt nun wieder Normalität in der Familie ein. Wir wünschen Cindy und ihren Eltern alles erdenklich Gute für die Zukunft. Der gute Gott schenke ihnen Gesundheit, Schutz und Segen.

 

Rüdiger Glaub-Engelskirchen & Benjamin Wycislo

> Lisa Nguyen, Geisfeld

Weihnachten mal ganz anders


Mein Name ist Lisa Nguyen, ich bin 20 Jahre alt. Neues entdecken, Menschen kennen lernen, in andere Kulturen eintauchen und Traditionen verstehen; davon träume ich schon seit einigen Jahren. Die kirchliche Organisation SoFiA (Soziale Friedensdienste im Ausland) des Bistums Trier ermöglichte mir all das. Sie entsendet jährlich ca. 30 Freiwillige in die verschiedensten Länder in Osteuropa, Asien, Afrika und Südamerika. Jedes Jahr entstehen neue, interessante Gruppen der Freiwilligen, die verschiedener nicht sein können, manche mit Migrationshintergrund, manche ohne, 18-jährige Jugendliche, die gerade ihr Abitur beendet haben, Berufsaussteiger, die ihr Leben hinterfragen, mal  aussteigen und sich selbst neu finden wollen bis zu über 60-jährige Freiwillige, die sich denken, dass es niemals zu spät ist seinen Träumen nachzugehen. Wir sind verschieden, bunt gemischt, aber wir haben eine gemeinsame Einstellung: Wir sind eine Welt, wir sind eine Gemeinschaft!


Im August 2014 machte ich mich auf den Weg nach Bolivien für ein Jahr. Dort arbeitete ich in einer Schule in Potosí, eine Stadt in den Anden auf 4.000 Metern Höhe. Ich fühlte mich dort vom ersten Tag an akzeptiert und willkommen, ich fühlte mich zuhause. Ich wurde begrüßt mit den Worten: “Lisa, du bist nun Teil unserer Familie.” Es kam mir so vor, als hätte ich nie woanders gelebt, so schnell gewöhnte ich mich an die Mentalität, die Verhaltensweisen, die Offenheit und den Alltag. Aber trotzdem begegneten mir immer wieder neue Traditionen. So auch die Weihnachtszeit. In Deutschland spricht man so oft über Weihnachtsstimmung, die ausgelöst wird durch die Adventszeit, den Adventskranz, den Weihnachtsmarkt, die Dekorationen, den Lebkuchen, den Glühwein und vor allem, wenn es dann noch schneit, dann  packt sie uns, die Weihnachtsstimmung. Von all dem bekam ich letztes Jahr kaum was mit. Es war Sommer in Bolivien. Weihnachtsmärkte gibt es nicht, keinen Glühwein, keinen Lebkuchen. Auch kitschige Dekorationen in den Häusern, in  den Läden, in der Stadt, an den Straßen waren kaum zu sehen. Somit hatte ich auch nicht diese besagte Weihnachtsstimmung. Und das war unglaublich entspannend. Vor allem deshalb, weil niemand im Geschenkewahn war. Was es aber sehr wohl gab, war die Adventszeit Jeden Sonntag, in der Messe wurde eine weitere Kerze
angezündet, einen Kranz gab es nicht. Nur vier verschieden farbige Kerzen. Seit Beginn der Adventszeit brachten fast alle Leute, die zur Messe kamen, ihr Jesuskind mit. Manche waren klein, andere so groß wie ein echtes Baby. Sie legten sie neben den Altar, wo schon die Krippe aufgebaut war. In Bolivien wird das Jesuskind also schon vor der Heiligen Nacht in die Krippe gelegt. Die Menschen brachten ihr Christkind zu jeder Messe mit, um es segnen zu lassen. Mir kam dieses Ritual sehr emotional vor, weil ich merkte, dass für die Menschen in dieser besonderen Zeit der Fokus wirklich auf Jesus liegt, sie tragen ihn mit sich. Sie beschäftigen sich mit der Botschaft, die hinter all dem steckt. Vor allem in Potosí ist es Tradition, für das Christkind zu tanzen, um somit die Freude dieses Ereignisses auszudrücken. Sowohl in der Adventszeit,
an Heiligabend, aber auch noch an den darauf folgenden Tagen fanden Feiern statt, um die frohe Botschaft zu feiern. Es wurde immer ein kleiner Altar errichtet, auf dem das Jesuskind lag, liebevoll geschmückt. Wir fanden uns in Paaren zusammen, zu zweit schritten wir vor und verbeugten uns dreimal vor dem Jesuskind. So machen es alle Paare, danach gingen wir getrennt, jeweils rechts und links, klatschend bis zum Ende des Raumes, fanden uns dort als Paar wieder zusammen und tanzten dann in der Mitte bis wir wieder beim Altar ankamen. Die Figur oder der Schritt, der getanzt wird, bestimmt das erste Paar, mal tanzten wir elegant, mal verrückt. Dabei lachten wir viel. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, sehen zu können, was Weihnachten wirklich bedeutet. Freude, Liebe, Friede, die Geburt der Hoffnung. Wir feierten. Ohne Geschenke, ohne Stress, ohne viel drum herum, aber wir feierten.


Ich spürte Friede, Liebe, Freude, Glück.

> Felix Faber - Da tut sich doch was!

Der Förderverein des MGH und der KEB hat einen neuen Namen: Blast the Borders, Förderverein MGH Kath. Bildungswerk Johanneshaus e.V. Hermeskeil und einen neuen Vorstand. Aber wer ist das überhaupt?


Der neue erste Vorsitzende bin ich: Felix Faber. Da ich in Hermeskeil noch kein „alt-Bekannter“ bin, möchte ich mich Ihnen an dieser Stelle genauer vorstellen. Gebürtig komme ich aus Trier, habe vier Jahre in Osburg gewohnt und lebe nun seit 2002 in Reinsfeld. Zurzeit besuche ich die Oberstufe am Gymnasium in Hermeskeil und werde dort voraussichtlich im März 2016 meine Schullaufbahn mit dem Abitur beenden.


Nach dem Abitur möchte ich zum 1.10.2016 in Trier mein Jurastudium beginnen. Neben der Schule bin ich  Fußballschiedsrichter bis zur Kreisliga A und Assistent bis in die Rheinlandliga. Zudem bin ich seit Juni Mitglied der Gruppe „Blast the Borders“, die sich aktuell in der Flüchtlingshilfe engagiert und den Wandel im Förderverein des MGH und der KEB mitgestaltet.


Nebenher arbeite ich als Servicekraft im Restaurant Jay&Jay. Bleibt da noch Freizeit für andere Aktivitäten übrig? Ja jede verbleibende Zeit nutze ich, um mich um meinen Hund zu kümmern, Motorrad zu fahren, Angeln zu gehen und Zeit mit meiner Freundin zu verbringen.

 

Ich hoffe, Ihnen damit meine Person etwas näher gebracht zu haben. Für Fragen und Anregungen bin ich jederzeit offen und stehe Ihnen gerne zur Verfügung.

> Mein Weg nach Santiago de Compostella

Mitte Mai hat mich meine Tochter mit der Aussage überrascht: „Ich werde den Jakobsweg gehen“. Da es auch ein Wunsch meinerseits war, beschlossen wir, zusammen zu pilgern. Nun fing bei mir ein Gedankenkarussell an sich zu  drehen: 800 Kilometer marschieren – wie willst du das schaffen? Jeden Tag laufen, fünf Wochen abwesend sein - es kann so viel passieren. Werden wir immer eine Herberge finden? Im Nachhinein waren alle Zweifel unbegründet. Alles war gut.


Für den 27. Mai wurden die Zugtickets geordert und das Notwendige noch bestellt. Der Zug brachte uns dann von  Saarbrücken über Paris nach Urun. Von dort ging es mit dem Bus nach Saint-Jean-de-Piedde-Port. Mit den besten  Wünschen von Partner, Familie und Gescwistern verabschiedeten wir uns tags zuvor.


Steine aus der Heimat wurden mir noch mitgegeben, die ich am Cruz-de-Ferro ablegte. Cruz-de-Ferro ist einer der symbolträchtigsten Punkte auf dem gesamten Jakobsweg. Über einen gewaltigen Steinhaufen erhebt sich ein fünf Meter hoher Eichenstamm, der an seiner Spitze ein Eisenkreuz trägt. Nach tausendjähriger Pilgertradition legt jeder Pilger weitere Steine hinzu. Das Ablegen der Steine gilt als symbolisches Zeichen für das Ablegen innerer persönlicher Lasten.


Am 28. Mai begannen wir unsere Pilgerreise mit der Überquerung der Pyrenäen, einem Anstieg von 200 auf 1.400 Höhenmetern und einem Abstieg auf 1.000 Höhenmeter. Am späten Nachmittag kamen wir völlig fertig in unserer  Herberge in Roncesvalles an. Erste Etappe geschafft – es folgten weitere 28.


Unsere Wege führten uns über Asphalt- und Schotterpisten, über Feld- und Waldwege, oft steinig, bergauf und bergab, und über nicht enden wollende, monotone Geraden. Die Regionen Navarra, La Rioja, Kastilien und Galizien durchquerten
wir im Norden Spaniens. Das Wetter war durchweg gut. Bei der Durchquerung der „Meseta“, auch Wüste des  Jakobswegs genannt – hatten wir eine endlose Gerade vor uns, 18 Kilometer (meist über freie Fläche) bis zur nächsten Ortschaft. Das bedeutet bei Hitze: Mehr Flüssigkeit mitnehmen – und der Rucksack wird noch etwas schwerer. Wir hatten Glück: Bei dem 28 Kilometer-Marsch regnete es den ganzen Tag. Alles war gut.


Der gelegentliche Besuch der heiligen Messe stand auch auf meinem Plan. Ein sehr bewegendes Erlebnis hatte ich am Ende eines Gottesdienstes. Alle Pilger wurden an den Altar gebeten, und in verschiedenen Sprachen wurde der Pilgersegen erteilt. Danach wurde das Licht gelöscht und die Muttergottes über dem Altar angestrahlt. Dabei wurde das Lied „Salve Regina“ gesungen.


Nun ja, ich möchte jeden ermuntern, diesen Weg zu gehen. Du beginnst morgen mit dem Weg und gehst weitere Etappen im nächsten oder übernächsten Jahr. Du gehst mit Rucksack oder lässt ihn transportieren. Du kannst auch eine Karre mitnehmen, in die du alles Notwendige hineinlegst. Oder du gehst mit Esel oder reitest auf einem Pferd. Wir haben einen dunkelhäutigen jungen Mann in Haremshose und mit Rastalocken gesehen, der mit einem Einkaufswagen  unterwegs war. Auch er war in Santiago angekommen.


