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Glaube im Alltag

"Was bleibt, wenn wir gehen?"

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Fronleichnamsprozession in Hermeskeil am 20.06.2019

Auch in diesem Jahr fand die Fronleichnamsprozession wie jedes Jahr am Fronleichnams-Tag in Hermeskeil statt.

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Verabschiedung Dechant Grünebach

Wichtige organisatorische Hinweise zur Verabschiedung am 23. Juni ...

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Vorankündigung Andacht zu Maria Himmelfahrt am Erzbergkapellchen

Das Gemeindeteam Hermeskeil lädt ein zu einer Andacht zu Ehren der Aufnahme Marias in den Himmel am 15.08.2019 um 19.00 Uhr.

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Mit den Menschen unterwegs sein

31.05.2019 von Georg Steppuhn

Prognosen mögen erschrecken. Die Langfristprognose zur Entwicklung der katholischen Kirchenmitglieder bis 2060 zeigt uns einen Rückgang von jetzt knapp 1,3 Millionen Katholiken auf ca. 600.000 Katholiken. Sollten zu dieser Zeit noch Kirchensteuern fließen, so sagt uns die Prognose bis 2060 einen Rückgang vom Basisjahr 2017 (306 Millionen Euro) auf ca. 250 Millionen Euro voraus. Die Ausgabenseite hingegen steigt laut Prognose aufgrund von steigenden Tarifen, Baukosten, Sachleistungen auf  knapp 600 Millionen Euro bis 2060.

Bei der Kirchenmitgliedschaftsprognose fällt auf, dass sich der Rückgang nicht alleine durch die demografische Entwicklung erklären lässt. Vielmehr schlagen die Austritte sowie ein verändertes Bindungsverhalten hier zu Buche. Katholische Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr zwangsläufig taufen – schon die bisher als selbstverständlich angesehene Eintrittsmöglichkeit in die katholische Kirche beginnt brüchig zu werden. Dass wir Katholiken weniger werden aufgrund demographischer Entwicklung ist leicht zu verstehen und zu akzeptieren. Andere Gründe für den Mitgliedschaftsschwund sind von der Institution Kirche aus gesehen schmerzlicher: etwa die augenblickliche Glaubwürdigkeitskrise sowie die abnehmende Bereitschaft katholischer Menschen, sich weiterhin kirchlich zu binden und die deshalb austreten oder ihre Kinder nicht zu den Sakramenten führen.

Das gibt auf mehreren Ebenen zu denken: Was ist mit der Kirche los, die doch eine frohe Botschaft verkünden will? Und was ist mit einer Gesellschaft los, die kirchliche Religion mehr und mehr indifferent oder sogar negativ betrachtet – und das bei aller noch vorhandener Wertschätzung kirchlichen Engagements, wenn es zum Beispiel um Solidarität mit den Schwachen und Armen geht, wenn es um kirchliche Schulen und ihre Bildung geht?

Für das Bistum Trier sind die Zahlen ernüchternd. Mit der Synode fragt die Trierer Kirche, wozu, für wen und mit welcher Qualität sie Kirche sein will. Das ist ein grundsätzlicher Perspektivwechsel, wenn nicht sogar eine Kehrtwende: vom Kreisen um sich selbst hin in eine Bewegung auf die Menschen zu, auf ihre Themen und Bedürfnisse. Das inhaltliche Programm der Bistumssynode will eine diakonische Kirche profilieren; also zusammen mit den Armen und Schwachen, den Bedrängten dieser Gesellschaft Entwicklungen anstoßen, die die Solidarität unter den Menschen fördert, die aber auch ganz konkret Lebensmöglichkeiten verbessern will. Sie will zugleich eine missionarische Kirche sein, die auf die Menschen zugeht und mit ihnen Wege der religiösen Suche und Vergewisserung geht. Es geht auch darum, das Evangelium deutlich zu bezeugen in der Gesellschaft, damit der Glaube sichtbar bleibt, angestrebt oder sogar angenommen werden kann. Diese Entwicklungen werden kaum die demografischen Entwicklungen beeinflussen, doch es könnte attraktiv sein oder wieder werden, sich kirchlich zu binden in kleinen Gemeinschaften, die sich diakonisch oder auch missionarisch verstehen. Diese neuen oder wiederentdeckten Orte von Kirche spielen in der Synodenumsetzung eine große Rolle.

Insgesamt zeichnet sich wohl eine Entwicklung ab, die vielfältige kirchliche Lebensvollzüge hervorbringen wird, die sich weniger an katholischen Regeln der Moral oder der Dogmatik orientieren, sondern vielmehr aus der individuellen Sinn- und Gottsuche heraus gespeist werden. Dort sorgen sich die Menschen in der Gewissheit, dass Gott mit ihnen ist, um Solidarität und um die Weitergabe des Glaubens. Hier kommt es auch wesentlich darauf an, wie sich die unterschiedlichen pastoralen Berufsgruppen auf diese neue Situation einlassen werden. Können sie mehr Fördernde, Entdeckende und Ermöglichende werden, die die Talente und Gaben der Menschen anerkennen und sie netzwerkartig verknüpfen helfen, damit sich Kirche diakonisch und missionarisch entwickelt? Von großer Bedeutung wird natürlich auch sein, wie die Ressourcenkonflikte zu lösen sind, wenn die Ausgaben steigen, die Einnahmen geringer werden, das hauptamtliche Personal abschmilzt. Wie gelingt es dann, diakonische und missionarische Entwicklungen zu fördern, um sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen, sondern tatsächlich mit und für die Menschen unterwegs zu sein?

Gundo Lames

Dr. Gundo Lames ist Direktor für den Bereich „Ziele und Entwicklung“ im Bischöflichen Generalvikariat Trier und Mitglied der Steuerungsgruppe für die Synodenumsetzung

 

 

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