Aktuelle Nachrichten

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Erstkommunion 2020

Bereits von vielen Eltern erwartet; hier nun endlich die Termine für die Erstkommunion 2020! 

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Kindertreff

Am Donnerstag, dem 15.11.2018, findet unser nächstes Kindertreff statt. Seit Anfang September hieß es ”Hermeskeil liest Märchen!”

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Krippenspiel in Züsch

Dieses Jahr werden wir eine Krippenfeier für Kinder und Familien um 15:30 Uhr in der kath. Kirche in Züsch für und mit Euch gestalten.

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Herzliche Einladung zu einer Frühschicht für Grundschulkinder

Hallo Frühaufsteher, der Kindergottesdienstkreis lädt Euch herzlich ein am 30.10.18 um 7:00 Uhr ins katholische Pfarrheim zu kommen.

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Pfarrbriefkosten

Neuer Preis ab 2019

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Segnung und Aussegnung Gemeindeteam

Im Hermeskeiler Hochamt am 11.11. um 10.45 Uhr werden die Gemeindeteams für eine weitere Amtsperiode von 2 Jahren gesegnet und gesendet

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Liebe Menschen aus Hermeskeil

02.09.2018 von Ricarda Ahmetovic

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Liebe Menschen aus Hermeskeil, dem Hochwald und der ganzen Welt,

 

ich spreche heute hier als Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde und als Träger des Mehrgenerationenhauses und des Hochwälder Familiennetzwerks in Hermeskeil.

 

Ich bin froh und stolz, dass unsere katholischen (und auch evangelischen) Christen, dass die Engagierten im MGH und Hafen und dass auch ich persönlich Teil des bunten Hermeskeils sind.

 

Für den 1.9. gibt es in einigen Teilen Deutschlands die Tradition eines Friedenstages oder Antikriegstages. Sehr wahrscheinlich nimmt die andere Veranstaltung genau auf dieses Datum Bezug.

 

Die weltweite kath. Kirche kennt den ersten Januar als Weltfriedenstag. Papst Franziskus hat in der diesjährigen Botschaft zum Weltfriedenstag ausdrücklich betont, dass das aktuell in Deutschland und Europa stark und kontrovers diskutierte Thema der Flüchtlinge ganz eng mit dem Thema Krieg und Frieden zusammenhängen.

 

“Als Hauptursache von Vertreibung und Migration beklagt der Papst bewaffnete Konflikte und andere Formen organisierter Gewalt. Das neue Jahrhundert habe gegenüber dem vergangenen "noch keine wirkliche Wende gebracht". Motive für Migration seien aber auch die Hoffnung auf ein besseres Leben und die Flucht vor Armut oder den Folgen von Umweltzerstörung, einschließlich dem Wunsch, sich mit seiner Familie zu vereinen oder Arbeit zu finden. "Wer diese Rechte nicht besitzt, lebt nicht in Frieden", so der Papst.

 

In den Zielländern kritisiert Franziskus eine Rhetorik, die die nationale Sicherheit oder die Belastungen durch die Aufnahme betone. Dabei werde "die menschliche Würde missachtet, die jedem zuerkannt werden muss, weil alle Menschen Kinder Gottes sind". Wer etwa zu politischen Zwecken Angst gegenüber Migranten schüre, säe Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, statt den Frieden aufzubauen. Dies sei für ihn "Anlass zu großer Sorge", so der Papst.” (Quelle Domradio)

 

Ich teile diese Sorge des Papstes und rufe Sie und euch alle auf

       nicht den simplen Parolen zu folgen (wer am Lautesten schreit hat meistens Unrecht!)

      sich selbst ein qualifiziertes Urteil zu bilden (Einfaches Nachplappern ist in Zeiten der Manipulation und der Fake News Pflicht jedes mündigen Bürgers und jeder Bürgerin)

      dringend auf die eigene Sprache und Wortwahl zu achten (Menschen auf der Flucht sind Menschen und keine Touristen, Kriege sind Kriege und keine zu verniedlichenden Konflikte die mit Waffengewalt ausgetragen werden, und Seenotretter im Mittelmeer sind Retter, sind Helfer und keine Vizeschlepper oder Komplizen von kriminellen Schlepperbanden und dürfen nicht wie Verbrecher behandelt werden.

 

Ich rufe Sie und euch auf

      im Kleinen, in der Nachbarschaft, in der Schule, im Kindergarten, am Arbeitsplatz ein Beispiel gelebter Menschlichkeit zu geben

      sich an der Vielfalt zu freuen

      sich gegen Unmenschlichkeit - wenn es sein muss so wie heute - zur Wehr zu setzen

 

Meine Damen und Herren, liebe bunte Menschen!