Die Freude war immer groß, wenn man sich wiedersah – und eine weitere Etappe geschafft war. Für mich war der Camino das „Non plus Ultra“. Während dieser Zeit hatte ich das Gefühl, im Paradies zu sein. So bewusst die Natur zu erleben, mit all ihrer Schönheit, den Sonnenuntergang, die liebevollen Begegnungen mit Menschen aus aller Herren Länder. Die Umarmungen in Santiago nach Erreichen des Zieles. Das Zurufen der Radfahrer und der Einheimischen: „Buen Camino!“, das Glas Rotwein am Abend, das gemeinsame Kochen und Essen mit den Pilgern – dies alles war  wunderschön. Wenn ich am Abend dann todmüde im Bett lag, war ich glücklich und zufrieden und freute mich auf die nächste Etappe.


Und noch eins: Man konnte nie zu viele Kalorien zu sich nehmen – der Appetit, aber auch der Kalorienverbrauch waren  groß. Ja, und als wir die Todesnachricht von Heidi bekamen, selbst da war jemand da, der uns auffing. Jemand, der uns zuhörte und segnete.

 

Die Ankunft in Santiago – mittags um 13.00 Uhr – war völlig unspektakulär. Wir waren etwas enttäuscht – der große Vorplatz war fast menschenleer. In der Kathedrale wurde gerade eine heilige Messe gefeiert. Aber mein Ziel hatte ich erreicht und ich war überglücklich.


Ich bin meiner Tochter dankbar, dass sie mich mitgenommen hat, und meinem Herrgott, dessen Hand uns geführt hat. Alles war gut. Buen Camino. PS: Also, liebe Leser dieses Briefs: Seid Ihr auf den Geschmack gekommen? Gönnt Euch eine Auszeit und marschiert durch das Paradies.


Marlene Trösch, Gusenburg

> Interview mit zwei Katecheten der Erstkommunion
Ricarda Ahmetovic

Frau Christina Gillen (36 Jahre) und Herr Dennis Weber (31 Jahre) waren Katecheten bei der Erstkommunion und leiteten eine Gruppe mit sechs Erstkommunionkindern. Im Gespräch haben die beiden ihre Erfahrungen als Katecheten in der Erstkommunion Revue passieren lassen: Hatte der Glaube schon immer für Sie eine zentrale Bedeutung?


Frau Gillen: Ich bin gebürtig aus Rascheid und habe fast mein ganzes Leben hier gewohnt. Seit der Kommunion war ich  in der Kirche sehr aktiv. Ich war Messdienerin und hatte öfter Kontakt zur KSJ. Dadurch habe ich viele schöne  Erfahrungen in meiner Jugend mit der Kirche gemacht. Es war immer viel los und hat mir viel Spaß gemacht. Nach  meiner aktiven Jugendzei als Messdienerin habe ich mich weniger in der Kirche engagiert. Der Fokus lag auf der Arbeit  und Familie. Durch die Vorbereitung zur Erstkommunion habe ich wieder mehr Bezug zur Kirche bekommen.

 

Herr Weber: Ich stamme aus Hermeskeil und bin hier zu Kommunion gegangen. Meine Erstkommunion hat mich näher in die Kirche eingeführt und war mein erster intensiverer Kontakt mit der Kirche. In der Kommunion und durch die Vorbereitung wurde mir der Glaube näher gebracht. Auch hatte ich damals Freunde, die Messdiener waren. Ich habe allerdings nicht die ganze Zeit in Hermeskeil gelebt. Mit 17 Jahren bin ich nach Karlsruhe gezogen und habe einige Zeit  dort gelebt. In der Kirche war ich einige Jahre nicht mehr aktiv. Durch die Kinder meiner Freundin Christina habe ich  mich wieder intensiver mit der Kirche und meinem eigenen Glauben auseinandergesetzt. Wie kamen Sie auf die Idee Katecheten für die Erstkommunion zu werden?


Frau Gillen: Meine beiden Kinder Mara und Elias sind in der dritten Klasse und gingen dieses Jahr zur Erstkommunion. Dennis und mir war es wichtig, dass die Kinder gut auf die Erstkommunion vorbereitet werden.

 

Herr Weber: Sobald Kinder um einen herum sind, setzt man sich anders mit dem Glauben auseinander. Man möchte  wissen was in der Erstkommunion passiert und den Glauben den Kindern erklären können. Als am Elternabend gefragt  wurde, wer sich vorstellen könnte Katecheten zu werden zögerten wir.


Frau Gillen: Meine Arbeit, die Familie und mein Engagement als Elternsprecherin benötigen viel Zeit. Ich war mir nicht  sicher, ob ich vom Zeitaufwand auch noch die regelmäßigen Gruppenstunden hinbekomme. Deshalb entschieden wir uns  zuerst dagegen Katecheten zu werden.


Herr Weber: Auch waren wir unsicher, ob wir die Inhalte den Kindern gut vermitteln können. Uns war nicht klar, dass die Mappe mit den Unterlagen für die Katecheten so gut verständlich ist und Sicherheit gibt. Sie waren zuerst keine  Katecheten. Wie wurden Sie dann Katecheten?


Frau Gillen: Die Katecheten aus der Kommuniongruppe von Mara und Elias sind aus Hermeskeil weggezogen. Da haben  wir uns spontan entschlossen diese Aufgabe zu übernehmen. Es hat uns wirklich viel Spaß gemacht. Wir haben die Vorbereitung mit Herz gemacht. Herr Weber nickt zustimmend seiner Freundin zu. Was hat Ihnen an den Gruppenstunden und der Vorbereitung auf die Erstkommunion besonders gefallen?

 

Herr Weber: Es ist schön zu sehen, wie man zu den Kindern in den Gruppenstunden einen Bezug bekommt. Innerhalb von kurzer Zeit hatten wir eine Beziehung zu den Kindern. Durch die Offenheit der Kinder ist man schnell mit ihnen in Kontakt. Am Weißen Sonntag habe ich automatisch auf die Kinder in unserer Gruppe geachtet. Außerdem bemerkt man, dass man bei den Kindern durch die Stunden etwas bewirkt. Die Kinder wachsen über sich hinaus. Es ist schön zu sehen, wie sie mit jedem Treffen offener wurden.


Frau Gillen: Ja, die Kinder gewannen an Zutrauen. Das liegt bestimmt auch daran, dass jedes Kind in der Kommunionstunde so angenommen wurde wie es ist. Niemand wurde zu etwas genötigt. Sie wurden nicht korrigiert oder kritisiert. Auch Rechtschreibfehler durften gemacht werden. Ich glaube das tut den Kindern richtig gut. Wenn sie ungezwungen ohne Noten Sachen lernen und erfahren können. Die Kinder konnten vielfältige Erfahrungen machen. Die Stunden liefen ohne Druck. Es war nicht schlimm, wenn wir mal mit dem Stoff nicht fertig wurden.

 

Herr Weber: Wir haben versucht alle Kindern gleich gerechtzu werden und das die eigenen Kinder nicht bevorzugt werden. Es war auch schön, dass wir einfach mal draußen zusammen gespielt haben. Es ist toll, wie viel Spaß und Freude wir zusammen in den Stunden hatten. Die Kinder haben richtig der Kommunion entgegengefiebert und wir alle haben uns sehr darauf gefreut! Wie geht es bei Ihnen nach der Erstkommunion weiter?

 

Frau Gillen: (lacht) Wir rutschen von einem in das nächste Sakrament. Unsere Tochter Leni (6 Jahre) wird an Pfingsten getauft. Die Tischdekoration kann ich von der Kommunion noch einmal verwenden. Wir freuen uns riesig, dass Leni getauft wird.


Herr Weber: Leni freut sich auch schon sehr. Da sie in der Kommunionkatechese auch dabei war, kennt sie alle Lieder.

 

Das Mottolied: „Wir sind Kinder in Gottes Garten“ hat sie erst heute wieder gesungen. Ich wünsche Ihnen Frau Gillen, Herr Weber, Elias, Mara und Leni alles Gute und Gottes Segen.


Pastoralassistentin Melanie Kammerer hat Frau Gillen und Herr Weber interviewt.

> Maria Knippel

Als Rüdiger Glaub–Engelskirchen mich fragte, ob ich einen Bericht für den Pfarrbrief über mich schreiben möchte, dachte ich, warum ich, ich mache doch nichts Besonderes. Ich bin so wie viele andere, Messdienerin!
Also, ich bin Maria Knippel und besuche die 10. Klasse des Gymnasiums. In meiner Freizeit fahre ich gerne Einrad und spiele Querflöte. Ich kenne Rüdiger bereits seit dem Kindergarten.
Wir wohnten damals noch in Pluwig, und er arbeitete damals bei uns in der Pfarrei. Mit unserem Umzug nach Gusenburg wechselte zufällig auch Rüdiger die Stelle. Als ich in der Grundschule war, nahm ich gerne an Aktionen der Kirche wie z.B. den Frühschichten oder am Brotbacktag teil. Ich habe auch lange in unserem Kinderchor mitgesungen, und wir haben viele schöne Familiengottesdienste gestaltet.
So habe ich nach meiner Kommunion 2008 beschlossen, Messdienerin zu werden. Es war eigentlich keine bewusste Entscheidung, sondern es kam einfach so eins zum nächsten. Es ist schön, bei vielen unterschiedlichen Gottesdiensten mit dabei zu sein, angefangen von der Taufe über normale Messen, Hochzeiten bis hin zu Beerdigungen.
Mit den Messdienern haben wir neben den Messen viele tolle Dinge unternommen. Zum Beispiel Schwimmbadbesuche, Schlittschuhlaufen, Besuche in Freizeitparks, eine Radtour nach Trier zur Heiligrockwallfahrt oder vor kurzem die schöne Fahrt nach Köln, bei der wir den Dom und das Schokoladenmuseum besichtigt haben. In den letzten Jahren habe ich auch als Betreuerin eine Gruppe beim Sternsingen übernommen und werde nach der diesjährigen Kommunion zusammen mit Johannes Clemens die Ausbildung der neuen Messdiener übernehmen. Diese Erlebnisse und die fröhlichen gemeinsamen Stunden werde ich immer in schöner Erinnerung behalten.

Maria Knippel, Gusenburg

> Als neuer Mensch leben

> Miriam Minder, Hermeskeil
Mirjam Minder

Die Sache Jesu braucht Begeisterte .... Das ist das Lied, das mir gerade einfällt, während ich überlege, wie ich mit diesem Artikel zu „Menschen ganz nah“ beginnen soll. Melanie Kammerer rief mich vor ein paar Tagen an und fragte mich, ob ich mir vorstellen könne, dazu etwas zu schreiben. „Klar schreibe ich was“, war meine spontane Antwort. Nun ja, so ganz spontan geht es nun nicht voran. Aber beginnen möchte ich damit, mich vorzustellen.
Mein Name ist Mirjam Minder. Ich bin 41 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Hermeskeil. Meine Familie besteht aus meinem Mann Markus, unseren Kindern Mara (13 Jahre) und Max (11 Jahre) und mir. Manche kennen mich von meiner hauptamtlichen Tätigkeit als Angestellte beim AWO Betreuungsverein hier in Hermeskeil. Meine Arbeit besteht in der Unterstützung von psychisch und geistig behinderten Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr selbständig regeln können und in der Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern. Viele von Ihnen aber kennen mich als eine der beiden Küsterinnen, die für unsere Pfarrkirche verantwortlich sind. Zunächst übernahmen Brigitte Gettmann und ich den Dienst  nur vertretungsweise, seit August 2013 sind wir fest angestellt. Ich übernehme die Wochenenddienste und bin im monatlichen Wechsel zuständig für die Arbeiten, die in der Kirche und Sakristei anfallen. Als mich Dechant Grünebach im Herbst 2012 fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Vertretung von Therese Ludwig zu übernehmen, sagte ich auch hier spontan zu. Als Dank dafür, dass meine Tochter, die leicht geistig behindert ist, in der Pfarreiengemeinschaft gut integriert ist und sie sogar Messdienerin geworden ist. Auch Max ist begeisterter Messdiener. Mara und Max sind mit Leib und Seele Messdiener und freuen sich auf die sonntäglichen Messen. Sie sind begeistert: von der Gemeinschaft, die sie hier erleben dürfen, vom Kleppern an Ostern und den Sternsingern nach Weihnachten. Dies liegt dann wohl in der Familie. Denn aufgewachsen bin ich in Abtei. Bereits nach meiner Kommunion wurde ich Lektorin und betete den Rosenkranz. Messdienerin wurde ich erst später damals war es in Abtei noch nicht üblich, dass Mädchen Messdiener werden konnten. Dies änderte sich, als „Otti“ kam. Ich wurde die erste Messdienerin in Abtei. Begeistert nahm ich an den Messdienerstunden teil und an dem jährlich stattfindenden Zeltlager im Dhrontal.
Während meines Studiums und nach der Geburt unserer Kinder ruhte mein kirchliches Engagement. Dies änderte sich, als meine Tochter zur Kommunion kam. Als Katechetin lernte ich bei der Kommunionvorbereitung engagierte und begeisterte Christinnen und Christen kennen, die aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft kamen. Hier entwickelten sich zunächst Bekanntschaften, aus denen Freundschaften entstanden sind.
Daher war es keine Frage, dass ich auch bei meinem Sohn Katechetin wurde. Seither bin ich Mitglied in der Messdienerleiterrunde, bei den jährlichen Fahrten unserer Messdiener dabei und Lektorin. Seit drei Jahren bin ich auch als Firmkatechetin aktiv. In allen Bereichen treffe ich auf Begeisterte aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft. Dabei muss ich auch an die Wallfahrt nach Klausen denken, zu der sich viele Gruppen aufmachten, um einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern.
Ich hoffe, dass sich viele Begeisterte auf den Weg machen, die Pfarrei neuen Typs mitzugestalten; denn die Sache Jesu braucht Begeisterte.
Mirjam Minder, Hermeskeil

 

> Ricarda Ahmetovic, Hinzert-Pölert
Ricarda Ahmetovic

Als mich heute eine E-Mail von Rüdiger Glaub-Engelskirchen mit dem Betreff „Menschen ganz nah“ erreichte und er mich fragte, ob ich mir das vorstellen kann, für den nächsten Pfarrbrief etwas zu schreiben, schrieb ich spontan zurück, dass ich es mir vorstellen könnte. Ich fragte, wann er den Text braucht.
Tja und dann überkam mich ein wenig die Panik, denn was schreibt man über sich selbst? Kann man sich selbst eigentlich beschreiben oder geht so etwas gar nicht? Die meisten von Ihnen kennen mich wahrscheinlich als „die Frau mit der Kamera“! Ja genau die, die in fast jeder Kirche der Pfarreiengemeinschaft während des Gottesdienstes mit  ihrer Kamera alles in Bildern festhält und diese mit kleinen Artikeln auf der Homepage einstellt. Mein Name ist Ricarda Ahmetovic. Seit 2001 bin ich mit meinem Mann Andreas verheiratet. Wir haben zwei Söhne, Nils (11 Jahre) und Jonas (8 Jahre) und wohnen seit 2004 in Hinzert-Pölert, wo ich auch aufgewachsen bin. Als Kind war ich hier bereits, wie meine Söhne heute, als Messdienerin tätig. Diese Tätigkeit habe ich immer sehr gerne gemacht. Sie gab mir etwas, was ich bis heute nicht beschreiben kann.  Allerdings hat mich mein Weg mit Beginn meiner Lehre als Bürokauffrau von der Kirche und ihrer Gemeinschaft weggeführt. Ich habe sozusagen „pausiert“.  Erst mit der Geburt unseres ersten Sohnes, dessen Taufe und der Erstkommunionvorbereitung im Jahr 2012 habe ich mich wieder in unserer Pfarrei und speziell in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil engagiert. Es hat mir Spaß gemacht, mich mit meinem Kind auf den Weg zu Gott zu machen und mit meinem Kind diesen Weg neu zu entdecken. Nach der Erstkommunionfeier unseres Sohnes Nils bin ich dann „hängen geblieben“, weil mir die Menschen, die Aktionen und die Gemeinschaft wichtig geworden sind.  Ich engagiere mich seitdem im Kindertreff und bin Mitglied des Pfarrgemeinderates Rascheid geworden. Auch habe ich mich mit auf den Weg zur Pfarrei neuen Typs gemacht und unterstütze hier die Projektgruppe Öffentlichkeitsarbeit und Immobilien/Finanzen.
Trotz der letzten beiden Jahre, in denen ich mich engagiere und in denen unser jüngster Sohn Jonas ebenfalls zur Erstkommunion gekommen ist, habe ich erst in den letzten, für mich sehr schwierigen Tagen, in denen ich einen geliebten Menschen gehen lassen musste, gemerkt, dass ich in unserer Pfarreiengemeinschaft den Halt, die Kraft, die Hoffnung und nicht zuletzt meinen Zugang zu Gott gefunden habe. Deshalb ist es für mich sehr wichtig, den Weg zur Pfarrei neuen Typs weiter zu begleiten und so die Herausforderung anzunehmen, Gott und die Kirche in meiner Heimat lebendig zu halten.
Ricarda Ahmetovic, Hinzert-Pölert, 9. Dezember 2014

 

> Daniel Hoff, Beuren
Daniel Hoff

Mein Name ist Daniel Hoff, ich komme aus Beuren, besuche das Gymnasium in Hermeskeil, bin neben meinen kirchlichen Aktivitäten in zahlreichen Vereinen u.a. der Freiwilligen Feuerwehr Beuren und dem Musikverein Bescheid tätig und arbeite ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit der Jugendpflege in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit (Ferienspaß, internationaler Jugendaustausch, etc.). Messdiener bin ich schon seit meiner Kommunion im Jahre 2005. In dieser Zeit haben schon der Pastor, die Küsterin und der Organist gewechselt – sogar unsere Pfarreiengemeinschaft hat sich verändert. Aufgewachsen bin ich in einer christlichen Familie, geprägt wurde ich aber vor allem durch die sehr gläubigen Großeltern, die mich oft mit zur Kirche nahmen, morgens, mittags und abends beteten, jede Messe besuchten und einem generell den Glauben erklärten und näherbrachten. Nebenbei schufen sie ein Bewusstsein dafür, dass nicht alles selbstverständlich ist, was keiner besser kann als Menschen, die zu armen Zeiten während und nach dem Krieg gelebt haben. Das war für mich noch ein Grund mehr, an der Ministrantenwallfahrt nach Rom teilzunehmen. Dies war eine nahezu einmalige Chance das besondere Feeling auf dem Petersplatz zusammen mit 48.000 anderen, fröhlichen Messdienern aus dem deutschsprachigen Raum zu genießen. Als dann endlich nach über vier Stunden Wartezeit „Papa Francesco“ mit dem Papamobil über den Platz fuhr und die Menge auf die Stühle sprang, um ab und zu für wenige Sekunden einen Blick auf den Kopf des Papstes zu erlangen und die durch rhythmisches Klatschen unterstützten Rufe („Paaaapst Fanziskus“) immer lauter wurden, bekam man, trotz der hohen Temperaturen in der prallen Sonne ohne ein Lüftchen, Gänsehaut.
An den anderen Tagen besichtigen wir eine Auswahl der 2.500 über Rom verteilten Kirchen und Kathedralen, wobei wir feststellen mussten, dass das Alter und das äußere Erscheinungsbild nicht unbedingt mit dem Inneren der Gotteshäuser übereinstimmen muss, denn egal wie heruntergekommen die Fassade oder das Dach waren, die Innenausstattung, die Wände und Decken waren zumeist prunkvoll vergoldet oder aufwendig aus hochwertigen Materialien, wie Marmor, hergestellt. In manchen kleineren Kirchen konnte man erkennen, dass man zeitweise doch bemüht war zu sparen, da die marmortypische Struktur einfach aufgemalt wurde. Daraus können wir einige Dinge für den Umgang mit Menschen im täglichen Leben ableiten, nämlich dass man Personen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen soll. Wir haben, da wir in den Gestaltungsmöglichkeiten unserer Tage relativ ungebunden vom Bistum planen konnten, auch viele weltliche Bauwerke, wie das Kolosseum oder das berühmte antike Zentrum Roms, das „Forum Romanum“, besichtigen können. So konnte ein Gleichgewicht zwischen den anstrengenden sakralen und den abwechslungsreichen weltlichen Programmbausteinen hergestellt werden, wobei man sagen muss, dass die berührenden, bleibenden und tiefgreifenden Erfahrungen überwiegend in den Kirchen gesammelt wurden. Zu nennen wären da auf jeden Fall die Gottesdienste, die wir ausschließlich im Kreise des Bistums - was dann allerdings immer noch ca. 2000 Menschen waren - und insbesondere der Abschlussgottesdienst in der Basilika St. Paul vor den Mauern. Am Anschluss an diese Messe rief der Jugendpfarrer des Bistums nacheinander scheinbar willkürlich auserwählte Ministranten zu sich, und einer von denen war ich.
Es dauerte eine Weile, bis ich begriffen hatte, dass es sich um die Leute handeln muss, die während der Wallfahrt Geburtstag hatten. Ich befand mich in der glücklichen Situation, dass ich mich schon im Vorhinein auf Anraten des Pluwiger Messdienerbetreuers an die dortige große Gruppe angeschlossen hatte und mir diese mit einem Kuchen, der zugegebenermaßen in Rom eher schwierig aufzutreiben ist und einer mit allen Unterschriften versehenen Italienfahne am 07. August schon nachts um 00:00 Uhr zu meinem 18. Geburtstag große Freude bereitete. Das Ganze war aber nur nötig geworden, da aus der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil nur zwei Messdiener an der Wallfahrt teilnahmen. Ich kann allen jetzigen und zukünftigen Messdienern nur empfehlen an der nächsten Romwallfahrt in vier Jahren oder an dem nächsten Weltjugendtag 2016 in Polen teilzunehmen und ihnen raten ihren Dienst so lange wie möglich fortzusetzen. Ich möchte mich noch herzlich bei unserem Dechant Clemens Grünebach, unserem Kaplan Tim Sturm und bei unserem Gemeindereferent Rüdiger Glaub-Engelskirchen bedanken, die mich tatkräftig unterstützt haben. Einen ganz besonderen Dank gilt aber auch der Pluwiger Gruppe, die mich sehr nett aufgenommen hat und die sich schon sehr auf ein Wiedersehen mit mir freut. Die Freundschaften und Bekanntschaften sind nach der Tatsache, dass ich näher zu meinen Glauben gefunden habe, der größte Zugewinn, den ich während der Fahrt machen konnte. Die Integration in diese Gruppe, die ich erfahren durfte, war alles andere als selbstverständlich, um einen Rückbezug zum Anfang meines Textes herzustellen. Alles in allem haben sich die 20 Stunden Fahrt also gelohnt!