 

Im Dezember vor 89 Jahren (1927) gab es in Hermeskeil eine denkwürdige Veranstaltung. Die NSDAP hatte zu einem Abend geladen. 300 Menschen, darunter viele NSDAP Anhänger, aber auch SPDler, Kommunisten und fast alle Hermeskeiler Juden waren gekommen. Und der Gauleiter Dr. Ley - als Ehrengast der NSDAP - hielt eine Rede, die gespickt war mit Beschimpfungen und Unterstellungen, die in der Behauptung gipfelte seine Partei würde das Christentum verteidigen und retten.

 

Einer meiner Vorgänger Dechant Wilhelm Greff, selbst Zentrumpolitiker, ergriff danach ebenfalls das Wort und wies die Unterstellungen in einer flammenden Rede zurück. “Christus predige den Frieden, diese aber entfachten mit ihrem Holzsäbelgerassel den Brand im eigenen Vaterland”. Weiter wird er zitiert:” Wir brauchen solche Unheilstifter nicht. Wir wissen selbst gut genug, was allen not nut.”

 

Nein, wir haben keine Weimarer Verhältnisse, wir haben eine stabile Demokratie, wir haben Menschen mit Herz und Verstand in unserer Gesellschaft, um die uns viele Länder und Nationen weltweit beneiden. Hier kann jeder seinen Glauben leben, hier zählt nicht die Herkunft oder Hautfarbe. Vor unserer Verfassung ist jeder Mensch gleich! Art. 1 des Grundgesetzes lautet nicht ohne Grund: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

 

Aber doch kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass die Methoden, um Stimmung zu machen, um Personengruppen zu entmenschlichen, um gutes Engagement zu verunglimpfen und Sachverhalte bewusst zu verdrehen und so die Öffentlichkeit zu manipulieren, ganz ähnlich sind, wie die vor 80 Jahren.

 

Und wenn wir heute ein Friedensfest der Kulturen und der Toleranz in Hermeskeil feiern, dann sagen wir damit Frieden beginnt hier bei uns in Hermeskeil. Er beginnt in der Kita, in der Nachbarschaft, an die Lidl-Kasse und im Sportverein. Frieden entsteht nicht da, wo ich mir den Krieg auf Fernsehabstand im Wohnzimmer halte oder Europa oder Deutschland zu einer Festung ausbaue.

 

Frieden beginnt bei dir und bei mir.

Toleranz beginnt bei dir und mir.

Verantwortung für die Demokratie hast du und ich.

 

Natürlich sind das große Probleme und Herausforderungen vor denen wir in Deutschland, Europa und der Welt stehen und sicher werden wir heute nicht von hier aus die ganze Welt befrieden.

Aber dieses Fest im Park heute ist ein wichtiger Schritt und wir gehen ihn heute! Wir sind Teil der Menschheitsfamilie mit der gleichen Würde wie alle anderen Menschen auf allen Kontinenten. Und als solche haben wir eine Verantwortung, die wir nicht delegieren können.

 

Als Pfarrei St. Franziskus mit dem MGH und dem Familiennetzwerk Hafen, den anderen kirchlichen Einrichtungen und Netzwerken und Kooperationspartnern der Caritas, der Kitas, der Lebensberatungsstelle und den vielfältigen Engagement so vieler Menschen in der Pfarrei und dem Dekanat stehen wir ein für Vielfalt und Toleranz, stehen wir ein für die Würde jedes Menschen und die Rechte aller Menschen, gerade auch derjenigen, die wenige oder keine Fürsprecher haben.

 

Am vergangene Dienstag jährte sich zum 55. Mal die große Rede von Martin Luther King: I have dream!

Ich habe einen Traum, so Martin Luther King, (...) dass eines Tages wirklich in Alabama kleine schwarze Jungen und Mädchen mit kleinen weißen Jungen und weißen Mädchen als Schwestern und Brüder Hände halten können.

 

Dieser Traum muss weiter geträumt werden in Ihren Köpfen in ihren Herzen.

Dieser Traum muss in Deutschland und Europa von vielen Männern und Frauen geträumt werden.

 

Es ist der Traum, dass jeder Mensch gleich viel zählt.

Es ist der Traum, dass Gegner sich die Hände reichen, dass Völker einen Weg zueinander suchen.

Es ist der Traum, dass Rache der Vergebung weicht.

Es ist der große Traum der Menschheit, der große Traum Gottes.

Lasst uns ihn in Hermeskeil gemeinsam träumen.

 

Vielen Dank!

 

Clemens Grünebach, dec. 1.9.2018

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