 

> Paul Düpre, Neuhütten
Paul Düpre

Mein Name ist Paul Düpre. Ich wohne in Neuhütten und gehöre dem Pfarrgemeinderat der Pfarrei Züsch und dem Pfarreienrat der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil an. Auch helfe ich mit, wenn Arbeiten im Bereich der Kirche oder des Pfarrheims durchzuführen sind. Die an mich gerichtete Frage, warum ich mich als Christ in der Kirche engagiere, kann ich nachfolgend kurz beantworten: Zunächst einmal, und dies ist, so denke ich, eine wesentliche Voraussetzung, komme ich aus einem Elternhaus, in dem die christlichen Werte gelebt wurden. Ich bin also christlich-katholisch sozialisiert, was dann auch bis heute bei mir getragen hat. Hinzu kommt, dass ich für eine Gemeinschaft wie die Pfarrei Züsch, in der ich lebe, oder für eine Gruppe, der ich angehöre oder auch für den Verein, in dem ich mitwirke, eine gewisse Grundsolidarität empfinde und die mir dann auch zu eigen mache, indem ich eben, wenn immer es gilt, hier unterstützend, helfend wirke. Eine Haltung übrigens, die man etwas veraltet mit dem Begriff „Chorgeist“ bezeichnete und die sich  heute in der engl. Bezeichnung „corporate identity“ wiederfindet. Natürlich setzt dies voraus, dass man mit den Inhalten bzw. Zielen der jeweiligen Gemeinschaft, zumindest weitgehend, übereinstimmt. Und hieraus folgernd bringe ich mich dann im Rahmen meiner Möglichkeiten für unsere christliche Gemeinschaft, die Pfarrei St. Antonius ein, wenn auch zugegebenermaßen so manche negative Begleiterscheinung innerhalb derAmtskirche mich manchmal schon irritiert.
Gerade aber in Zeiten, in denen große Veränderungen und Umbrüche innerhalb unserer Kirche, auch bei uns vor Ort mit der Bildung hin zu einer neuen, großen Pfarrgemeinde, anstehen, ist es wichtig, dass Leute bereit sind, auf diesem Wege mitzuarbeiten, damit unter diesen neuen Bedingungen noch „Kirche vor Ort“ stattfindet.
Ein Aspekt für mich ist auch, dass ich mit 70 Jahren naturgemäß die Bedürfnisse der älteren Generation im Blick behalte. So möchte ich abschließend nur hoffen, dass auch in Zukunft vermehrt Menschen bereit sind, sich in unserer Pfarrei ehrenamtlich - sei es für eine bestimmte Zeit oder für ein bestimmtes Projekt - zu engagieren, denn nur durch diese vielfältige Mitarbeit, gleichberechtigt mit den immer weniger werdenden hauptamtlich Tätigen, kann unsere Pfarrei diesen neuen Herausforderungen begegnen.

> Mario Leiber, Hinzert
Mario Leiber

„Weshalb ehrenamtlich engagieren?“

Es gibt die verschiedensten Argumente und Gründe, weshalb sich jemand ehrenamtlich engagiert. Helfersyndrom, Ausgleich für den Jobbereich, Spaß an der Tätigkeit ... usw. Sicherlich gibt es bei manchem in unserer Pfarreiengemeinschaft einige ähnliche Antworten auf diese Frage, aber ganz sicherlich auch noch viele unterschiedliche.
Was hat mich motiviert, mich zu engagieren? Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Welche Argumente führe ich an, wenn ich andere Menschen motivieren möchte? Ehrenamtliche Tätigkeiten ergeben für mich die Bestätigung und Anerkennung, die manchmal im „normalen“ (Berufs-)Leben fehlen. Durch diese positiven Erfahrungen im Ehrenamt können sich auch gute Synergieeffekte im Beruf ergeben. Die ehrenamtlichen Tätigkeiten geben mir einen hervorragenden Ausgleich in meinem Leben. Ich sehe andere Menschen, neue Kontakte kommen hinzu, ich bin in einer anderen Umgebung, tue andere Dinge. Das entspannt und hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Das eigene Selbstbewusstsein wird gestärkt, auch deshalb, weil man neue Seiten des eigenen Ichs schätzen lernt und anwenden kann. Außerdem trage ich bei ehrenamtlichen Tätigkeiten Verantwortung.
Mir geht es gut und ich genieße einen guten Lebensstandard. Daher sehe ich mich in der Pflicht, anderen zu helfen. Man hat die Möglichkeit, seine Fähigkeiten, die sonst nicht gefragt sind, einzubringen. Andere können dabei von mir lernen und ich habe die Möglichkeit selbst von anderen zu lernen.
Ehrenamtliche Arbeit finde ich sehr wichtig. Das Tolle ist aber, dass man sie einfach freiwillig ausüben kann. Niemand zwingt einen dazu. Es ist etwas, dass ich allein für mich bestimmt habe. Diese Selbstbestimmtheit und die Freude aus der Arbeit für andere sind Dinge, die mir keiner nehmen kann.
Jetzt bin ich aber an Ihrer Meinung zum ehrenamtlichen Engagement interessiert…


Mario Leiber
(Zuständig für die ehrenamtliche Webbetreuung der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil)

> Karen Alt, Geisfeld
Karen Alt

Beim gemeinsamen Familienessen im MGH sprach mich Dechant Clemens Grünebach an, ob ich mich im nächsten Pfarrbrief kurz vorstellen möchte. Ganz spontan sagte ich zu.
Nun sitze ich in meinem neuen Büro am Schreibtisch und überlege womit ich anfangen soll….Vielleicht erst mal zum privaten Teil.
Mein Name ist Karen Alt, ich bin 33 Jahre alt und bin seit 12 Jahren mit meinem Mann Thomas verheiratet. Wir haben zwei tolle Kinder, Moritz (11) und Maja (9). Ein großes Hobby, von meiner Familie und mir, ist das Verreisen mit unserem Wohnmobil. Seit meiner Geburt lebe ich in der Pfarreiengemeinschaft Hermeskeil, zuerst in Hermeskeil und Neuhütten und seit 2004 in Geisfeld. Daher bin ich vielen Menschen nicht ganz unbekannt. Manche kennen mich durch die gemeinsame Schulzeit oder auch durch meine berufliche Arbeit in verschiedenen Kindertageseinrichtungen unserer Pfarreiengemeinschaft. Viele Kinder kennen mich auch durch die gemeinsamen Turnstunden in Züsch. Seit dem 15. November kommt nun eine neue berufliche Herausforderung auf mich zu. Ich werde die Projektkoordination unseres neuen Hochwälder Familiennetzwerks „Hafen“ übernehmen. Im Vorfeld bin ich schon des Öfteren gefragt worden, was denn so meine Aufgaben sein werden.
In erster Linie möchten wir mit dem „Hafen“ ein Netzwerk schaffen, in dem sich alle Familien, unabhängig von Konfession, Religion, Kultur und Lebenssituationen willkommen fühlen. Ich freue mich darauf, viele neue Menschen und Familien kennenzulernen und deren facettenreiche Fähigkeiten und Ressourcen wahrzunehmen. Denn jeder unserer Mitmenschen hat irgendwelche Fähigkeiten, von denen Andere profitieren können. Ich erhoffe mir, in meinem kommenden Aufgabenbereich, eine spannende Zeit mit vielen tollen zwischenmenschlichen Begegnungen. Gerade jetzt, in der teilweise sehr schnelllebigen Weihnachtszeit, ist es wichtig, dass wir uns „kleine Oasen“ in unserem Alltag schaffen, in denen wir uns die Zeit für diese zwischenmenschliche Begegnungen nehmen. Sei dies beim lebendigen Adventskalender unserer Pfarreiengemeinschaft oder einfach bei einer gemütlichen Tasse Tee mit der Nachbarin. In diesem Sinne wünsche ich ihnen eine besinnliche und entspannte Weihnachtszeit und dass Sie die „kleine Oase“ finden, die in ihren Alltag passt.


Karen Alt

> Margit Müller und Marion Adams
Margit Müller und Marion Adams
Zeit mit den Firmlingen

Als sich zu Beginn der Firmvorbereitung die Frage stellte: „Wer möchte die Firmlinge auf ihrem Weg begleiten?“, überlegten wir erst einmal, ob wir die Fülle der Termine auch bewältigen könnten. Wir kamen zu dem Entschluss, das Abenteuer Firmung mit fünf Jugendlichen aus der Pfarrgemeinde Bescheid gemeinsam zu wagen.
Der Vorteil der kleinen Gruppe lag eindeutig darin, dass wir jeweils zwei Katechesen bearbeiten konnten, ohne den zeitlichen Rahmen zu sprengen oder einen Teilnehmer, sei es Firmling oder Katechet, zu überfordern.
Das Erstaunliche an der Zusammenarbeit mit Jugendlichen sind die frischen, unerwarteten Einfälle, die uns beeindrucken und uns selbst neue Gedanken und Wege finden lassen. Beispielsweise auf die Frage: „Wie würde Jesus heute seine Botschaft verkünden?,“ hätten wir nicht unbedingt die Antwort erwartet: „Er würde seine Botschaft auf Facebook posten und hätte unzählige Likes“ oder „Er würde twittern und hätte Millionen Follower“. Und trotzdem sind gerade diese Antworten ganz nah am Puls der Zeit und beweisen, dass die Firmlinge durchaus in der Lage sind, den Glauben in ihr Leben zu integrieren.
Dies war nur eine Antwort, die uns überrascht hat und zu der Überzeugung führt, dass die Bereitschaft als Katechet zu arbeiten, auch eine Bereicherung für uns selbst darstellt.
Unser Fazit für alle, die in nächster Zeit vor der Frage stehen, ob man als Katechet arbeiten soll:
- die Gruppenstunden sind sehr gut vorbereitet
- die Jugend ist, wie seit Generationen, viel besser als ihr Ruf
- man kann sich auf dieses Ehrenamt einlassen.

Margit Müller und Marion Adams

> Monika Schüler, Neuhütten
Monika Schüler

Als mich Rüdiger Glaub-Engelskirchen  fragte, ob ich mir vorstellen könnte, etwas über meine Person unter der Rubrik „Menschen ganz nah“ zu schreiben, war meine erste Reaktion, was gibt es denn über mich groß zu erzählen? Doch dann dachte ich, vielleicht sollte ich über die Menschen oder kirchlichen Gruppen aus unserer Pfarreingemeinschaft schreiben, mit denen ich in den letzten Jahren immer wieder meinen Glauben neu entdecken, stärken und gestalten konnte. Als Kind und Jugendliche gehörte der sonntägliche Gottesdienst einfach zu meinem
Leben dazu. Ich war Messdienerin, Lektorin und sang in unserem Singkreis sehr gerne mit. Dann war plötzlich nichts  mehr, kein Ministrantendienst, kein Lektorendienst und der Singkreis löste sich auf. In dieser Zeit hinterfragte ich vieles an Kirche und Glauben. Ich hatte meinen Halt daran verloren. Als mein Mann und ich heiraten wollten, war für mich klar: „Aber nur auf dem Standesamt“- in der Kirche fühlte ich mich nicht mehr „zu Hause“.
Doch mein Mann kannte mich besser: „Dein Glaube war dir immer wichtig“, also machten wir uns auf die Suche nach einem Ort, einer Kirche, einer Gemeinschaft, in der wir oder vor allem ich, Geborgenheit fühlen und Glauben leben konnten. Das Klösterchen wurde uns Heimat. Vor allem die „neueren“ Lieder begeisterten meinen Mann und da auch für mich Musik schon immer zu meinem Glauben gehörte, war ich froh im Klosterensemble mitsingen und musizieren zu dürfen. Wir heirateten dann vor zehn Jahren im Kloster und bis zur Geburt unseres ersten Sohnes waren wir, sooft es uns möglich war, sonntags abends im Gottesdienst. Durch die Taufe unseres Sohnes lernten wir Pastor Clemens Grünebach kennen, der damals mit einigen Frauen aus der Züscher Gemeinde einen Kindergottesdienstkreis ins Leben gerufen hatte. Wenig später fragte mich eine der Frauen, ob ich nicht mitmachen wolle. Seitdem bin ich begeistert dabei und froh, wieder aktiv in der Gemeinde mitzuwirken. Durch das Zusammenlegen zur Pfarreiengemeinschaft, nehmen wir nun auch an den Treffen aller Familiengottesdienstkreise teil, wodurch ich wieder viele tolle Frauen kennenlernen konnte. Die Vorbereitung und das Mitwirken in den Familiengottesdiensten und der Austausch mit anderen „Mamas“ sind immer gut und bereiten viel Freude. Ansonsten erlebe ich in unserer Pfarreiengemeinschaft, dass es sehr viele Angebote gibt, immer wieder neu zu Gott zu finden, aber auch mal kritisch zu sein, das eigene Tun und Handeln zu überdenken, sich Inseln zum Auftanken zu suchen, wie z.B. die schönen Familiengottesdienste, Besinnungswochenenden in St. Thomas oder Gruppengottesdienste. Auch das Miteinander in Gruppierungen für jeden Mann und jede Frau, das gemeinsame Singen, sich treffen und austauschen untereinander und mit dem Pastoralteam finde ich sehr bereichernd. Während der Familienfreizeit in Norcia, Rom und Assisi erlebten mein Mann, unsere drei Kinder und ich das wunderbare Miteinander in der Pfarreiengemeinschaft: Jeder war für jeden da -  „gemeinsam achtsam“  - vor allem für unsere doch noch sehr kleinen Kinder. Durch diese Gemeinschaft hatten wir genug Unterstützung mit den Kindern die weite Reise nach Rom zu machen, alleine hätten wir uns das nicht getraut – und dann auch noch im Petersdom Messe feiern zu können, ist für uns ein unvergessliches Erlebnis. Jetzt bin ich froh, bei einer Arbeitsgruppe (Kirche vor Ort) mitzuwirken und so vielleicht ein bisschen mitzuhelfen, dass wir weiter zu einer großen Gemeinschaft werden. Ich bin dankbar für diese tolle Pfarreiengemeinschaft, die wir haben und freue mich, dass wir auf dem Weg sind noch besser zusammen zu wachsen, so dass für jeden etwas dabei ist, auch wenn alles neu und anders ist. Jedenfalls sollten wir alle die Gelegenheit nutzen, dass wir im Moment einen guten Pastor sowie ein gut aufgestelltes Pastoralteam haben, das auch offen ist für die Bedenken der Pfarreienmitglieder. Wenn wir alle versuchen uns einzubringen, wird es bestimmt auch eine - für möglichst viele - zufriedenstellende Lösung geben und wir gründen eine „Pfarrei neuen Typs.“

Monika Schüler, Neuhütten

> Maria Jochem, Rascheid
Maria Jochem

Maria Jochem aus Rascheid wird 100 Jahre
 
Frau Jochem, wie sah Ihre Kindheit aus?
Mit neun Jahren kam ich nach Rascheid. Meine Eltern haben hier am Bahnhof gebaut. Wir waren vier Kinder. Wir gingen einen Kilometer hoch nach Rascheid zur Schule. Nach der Schule habe ich unten im Tal meinem Vater das Essen ins Bergwerk gebracht. Die kleineren Einkäufe machten wir in Rascheid. Für die größeren sind wir nach Beuren gegangen. Erst das Pfädchen runter und dann vier Kilometer den Berg hoch. Und natürlich wieder die Strecke zurück. Gut, dass es mit den vollen Taschen erst einmal den Berg runter ging.

Was waren besondere Ereignisse in Ihrem Leben?
(Frau Maria Jochem stockt und es laufen ihr die Tränen.)
Mein Mann war im Krieg in Frankreich. Er hat als Maschinist am Westwall  gearbeitet. Gegen Ende des Krieges, Anfang 1944 ist er umgekommen. Ich stand mit sieben kleinen Kindern da. Die Schwiegertochter, Gisela Schu, erzählt, dass die Familie Selbstversorger war. Die Mutter habe das Gras am steilen Hang mit der Sense gemäht. Sie würde darin so manchem Mann etwas vormachen können. Sie hielten Ziegen für die Milch, und Hühner lieferten die
Eier. Sie haben alles Gemüse selber im großen Garten angebaut.
Frau Maria Jochem fährt fort:
Ich habe von morgens bis abends gearbeitet. Nachts habe ich noch genäht und die Kleidungsstücke geflickt.

Was waren schöne Erlebnisse im Leben?

Wie man so sagt, es gab keinen Grund, die Nase hängen zu lassen.
Aber übermäßig war es auch nicht. Aber es hat gegangen. Ich war zufrieden.
Ich habe viel im Leben geleistet und das hat Früchte getragen. Es war nicht umsonst. Ich habe das Haus erhalten, ich habe meine Kinder groß bekommen und aus allen ist etwas geworden. Ich habe sehr liebe Enkel und Urenkel. Die Familie hat immer gestimmt. An Festtagen wie Weihnachten, Ostern, Muttertag, Kirmes sitzen immer noch alle um den großen Tisch. Das Elternhaus ist immer noch ein zentraler Ort. Wir haben viel zusammengesessen, gelacht und
gegickelt.

Welche Lebensweisheit können Sie weitergeben?

Das Leben so nehmen, wie es ist.
Das, was einem vor die Füße fällt, annehmen.

Was hat sie lebendig gehalten?
Erstens, als noch alle daheim waren, da hatte ich genug zu tun. Ich war froh, dass alle gesund waren. Danach kam eine ruhigere Zeit, und da habe ich mir auch mal was gegönnt. Ich habe gelesen und habe mich mit meinen Freundinnen darüber ausgetauscht. Da war ich zufrieden. Wenn man zufrieden ist, dann ist es gut. Wenn man nicht zufrieden ist, hat alles keinen Zweck. Ich bin zufrieden.

Christoph Eiffler hat Frau Maria Jochem vor ihrem Fest besucht und ihr einige Fragen gestellt.

EXTRA:
Maria Jochem geb. Schu wurde am 22. September 1913 in Friedrichsthal geboren. 1922 zog sie mit ihren Eltern, die aus dem Hochwald stammen, nach Rascheid. Ihre Eltern bauten am Rascheider Bahnhof ein Haus. Nach ihrer Hochzeit 1934 zog Maria Jochem nach Neunkirchen und blieb dort bis 1944. Als ihr Mann im Krieg fiel, ging sie mit ihren sieben Kindern wieder in ihr Elternhaus zurück. Alleine versorgte sie ihre Kinder. Sie war Mitglied im Kirchenchor in Beuren und sang im Sopran. Später nahm sie an den Frauentreffen teil. Noch heute lebt sie in ihrem
Elternhaus. Mit ihr zusammen leben noch ein Sohn mit seiner Frau und noch ein weiterer Sohn. Sie hat 14 Enkel und 8 Urenkel. Die Jubilarin ist für ihr Alter noch sehr rüstig und liest noch täglich die Zeitung.

> Pater Lutwin, Hermeskeil
P. Lutwin Krämer

Pater Lutwin: Unser Leben als Weg
Unser Leben ist wie ein Weg, eine Reise. Diese Reise ist immer eine Reise zu Gott, und Gott ist auf dieser Reise immer dabei. Einen Weg zurückzulegen, ist in der Bibel geradezu ein klassisches Synonym für das Leben des Menschen.  
Auf der Wanderschaft unseres Lebens gibt es Wegstrecken, die uns besonders prägen. Eine solche Wegstrecke war für mich die Zeit um das zweite Vatikanische Konzil. Bei meinem Ordenseintritt 1959 kündigte Papst Johannes XXIII. das Konzil an. Als ich nach dem Philosophikum 1962 mit dem Theologiestudium begann, rief Papst Johannes XXIII. zu Beginn des Konzils dazu auf, die Fenster im alten Gebäude der Kirche weit zu öffnen und frische Luft hineinzulassen – selbst auf die Gefahr hin, dass es zieht und manche sich einen Schnupfen holen oder kalte Füße, was dann auch eingetreten ist. Nach dem Ende des Konzils bin ich zum Priester geweiht worden. Diese Zeit hat mich in meinem Denken und Handeln für meinen weiteren Weg geprägt. Kirche im Aufbruch. Kirche als Weg. Nach einem Wort des Konzils versteht sich die Kirche als das Volk Gottes, das auf dem Weg durch die Zeit ist. Das bedeutet: immer wieder aufbrechen aus der Vergangenheit und für Neues bereit sein. Als Christen sind wir immer wieder herausgefordert, nicht zu erstarren, sondern loszugehen, Altes zu überwinden, hinter uns zu lassen und aufzubrechen. Der Aufbruch der ersten Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil begann schon bald zu versanden. Die aufblühende Befreiungstheologie wurde zerschlagen, der Aufbruch der Frauen, die feministische Theologie, sie wurde verunglimpft. Fortschrittliche Theologen wurden abgestraft, einigen die Lehrerlaubnis verweigert. Matthew Fox zählt für die letzten drei Jahrzehnte immerhin 99 Namen in seinem Buch “Ratzinger und sein Kreuzzug“ auf.
In diesem Geiste haben sich viele Menschen, die sich um ihre Kirche sorgen und um die Früchte des 2. Vatikanischen Konzils fürchten, schon vor Jahren aufgemacht, ihre Kirche zu erinnern, dem Evangelium glaubwürdig zu folgen, bei den Menschen zu sein, Not zu wenden, die frohe Botschaft verständlich zu verkündigen und vor allen Dingen die Frohe Botschaft zu leben.
Doch die Bewahrer, die das Konzil in ihrem Sinn uminterpretieren und das Rad zurückdrehen wollen, wurden immer zahlreicher. Und so schwand bei vielen - auch bei mir - das Vertrauen in die Kirche immer mehr. Als nach und nach Redeverbote erlassen, Treueide und Gehorsam eingefordert wurden, als immer mehr Rechte eingeschränkt wurden, machte damals das Kirchen-Volks-Begehren auf die restriktiven Strukturen unserer Kirche aufmerksam.
Viele Gläubige spürten mehr und mehr ein Missverhältnis zwischen ihrer Lebenswelt, ihrem Glauben und der Kirche,
der sie angehören. Sie fühlen sich allein gelassen mit ihren Problemen, erfahren Reglementierung und Einfordern von Gehorsam als Einschränkung ihres Lebens und Unfreiheit des Glaubens. Papst Franziskus macht uns jetzt durch seine Worte und sein Handeln große Hoffnung auf eine Reform und Wandlung der Strukturen der Kirche. In einer Predigt am 16. April 2013 verkündigte er:
„Der Heilige Geist drängt die Kirche, weiter zu gehen.“ „Um es klar zu sagen: Der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiter zu gehen. ... Es ist dieses ‚vorwärts gehen’, das für uns so anstrengend ist. Die Bequemlichkeit gefällt uns viel besser. ... Das Konzil war ein großartiges Werk des Heiligen Geistes. ... Aber heute, 50 Jahre danach, müssen wir uns fragen: Haben wir da all das getan, was uns der Heilige Geist im Konzil gesagt hat? ... Nein, im Gegenteil: Wir feiern dieses Jubiläum und es scheint, dass wir dem Konzil ein Denkmal bauen, aber eines, das nicht unbequem ist, das uns nicht stört. Wir wollen uns nicht verändern und es gibt sogar auch Stimmen, die gar nicht vorwärts wollen, sondern zurück: Das ist dickköpfig, das ist der Versuch, den Heiligen Geist zu zähmen.“
In einem Gespräch mit der Leitung des Verbandes aller Frauen- und Männerorden hat er am 6. Juni uns aufgefordert: „Reißt die Türen auf…. Reißt die Türen auf!
Ihr werdet Fehler machen, ihr werdet anderen auf die Füße treten. Das passiert. Vielleicht wird sogar ein Brief der Glaubenskongregation bei euch eintreffen, in dem es heißt, dass Ihr dies oder jenes gesagt hättet…. Macht Euch darüber keine Sorgen. Erklärt, wo Ihr meint erklären zu müssen, aber macht weiter…. Macht die Türen auf. Tut dort etwas, wo der Schrei des Lebens zu hören ist. Mir ist eine Kirche lieber, die etwas falsch macht, weil sie überhaupt etwas tut, als eine Kirche, die krank wird, weil sie sich nur um sich selbst dreht ...“
Beim Empfang der Apostolischen Nuntien aus aller Welt am 21. Juni 2013 forderte Papst Franziskus sie auf: „Schlagt als Bischöfe gute Hirten vor.“ „Bei der delikaten Aufgabe, die Untersuchungen zu den Bischofsernennungen anzustellen, seid darauf bedacht, dass die Kandidaten Pastoren nahe bei ihren Gläubigen sind: das ist das erste Kriterium. Hirten nah beim Volk. ‚Aber, der ist doch ein großer Theologe, ein schlauer Kopf…’ Na, dann soll er doch auf die Universität gehen, da wird er sicher viel Gutes tun! Aber Hirten? Die brauchen wir.
... Dass sie die Armut lieben, innere Armut als Freiheit für den Herren und äußere Armut als Einfachheit und Schlichtheit des Lebens, dass sie nicht die Geisteshaltung von ‚Fürsten’ haben. Seid darauf bedacht, dass sie nicht ehrgeizig seien, dass sie das Bischofsamt nicht anstreben.“
Der Papst spricht mir aus dem Herzen. Das ist das Programm für die Kirche. Ich danke dem Papst für das, was er gesagt hat und reformieren will. Ich bin genau auf diesem Weg und möchte diesen Weg weiter gehen und jetzt mit der ganz klaren Unterstützung des Papstes.

P. Lutwin Krämer

> Organisten im Hochwald

Unsere treuen Organisten im Hochwald sorgen sich seit Jahren um die Musik im Gottesdienst

> Sr. Rita Franzen
Sr. Rita Franzen

Durch frühe Kontakte mit Schwestern von Waldbreitbach habe ich den Weg zu der Gemeinschaft der Franziskanerinnen gefunden. So trat ich 1960 am 16. August dieser Gemeinschaft bei. Zunächst folgte nach der
ersten Orientierungsphase im Mai 1961 die Einkleidung und das Noviziat, am 31. Mai 1963 dann für drei Jahre die erste Profess. Sie wurde für zwei weitere Jahre verlängert, bevor ich die Ewige Profess ablegte.
(lat. professio, Bekenntnis, die öffentliche Ablegung der Gelübde.) Im Jahr 1963 begann auch meine Ausbildung zur Krankenschwester.
Nach deren Abschluss war ich zunächst als Stationsleitung, später dann im HNO Operationsteam tätig. Dann machte ich eine Zusatzausbildung für den Einsatz in der Sozialstation – ambulante Pflege. Es folgten mehrere Jahre Dienst in diesem Arbeitsfeld. Nun bin ich schon 14 Jahre in Hermeskeil in der Altenpflege im St. Klara Altenzentrum eingesetzt und hoffe, dass ich noch einige Jahre bei guter Gesundheit hier wirken kann.
Am 31. Mai 2013 durfte ich im Altenzentrum St. Klara mit einer festlichen Liturgie meine Goldene Ordensprofess feiern. Froh bin ich darüber, dass meine Ordensschwestern und viele Bekannte mitfeierten.

Sr. Rita Franzen, Franziskanerin BMVA

> Ute Köhl, Gusenburg
Ute Köhl

Kommunion heißt, wir feiern Gemeinschaft…
Ich war dabei, als Katechetin, und ich hab’s gerne gemacht!
Als im Herbst letzten Jahres das erste Treffen zur Kommunionvorbereitung stattgefunden hat, war ich mir noch ganz sicher: „Nein, ich werde keine Katechetin! Ich hab neben meinem Beruf, dem Haushalt und besonders den Kindern keine Zeit für so was…“
So denken viele, doch für mich kam es am Ende anders als geplant! Der wesentliche Punkt, warum ich mich anders entschied war, dass eine Mutter mir am Abend sagte, dass man die Kommunion und die Vorbereitungszeit als Katechetin ganz anders wahrnimmt und erlebt und das Fest am Weißen Sonntag viel intensiver wird… Sie hatte Recht!  
Auch wenn es manchmal stressig war, ich kurz vor Beginn der Gruppenstunde die Kommunionmappe hervorzog, mir schlagartig bewusst wurde, dass ich mich an die Erzählung vom Berg Sinai und die 10 Gebote nicht mehr so genau erinnerte und ich zur Sicherheit noch mal flott die Kinderbibel rauskramte, war es doch immer wieder schön, Jesus neu und auf eine kindliche Art zu erleben. Die Erlebnisse und Gespräche mit den Kindern, den anderen Katecheten und dem Pastoralteam werden mir immer in Erinnerung bleiben, die vielen fröhlichen gemeinsamen Stunden mit Liedern vom „gelben Liedblatt“ besonders. Manchmal erwischen wir uns zu Hause beim Trällern von „Regenbogen buntes Licht" und ein Gute-Laune-Gefühl macht sich breit.
Ich freue mich schon auf Weißen Sonntag 2015, dann wird meine Tochter zur Erstkommunion gehen, ich möchte wieder Katechetin sein und bin schon ganz gespannt, mit wem ich dann all diese Erfahrungen und mehr teilen werde. Abschließend möchte ich mich noch einmal im Namen meiner ganzen Familie, bestimmt auch im Namen aller Katecheten, Eltern und Kinder für die Super-Vorbereitungszeit, den schönen Gottesdienst am Weißen Sonntag, für die kindliche Gestaltung und die fröhliche Stimmung in der Kirche bedanken. Die anderen Kommunionfeiern waren bestimmt genauso toll. Das ganze Pastoralteam hat viel dazu beigetragen, dass es für alle ein unvergesslicher Tag bleiben wird.

Ute Köhl, Gusenburg

> Christine Ludwig, Geisfeld
Christine Ludwig

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit (Erasmus von Rotterdam)
Da fällt mir spontan ein alter Schinken von Udo Jürgens ein: „Einmal verrückt sein und aus allen Zwängen flieh'n ..."
Doch hat Verrücktheit auch etwas mit Jesus Christus und mit meinem Glauben an den Auferstandenen zu tun? Ich denke ja! Jesus ist verrückt für die Menschen! Denn Jesus verrückt die Grenzen des konventionellen Glaubens. Jesu Glaube kennt keine Grenzen und keine Ausgrenzung. Jesus verrückt den Glaubensvollzug. Jesus verrückt alle und alles auf den Platz, der den Blick freigibt auf den Willen des Vaters. Und das bringt Jesus in Konflikte. Weil er den Willen des Vaters predigt und lebt, muss er viele Gewohnheiten und Bräuche seiner Zeit verrücken. Dabei werden seine Verwandten und die Schriftgelehrten selbst verrückt. Aber sie lassen sich nicht verrücken und erklären einfach Jesus für verrückt. So einfach war das damals: statt sich vom Willen Gottes verrücken zu lassen, erklären sie den Boten Gottes für verrückt. Deshalb gerät Jesus erst ins Kreuzverhör, dann schließlich ans Kreuz. So wollten  Menschen damals verhindern, dass etwas in ihrem Weltbild verrückt wird. Nur damals? Und wir Christen heute? Sind wir auch verrückt? Lassen wir uns ver-rücken von Jesu Aufforderung, den Willen des Vaters zu tun?
Jesus hat sich daran gestört, dass Regelungen die Menschen daran hindern, sich einander und Gott zuzuwenden. Jesus sah den Menschen im Mittelpunkt des Lebens, das der Vater allen in Fülle verheißen hatte. Hinter allen Spielregeln aber kam das Leben selbst immer mehr zu kurz. Es war zum verrückt werden, wie viele Gesetze zu beachten waren. Ich meine, Jesu Verhalten kann durchaus als Provokation empfunden werden: ich fühle mich herausgerufen aus meinen Sicherheiten, herausgerufen aus meinem festen Lebensgefüge. Ich denke, Jesus verrückt meine Oberflächlichkeiten. Er will mich zu mehr Leben einladen. Und die Menschen, die am Rande stehen, die spüren das am Schnellsten. Jesus verrückt die Grenzen des Lebens. Jesus schafft mehr Lebensraum für jene, die sich um ihn versammeln: Arme und Bettler, einfache Fischer, Kranke und Entrechtete, Sünder und Zöllner. Und wir Christen heute? Ich als Christin heute? Auch wir haben unsere Konventionen und Regeln, die sich scheinbar nicht verrücken lassen. Wir sind oft Christen, die unsere Pflichten erfüllen, aber sonst nichts. Ich möchte mich verrücken lassen, weil es Gottes Wille ist, dass wir Bruder und Schwester und Mutter und Vater füreinander werden, indem wir Gottes Willen tun. Ich möchte mich verrücken lassen, weil es Gottes Wille ist, damit unsere Gesellschaft eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern wird, eine Gesellschaft mit menschlichem Antlitz. Jesus, sei Du unsere, sei Du meine Mitte! Schau auf uns, schau auf mich. Schenke uns, schenke mir, Deinen Geist, damit wir, damit ich erkenne, was recht ist, und es mit Deiner Hilfe auch tue. Ich wünsche mir, dass wir alle – seine Kirche – mehr und mehr verrückt werden von Jesus Christus, damit die Welt erkennt, dass wir Schwestern und Brüder Jesu sind.
Ich bekenne:
Ich bin verrückt nach Jesus! Ja, ich glaube, das kann ich so sagen!

Christine Ludwig, Geisfeld

> Hedwig Grzondziel
Hedwig Grzondziel

Gerade diese Redewendung hat am Anfang meines Weges in Deutschland in mir die Neugier auf die faszinierenden Möglichkeiten der noch sehr fremden Sprache dieses Landes geweckt. Als gelernte Philologin betrachtete ich sie als persönliche Herausforderung. Dass diese Gedanken sich wie ein roter Faden durch die Ereignisse der folgenden Jahre ziehen würden, konnte ich damals nicht ahnen. Einer dieser „Zufälle“ war die Übername der Leitung des Deutschkurses für Migranten und Flüchtlinge im Mehrgenerationenhaus in Hermeskeil. Meine Zustimmung kam zuerst aufgrund der Sympathie zu den vorherigen sehr engagierten Dozenten und ... aus reiner Neugier. Aber dieses „Ja“ zu meinen neuen Aufgaben wiederhole ich seitdem immer wieder und mit wachsender Überzeugung. Die Begegnung mit Menschen unterschiedlichen Kulturen, religiösen Ansichten und Lebenserfahrungen empfinde ich als eine Art horizonterweiterndes, spannendes Abenteuer. Aber das ist nicht alles. Die Aufgaben als Deutschlehrerin geben mir - selbst Migrantin, die ihre ersten Schritte in der deutschen Sprache auf einem Spielplatz in Gesprächen mit anderen Müttern machte - die Möglichkeit die eigene Vergangenheit und alle vergangenen und jetzigen „Stolpersteine“ anzunehmen.

Meine Tätigkeit gibt mir eine wunderbare Gelegenheit die Erfahrungen von damals, die guten und die nicht ganz leichten in einem neuen Licht d.h. als wertvoll und bereichend zu betrachten. Wie bekannt kommen mir manche, nicht nur auf sprachlicher Ebene entstehenden Unsicherheiten, Zweifel, Ängste, Hemmungen, vor. Dieses Verständnis versuche ich den Teilnehmern des Kurses immer wieder entgegenzubringen. Es entsteht eine besondere Atmosphäre in der es leichter ist zu arbeiten und beiden Seiten Freude macht. Das mir geschenkte Vertrauen und oft wiederholte „Danke“ am Ende des Unterrichts schätze ich sehr. Es ist auch eine Art der Bestätigung, dass ich gerade dank meiner Kompetenzen, die in einer gewissen „Inkompetenz“ ihren Ursprung haben, „zufällig“ eine wichtige Vermittler -und Brückenbauerrolle übernehmen konnte.

Hedwig Grzondziel

> Der Singkreis Geisfeld

Foto: Thomas Becker

Sollte das wirklich der Anfang vom Singkreis gewesen sein?

 

...eigentlich begann alles im Jahr 2000, mit Pastor Hornschuch ! Mitarbeitertreffen in Bescheid war angesagt, und jede Pfarrei sollte einen kleinen Beitrag zum Programm des Abends einbringen. 

Irene Köhl, damalige 1. Vors. des Pfarrgemeinderats, ließ “nicht locker” und so spielte Sarah Räsch Querflöte und „Helmi“ an der Gitarre, einige kirchliche und weltliche „Song’s“, was alle Anwesende sogar zum Mitsingen animierte.
Was wir nicht wussten: unter den Gästen befand sich Josef Lehnen, damals und heute noch Organist in Geisfeld. Auch er war von der Sache recht angetan, so dass dies nicht der letzte Auftritt gewesen sein sollte. Kurz, nach einigen, wenig besuchten Proben in der Geisfelder Kirche, fanden sich eine Anzahl an Sängerinnen und Musiker bereit, die diesen Weg weiter gehen wollten!
Sollte das wirklich der Anfang vom Singkreis gewesen sein? Es wurden einige Lieder in die hl. Messe eingefügt und schon kurze Zeit später konnte man eine komplette Messe gesanglich und musikalisch mitgestalten.

Foto: Thomas Becker

Die Gemeinde Geisfeld stellte einen Proberaum im Bürgerhaus zur Verfügung, so dass die Teilnahme am Seniorentag der Ortsgemeinde, jedes Jahr, eine Selbstverständlichkeit ist! Um noch stimmgewaltiger zu wirken, war der Singkreis Pölert, mit netten Damen immer gerne bereit, die Geisfelder Sängerinnen zu unterstützen.
Es folgten gemeinsame Auftritte beim VG-Seniorentag in der Hochwaldhalle, beim Gesangverein Beuren, in der Krankenhauskapelle, sowie in der Pfarrkirche Hermeskeil, die allen Beteiligten in schöner Erinnerung geblieben sind. Ebenso, der jährliche Gottesdienst, in der Kapelle der Gedenkstätte Hinzert, gemeinsam mit dem Singkreis Pölert, der sich bis heute fest im Terminplan etabliert hat.

Foto: Thomas Becker

Denn es stimmt ! „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder ... Und so Singen wir einfach weiter in Geisfeld. Getreu nach dem Motto: „Gott achtet dich wenn du arbeitest, doch er liebt dich wenn du singst „. Deshalb freuen wir uns auf weitere, angenehme Zusammenarbeit.

 

Singkreis Geisfeld
Fotos: Thomas Becker

> Abdullah
Abdullah
Abdullah

Macht euch auf die Suche und lasst euch auch von ihm finden

 

Hallo Ihr Christen aus dem kalten Hochwald! Ich heiße Abdullah und mein Name ist arabcish und bedeutet „Bediensteter Gottes“. Ich will mich hier an dieser Stelle in eurem Pfarrbrief vorstellen.  Ich komme aus Arabien und mein Herr ist ein weiser Sterndeuter. Er und seine Freunde haben ein seltsames astronomisches Phänomen am Himmel entdeckt und haben sich auf die Reise gemacht, diesem Leuchten am Himmel nachzugehen. Es hat uns bis nach Betlehem geführt, einem kleinen Nest in Palästina, nicht weit  von Jerusalem weg, wo uns der König den entscheidenden Hinweis gegeben hat, dass dieses Leuchten im Zusammenhang mit dem Messias steht, dessen Kommen die Juden erwarten. Es war schon seltsam dieses Himmelsphänomen: ein Leuchten, das sich fortbewegte
und sogar die Sonne am Tag überstrahlte. Und dann blieb es stehen, einfach so…. wir wollten schon wieder umkehren, da entdeckten wir etwas Seltsames: Das Leuchten schien sein Licht auf einen Stall unweit der Dorfstraße durch Betlehem zu konzentrieren. Wir gingen dorthin, mein Herr, seine Freunde, mein Kamel und ich und wir fanden eine junge Familie, die gerade Nachwuchs bekommen hatte. Sollte das etwa der Messias sein, den die Juden erhofften?
Konnte das sein? Ein Messias im dreckigen Stall? Aber dann sah ich in die kleinen Augen des Kindes, vielmehr das Kind sah mich an und schaute mir bis auf den Grund meiner Seele.
Ich spürte: Er ist es. Mein Herr hatte Gott sei Dank ein Gastgeschenk dabei. Ich erzähle euch diese Begebenheit, weil sie mich nicht mehr losgelassen hat. Viele Jahre später, nachdem wir nach Arabien zurückgekehrt waren,  konnte ich mich freikaufen und machte mich auf die Suche nach diesem Kind, das inzwischen ein Erwachsener sein musste. Ich hörte, dass die Leute erzählten, dass Lahme gehen und dass Blinde sehen konnten. Ich folgte diesen Gerüchten und fand ihn, oder besser, er fand mich. Er sah mich eines Tages am Wegesrand und rief:“ Abdullah,
ich freue mich, dass du dich hast finden lassen. Du sollst fortan mir dienen.“ Und ich folgte ihm und den Seinen. Und mein Name bekam für mich eine ganz neue Bedeutung: „Bediensteter Gottes“. Ich gebe euch einen guten Tipp:
Macht euch auf die Suche und lasst euch auch von ihm finden. Ich habe es nie bereut!

 

Herzlichst, Abdullah
 

> Iris Wilhelm, Grimburg
Iris Wilhelm

Mut zum Ehrenamt!

 

Hallo liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich mich Ihnen einmal vorstellen.
Ich heiße Iris Wilhelm, wohne in Grimburg, bin 38 Jahre, verheiratet und habe einen 4-jährigen Sohn, der mich ganz schön auf Trab hält.
Einigen Familien im Hochwald bin ich bereits bekannt durch meinen Beruf. Seit 18 Jahren bin ich Krankenschwester, und seit 16 Jahren arbeite ich in der ambulanten Pflege beim DRK-Hermeskeil.
Im Sommer 2009 wurde ich von einem Mitarbeiter des Demenzzentrums Trier gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ehrenamtlich eine Demenzgruppe auf dem Hochwald zu leiten. Seitdem beschäftige ich mich näher mit dem Thema Demenz.
Im Mehrgenerationenhaus in Hermeskeil wurde ein passender Raum für die Gruppe „Vergissmeinnicht“ bereitgestellt. Gegründet wurde sie im Mai 2010 mit dem Gedanken, die Hauptpflegeperson bzw. Angehörige von an Demenz erkrankten Menschen, für ein paar Stunden pro Woche zu entlasten und um den oft isoliert lebenden Demenzkranken Kontakt mit Menschen und ein wenig Abwechslung im Alltag zu ermöglichen. Die Begegnungen finden immer mittwochs von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr statt, sechs Mitarbeiterinnen unterstützen mich bei der Betreuung. In unserer Runde singen wir alte Volkslieder, erzählen von früher, lesen die in der Schulzeit erlernten Gedichte und machen u. a. Gedächtnistraining. Kaffee und Kuchen gehören zur Gemütlichkeit. Es macht mir sehr viel Freude, zu sehen, wie die Besucher aufblühen, wenn sie z.B.
ein Sprichwort richtig vervollständigen oder im Gegensatz zu mir textsicher alle Strophen eines bekannten Wanderliedes singen können. Das Leuchten in den Augen der Gäste ist dann nicht mehr zu übersehen.
Das Ehrenamt spielte in meiner Familie immer schon eine große Rolle. Meine Mutter lebte es mir von klein auf vor. Als Jugendliche war ich aktiv im DRK-Ortsverein in Hermeskeil und mit verschiedenen Aufgaben betraut, z.B. Mithilfe beim Blutspenden, Sanitätsdienst oder Kleidersammlung. Daher fiel es mir nicht schwer, dieses Ehrenamt anzunehmen.
Mir macht der freiwillige Umgang mit hilfsbedürftigen Menschen sehr viel Spaß, und ich bin froh, in meiner Freizeit etwas Gutes zu tun. So darf ich Sie, liebe Leserinnen und Leser, ermuntern: Lassen Sie sich anstecken, ein Ehrenamt zum Wohl von Mitmenschen zu übernehmen!

Herzlichst, Ihre Iris Wilhelm
 

> Stefanie Trösch, Geisfeld
Stefanie Trösch, Geisfeld

Lieber spät als nie


Stefanie Trösch, Geisfeld. 
Ich bin 34 Jahre alt, seit 8 Jahren verheiratet, Mama von zwei tollen Jungs (6 und 4 Jahre alt) und halbtags berufstätig. Hätte mir jemand mit Anfang 20 erzählt, dass ich mich mal so für die Kirche engagieren würde, ich hätte es nicht geglaubt. 
Mein kirchliches Engagement begann kurz nach der Geburt unseres ersten Sohnes. Wir gingen regelmäßig zur „Krabbelstunde“, daraus entwickelten sich nicht nur viele Freundschaften, sondern auch mein Interesse für Krabbelkindergottesdienste.
Diese wurden von drei jungen Frauen aus unserem Dorf, (Margit, Belinda und Judith) vorbereitet. Nach einigem Zögern entschloss ich mich, die Gruppe zu unterstützen. Von Anfang an hat mir die Vorbereitung sehr viel Spaß gemacht. 
Da irgendwann dieses Angebot im Dorf nur noch spärlich wahrgenommen wurde, verlegten wir die Gottesdienste schließlich in die KiTa Beuren, was dort von der Leitung und den Erzieherinnen dankbar angenommen wurde. Da die Kinder meiner „Mitplanerinnen“ nach und nach dem Kindergartenalter entwachsen waren, und ich unserer Gruppe gerne treu bleiben wollte, wurden aus den Vorbereitungen der Krabbelgottesdienste schließlich Kinder- und Familiengottesdienstvorbereitungen. 
Es wäre schön, wenn sich Eltern finden würden, die den Kindergottesdienst in der Kita wieder aufleben ließen, gerne bin ich in der Startphase bereit dies zu unterstützen. 
Seit diesem Jahr bin ich nun auch Mitglied im Geisfelder Pfarrgemeinderat und im Pfarreienrat unserer Pfarreiengemeinschaft, was mir auch sehr viel Spaß macht, da der Austausch mit diesen vielen unterschiedlichen Menschen sehr interessant ist und es einfach Freude bereitet, Dinge zu bewegen und mit auf den Weg zu bringen.
Impulse der anderen Art habe ich bei meinem Besinnungswochenende in St. Thomas erlebt, das von Rüdiger Glaub-Engelskirchen und seiner Frau Ute geleitet wurde. Dorthin haben wir uns mit vier Frauen aus Geisfeld auf den Weg gemacht. Wir haben in der Oster-Ausgabe des Pfarrbriefs davon erzählt. Es erstaunt mich immer wieder, auf wie viele unterschiedliche und auch neue Arten ich Kirche in den letzten Jahren für mich erfahren durfte.

> Irmund Becker, Gusenburg
Irmund Becker, Gusenburg

Der „Ruf“ erreichte mich in der Pause


Irmund Becker, Gusenburg.
In einer Unterrichtspause kam ich ins Lehrerzimmer. Es war irgendwann 1977. Da stürmte Dechant Anton Backes, Pastor von Hermeskeil, der auch bei uns an der Realschule Unterricht erteilte, auf mich zu. „Ab sofort helfen Sie mir in Gusenburg!“ Kurz vorher war Franz-Moritz Watrinet, unser damaliger Pastor, in den Westerwald versetzt worden.
Dechant Backes hatte die Vakanz in unserer Pfarrgemeinde übernommen. Das hieß für ihn, dass er neben seiner großen Pfarrei mit zwei Filialen unsere Pfarrei Gusenburg verwalten musste mit allen Aufgaben und Pflichten. So wurde ich zusammen mit zwei Krankenschwestern Lektor und Kommunionhelfer, etwas ganz Neues bei uns. Der Lektorendienst wurde von der Bevölkerung von Anfang an voll akzeptiert, nicht der Dienst als Kommunionhelfer. Häufig wechselten Gläubige die Reihe beim Kommunionausteilen von uns zum Pastor hin. Heute haben wir in Gusenburg und der Filiale Grimburg insgesamt 19 Frauen und Männer, die als Lektoren und/oder Kommunionhelfer mitarbeiten.
Besonders erwähnenswert ist für mich die Zeit im Verwaltungsrat, als wir 2004 die Innenrenovierung unserer Pfarrkirche durchführten. Pastor Zirkelbach konnte uns keine Stütze mehr sein, weil er zu der Zeit bereits schwer erkrankt war. Deshalb haben wir, der Verwaltungsrat, die Renovierung in Zusammenarbeit mit dem Bistumsarchitekten Robert Mitchell und Rendant Detlef Arend durchgeführt.
Es entstand im Dorf eine regelrechte Aufbruchsstimmung: Der Verwaltungsrat und auch zahlreiche freiwillige Helfer packten überall dort mit an, wo es nötig war. Unser „Baufachmann“ Karl-Heinz Nellinger, hatte detaillierte Pläne für alle anstehenden Arbeiten ausgearbeitet. Von ihm kam auch die Idee, Patenschaften für die Restaurierung der gesamten kirchlichen Einrichtung auszuschreiben. Geradezu selbstverständlich übernahmen Einzelpersonen oder auch Familien die Kosten für einen Altar, eine Heiligenfigur oder eine Kreuzwegstation. Mit Hilfe vieler großzügiger Spender und durch einen beachtlichen Zuschuss des Bistums war die Renovierung nach kaum zwei Jahren bezahlt.
Ich bedanke mich herzlich für die Feier, die der Verwaltungsrat zusammen mit dem Pfarrgemeinderat zu meiner Verabschiedung aus dem Verwaltungsrat ausgerichtet hat. Über die Geschenke, besonders über das schöne Buch „Glaube unterwegs – nach nebenan“ habe ich mich sehr gefreut.
Bei dem Pastoralteam, besonders bei Dechant Clemens Grünebach, bedanke ich mich für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in all den Jahren. Nach 20 Jahren im Pfarrgemeinderat und acht Jahren im Verwaltungsrat übernehmen nun jüngere Leute die Verantwortung. Als Lektor und Kommunionhelfer oder auch bei der Ausrichtung von Festen oder Veranstaltungen der Kirchengemeinde werde ich weiterhin zur Verfügung stehen.